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Offener Brief

2 März, 2026

Offener Brief an Verteidigungsminister Pistorius

Bonn, 27.2.2026.

Minderjährige Soldat*innen in der Bundeswehr

Sehr geehrter Herr Bundesminister Pistorius,

wir sind 19 nationale und internationale Organisationen und 6 Dachverbände mit über 230 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Frieden, Umwelt, Kirche und Gewerkschaften, die zusammen über eine halbe Million Mitglieder repräsentieren. Wir sind sehr besorgt über die immer weiter steigende Rekrutierung minderjähriger Soldat*innen in die Bundeswehr, die schweren Kinderrechtsverletzungen dort und die Missachtung des internationalen 18-Jahre-Standards (Straight 18) bei der Rekrutierung.

Der aktuelle Bundeswehrskandal mit sexueller Gewalt, Rechtsextremismus, Alkoholexzessen und Drogenmissbrauch und über 55 beschuldigten Soldaten in einer Fallschirmjäger-Kaserne in Zweibrücken zeigt so wie viele ähnliche Skandale zuvor: Eine Armee ist kein Ort für Minderjährige, auch nicht in der Ausbildung. Dort können weder die Sicherheit garantiert noch Kinderrechte und Jugendschutz eingehalten werden. Unter den Opfern in Zweibrücken war nach Angaben Ihres Ministeriums auch mindestens eine minderjährige Soldatin. Bekannt ist auch, dass 2023 zwei Fallschirmjäger dieser Kaserne eine 18-Jährige Soldatin vergewaltigt haben und dafür gerichtlich verurteilt wurden, ebenso wie im selben Jahr zwei Bundeswehrsoldaten in Köln für die Vergewaltigung einer 18-Jährigen in einer Kaserne.

Auch zahlreiche von Ihrem Ministerium veröffentlichten Daten[1] belegen, dass es jedes Jahr zu schweren Kinderrechtsverletzungen bei minderjährigen Soldat*innen der Bundeswehr kommt, darunter sexuelle Gewalt, Unfälle und psychische Erkrankungen. Das sind schwere Verstöße gegen die Verpflichtungen der UN-Kinderrechtskonvention und der ILO-Konvention 182 zur Beendigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit, die riskante Arbeiten für alle unter 18-Jährigen streng verbietet – darunter fällt auch der Dienst als Soldat*in, auch schon in der Ausbildung.

Als verantwortlicher Minister halten Sie bisher trotz der genannten schwerwiegenden Vorfälle und Probleme, die seit langem bekannt sind und sich jedes Jahr wiederholen, an der Rekrutierung Minderjähriger als Soldat*innen fest – obwohl Gutachten verschiedener Rechtswissenschaftler wie Dr. Hendrik Cremer und Prof. Michael Krennerich[2] nachgewiesen haben, dass diese Praxis rechtswidrig ist, weil sie gegen nationale Gesetze wie das Jugendschutzgesetz und das Jugendarbeitsschutzgesetz verstößt und gegen völkerrechtliche Verpflichtungen der UN-Kinderrechtskonvention und ihrer Zusatzprotokolle.

2025 wurden sogar so viele minderjährige Soldatinnen und Soldaten in die Bundeswehr rekrutiert wie nie zuvor, über 3.100, ein starker Anstieg um über 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie erhalten dieselbe militärische Ausbildung an der Waffe wie Erwachsene und werden in Kasernen und bei Übungen mit diesen zusammen untergebracht, trotz der bekannten gravierenden Risiken und Missstände.

Wir fordern Sie dringend auf, künftig keine Minderjährigen mehr als Soldat*innen der Bundeswehr zu rekrutieren und den internationalen 18-Jahre-Standard (Straight 18) einzuhalten – wie dies schon über 150 Staaten weltweit tun, darunter die große Mehrheit aller NATO- und EU-Staaten. Dies und ein Verbot von Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen fordert die SPD-Fraktion in einem Positionspapier[3], ebenso der UN-Kinderrechteausschuss[4] und Mitglieder des UN-Menschenrechtsrats wie Schweden (UPR-Empfehlung an Deutschland)[5]. Als Verteidigungsminister können Sie beide Forderungen sofort durch eine Dienstanweisung umsetzen.

Wir bitten Sie eindringlich: Handeln Sie, beenden Sie endlich die schweren Kinderrechtsverletzungen bei minderjährigen Soldat*innen!

Wir würden uns über eine baldige Antwort und die Möglichkeit freuen, das wichtige Thema Kindesschutz in der Bundeswehr und unsere dringenden Forderungen mit Ihnen zu besprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Maike Finnern

Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Joshua Hofert
Vorstandssprecher Terre des Hommes Deutschland e.V.

Birgit Wehner und Odilo Metzler
Bundesvorsitzende, pax christi Deutsche Sektion e.V.

Kristian Golla
Geschäftsführer Netzwerk Friedenskooperative

Jürgen Grässlin
Bundessprecher DFG-VK

Dr. Christoph Dembowski
Vorstandsmitglied IPPNW – Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V.

Annegret Krüger
Vorsitzende Frauennetzwerk für Frieden e. V.

