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DFG-VK Landesverband Baden-Württemberg

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Protest

27 Mai, 2026

Veteranentag 2026 – Gegen den neuen Heldenkult

Am 15. Juni 2026 findet in Deutschland zum zweiten Mal der sogenannte Veteranentag statt. Eingeführt wurde dieser Gedenk- und Aktionstag mit dem erklärten Ziel, die Bundeswehr und ehemalige Soldat*innen stärker in der Gesellschaft zu verankern und ihnen mehr öffentliche Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen. Städte, Kommunen, Reservistenverbände und andere Organisationen sind dazu aufgerufen, Veranstaltungen, Empfänge und „Begegnungsformate“ für Veteran*innen zu organisieren.

Was auf den ersten Blick wie reine Wertschätzung ehemaliger Soldat*innen erscheinen mag, passiert allerdings nicht im luftleeren Raum. Der Veteran*innentag findet in einer Zeit statt, in der Deutschland massiv aufrüstet, von „Kriegstüchtigkeit“ gesprochen wird und Bundeskanzler Friedrich Merz offen die „konventionell stärkste Armee Europas“ fordert. Gleichzeitig wird die Wehrpflicht vorbereitet, die Bundeswehr drängt verstärkt an Schulen und Hochschulen und militärisches Denken soll wieder selbstverständlicher Teil des gesellschaftlichen Alltags werden.

Genau in diesem politischen Klima wird nun versucht, Veteran*innenkultur auch in Deutschland stärker zu etablieren. Dabei geht es aus unserer Sicht eben nicht nur um die individuelle Anerkennung ehemaliger Soldat*innen, sondern auch darum, Militär und Militarisierung gesellschaftlich aufzuwerten, das öffentliche Bild der Bundeswehr zu verbessern und langfristig gesellschaftlichen Rückhalt für Aufrüstung und Kriegspolitik zu schaffen.

Deutlich wird das auch in Baden-Württemberg. Hier organisieren nicht nur Reservistenverbände Veranstaltungen, sondern zunehmend auch Kommunen, Museen oder öffentliche Einrichtungen. Der Veteranentag wird mit Konzerten, Frühschoppen, Familienprogrammen, Fahrzeugausstellungen oder Kinderangeboten bewusst niedrigschwellig und volksfestartig inszeniert. In Unlingen werden beispielsweise Panzerfahrzeuge, Fallschirmabsprünge, Bundeswehr-Feldküche und Lasergewehrschießen für Kinder angeboten.

Wir als DFG-VK Baden-Württemberg sehen diese Entwicklung äußerst kritisch. Gerade mit der deutschen Geschichte halten wir es für gefährlich, Militär wieder stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und neue Formen von Heldenkult zu etablieren. Wir brauchen keine gesellschaftliche Gewöhnung an Militär, keine Verherrlichung soldatischer Rollenbilder und keine weitere Militarisierung des öffentlichen Lebens.

Dabei richtet sich unsere Kritik ausdrücklich nicht gegen einzelne Menschen, die traumatisiert, verletzt oder mit schweren Erfahrungen aus Bundeswehreinsätzen zurückkehren. Selbstverständlich müssen diese Menschen Unterstützung und medizinische Versorgung erhalten. Allerdings sehen wir das in allererster Linie als Verantwortung des Staates und der Bundeswehr selbst — nicht als Aufgabe öffentlicher Militärfeste oder gesellschaftlicher Heldeninszenierungen.

Trotzdem muss natürlich auch die Frage erlaubt sein, warum Menschen überhaupt Soldat*in werden wollen — also bereit sind, im Ernstfall andere Menschen zu töten oder selbst für nationale Interessen zu sterben. Gerade deshalb halten wir eine kritische gesellschaftliche Kontrolle des Militärs für notwendig. Die vielen Skandale in der Bundeswehr rund um Rechtsextremismus, Sexismus, rassistische Vorfälle und Gewaltfantasien zeigen immer wieder, dass bewaffnete Institutionen nicht automatisch demokratische Orte sind. Viel zu oft entsteht der Eindruck, dass manche Menschen dort vor allem von Gewalt, Waffen und patriarchaler und militärischer Machtstrukturen angezogen werden.

Unser Ziel ist nicht eine bessere Versorgung zukünftiger Kriegseinsätze, sondern eine Politik, die solche Einsätze gar nicht erst hervorbringt. Denn jeder verhinderte Krieg verhindert auch neue Tote, neues Leid, neue Traumata und neue Verstümmelungen.