Dieter Müller-Nöhring und Wilfried Gaum
Erster und Zweiter Vorsitzender der Quäker-Hilfe e.V.

Ralf Willinger und Frank Mischo
Sprecher Deutsches Bündnis Kindersoldaten

Günter Burkhardt, im Namen des Forum Menschenrechte
Koordinationskreis Forum Menschenrechte und Sprecher der AG Frieden

Bianka Pergande und Sven Stumpf
Sprecher:innen National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN – Kinderrechtskonvention

Renate Wanie
Co-Vorsitzende Bund für Soziale Verteidigung e.V.

Jan Gildemeister
Geschäftsführer Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V.

Holger Hofmann
Bundesgeschäftsführer, Deutsches Kinderhilfswerk

Martin Kaiser
Geschäftsführender Vorstand, Greenpeace e.V.

Philipp Frisch
Direktor Human Rights Watch Deutschland

Michael Müller
Bundesvorsitzender NaturFreunde Deutschlands e.V.

Ria Noskovics
Bundesvorstand BUNDjugend

Felix Krauß
Vorstandsvorsitzender Nürnberger Menschenrechtszentrum e.V.

Therese Wenzel
Geschäftsführerin Weltfriedensdienst e.V.

Mariana Lechterbeck
Co-Vorsitzende der Women’s League for Peace and Freedom

Rudolf Mehl
Vorsitzender des deutschen Zweiges des internationalen Versöhnungsbundes

Br. Jürgen Neitzert und Br. Markus Fuhrmann
Deutsche Franziskanerprovinz

Gerhard E. Fuchs-Kittowski
Präsident Deutscher Friedensrat e.V.

Benno Malte Fuchs
Landesgeschäftsführer DFG-VK NRW


[1] Unter anderem: Antwort auf Bundestagsanfrage: https://dserver.bundestag.de/btd/20/119/2011991.pdf

und Antwort des BMVG auf Abgeordnetenanfrage: download

[2] Michael Krennerich (2020): Schattenbericht Kindersoldaten, download

[3] Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion, download

[4] Aktuelle Empfehlungen Nr. 44 und 45 des UN-Kinderrechteausschusses an Deutschland (2022), download

[5] Empfehlung Schwedens im UN-Menschenrechtsrat an Deutschland (2023), dokumentiert im Report of the Working Group on the Universal Periodic Review Germany, Absatz 140.262: download

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10 Oktober, 2021

Atomwaffenverbot in den Koalitionsvertrag! Offener Brief an Verhandelnde

Pressemitteilung der DFG-VK Baden-Württemberg vom 6. Oktober 2021

Stuttgart, 6. Oktober 2021

In einem Offenen Brief an die Abgeordneten des neu gewählten Bundestages fordern über 40 Vertreter*innen deutscher ICAN-Partner und befreundeter Organisationen eine zeitgemäße und kooperative Sicherheitspolitik sowie die atomare Abrüstung unter dem Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) – beides müsse fester Bestandteil im Koalitionsvertrag werden. Das Wahlergebnis müsse allgemein als Auftrag zur Modernisierung verstanden werden.

„Die bisherige Bundesregierung hat den UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen boykottiert. Mit der neuen Regierungsbildung besteht nun die Chance, das zu ändern. Der Ausgang der Wahl ist ein klarer Auftrag an die neue Bundesregierung, als Beobachterin an der Vertragsstaatenkonferenz zum AVV im März nächsten Jahres teilzunehmen und dem UN-Vertrag beizutreten“, unterstreicht Roland Blach, Geschäftsführer DFG-VK Baden-Württemberg sowie Koordinator der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ und des Offenen Briefes.

Weithin müsse die zukünftige Bundesregierung die Beschaffung neuer Atomwaffen-Trägerflugzeuge für die Bundeswehr stoppen und sich für den Abzug aller US-Atombomben aus Deutschland einzusetzen. Der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen sei das geeignete Instrument, um die weltweite Abrüstungsdebatte als Vorreiterstaat voranzutreiben. Die Organisationen riefen die Sondierenden dazu auf, die genannten Impulse in ihre Gespräche und Verhandlungen aufzunehmen.

Seit dem 22. Januar 2021 ist der mit großer Mehrheit der Staaten beschlossene AVV in Kraft. Er verbietet den Vertragsstaaten unter anderem die Herstellung, die Stationierung und den Einsatz von Atomwaffen. Über 100 deutsche Städte, darunter alle Landeshauptstädte, mehrere hundert Abgeordneten aus dem Europaparlament, Bundestag und Landtagen sowie Landesbeschlüssen in Berlin, Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz unterstützen bereits einen Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag.

Den offenen Brief können Sie hier nachlesen.

Kontakt für Fragen: Roland Blach, Tel.: 0177-2507286

PDF der Presseerklärung

DFG-VK Landesverband Baden-Württemberg, Werastr. 10, 70182 Stuttgart, Fon 0711-51885601, Mobil 0177-2507286, Mail ba-wue@dfg-vk.de, Web http://bawue.dfg-vk.de/, Facebook http://www.facebook.com/groups/DFG.bawue/

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