Während vielerorts soziale Einrichtungen kaputtgespart werden, Kommunen unter Finanzdruck stehen und gesellschaftliche Konflikte zunehmen, werden gleichzeitig unbeschränkt Milliarden für Aufrüstung bereitgestellt und Militärpräsenz öffentlich immer mehr normalisiert. Wir brauchen deshalb keinen neuen Heldenkult, sondern mehr soziale Gerechtigkeit, Investitionen in Bildung und eine Politik ziviler Konfliktlösung.

Veranstaltungen zum Veteran*innentag in Baden-Württemberg 2026

13. Juni

·       Kehl – Veteranentag Ortenau, Marktplatz Kehl, 11–18 Uhr

·       Kehl – Wednesday Big Band Benefizkonzert, Badstraße 29, 19–21 Uhr

·       Vogtsburg – Veteranentag, Sportplatz Niederrottweil hinter der Mühle, 8:30–16:30 Uhr

·       Ludwigsburg – Infoveranstaltung Veteranentag, Garnisonsmuseum, Asperger Straße 52

·       Walddorfhäslach (Reutlingen) – Veteranen-Frühschoppen, 10–15 Uhr

14. Juni

·       Mannheim – Veteranentag / Empfang der Stadt Mannheim, Toulonplatz / Zeughaus, Florian-Waldeck-Saal

·       Filderstadt/ Stuttgart – Zweiter Nationaler Veteranentag, Philharmonie Filderstadt, Tübinger Straße, 16–18 Uhr

·       Unlingen – Veteran*innentag 2026 & 60 Jahre RK-Unlingen, Gemeindehalle Unlingen, Daugendorfer Straße 39, ab 8:30 Uhr

·       Gernsbach – Grillfest der Mitglieder mit Gästen, Veranstalter Bad Herrenalb, 12–20 Uhr

15. Juni

·       Laupheim – Veteranentag-Infostand, Walpertshofer Straße 13, 8–18 Uhr

·       Kirchheim unter Teck – Veteranentag, Teckkeller, Jesinger Straße 82, 12–17 Uhr

20. Juni

·       Niedereschach – Veteranentag, Eschachhalle, 10–18 Uhr

·       Linkenheim-Hochstetten – RAG-Sommerfest mit Drohnenvorführungen, 14–23 Uhr

21. Juni

·       Bad Krozingen – Veteranentag Markgräferland, Lammplatz, 11–17 Uhr

Unterstützt den Protest gegen die Militarisierung Deutschlands

Wir brauchen keine neuen Heldenkulte. Wir brauchen keinen Veteran*innentag. Was wir brauchen, sind Investitionen in soziale Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheitsversorgung und zivile Konfliktlösung — nicht immer neue Versuche, Militär wieder als normalen Bestandteil gesellschaftlichen Lebens zu etablieren.

In Mannheim ist bereits Protest angekündigt. Dort wird unter anderem das DFG-VK-Mobil mit dem zerbrochenen Gewehr präsent sein, anschließend ist eine Demonstration geplant. Vor Ort hat sich dafür bereits ein Bündnis zusammengeschlossen. Und auch an anderen Orten wird es hoffentlich Protest geben — wenn wir ihn gemeinsam organisieren.

Für die dezentralen Proteste gibt es inzwischen auch ein Banner mit dem Motto „Nein zum neuen Heldenkult – Nein zum Veteranentag“. Entstanden ist dieses Banner aus Überlegungen der Organisator*innen der Proteste gegen den Veteran*innentag im vergangenen Jahr in Karlsruhe. Aus dort übrig gebliebenen Geldern — unter anderem aus dem Verkauf von Orden und Solidaritätsmaterialien — kann nun über den DFG-VK-Shop ein Banner für künftige Proteste bestellt werden.

Menschen und Gruppen aus Baden-Württemberg können das Banner für die reinen Portokosten von 4,90 Euro beziehen. Die Bestellung soll dafür direkt per Mail an material@dfg-vk.de erfolgen und nicht über den Shop.

Unser Protest richtet sich nicht gegen einzelne Menschen. Aber wir wenden uns entschieden gegen den Versuch, Militär, Krieg und soldatische Rollenbilder wieder stärker gesellschaftlich zu normalisieren. Gerade mit der deutschen Geschichte halten wir das für einen brandgefährlichen Weg. Und wenn wir gleichzeitig auf die hohen Umfragewerte rechtsextremer Parteien schauen, wird diese Entwicklung noch deutlich bedrohlicher.

22 April, 2026

Keine Mittelstreckenwaffen. Nirgends!

In Deutschland droht die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen – mögliche Standorte sind Grafenwöhr und Wiesbaden. Was hier vorbereitet wird, ist eine sicherheitspolitische Eskalation mit enormen Risiken: Diese Waffen verkürzen Vorwarnzeiten drastisch und erhöhen die Gefahr eines militärischen Großkonflikts in Europa.

Doch nicht nur das Vorhaben selbst ist alarmierend – sondern auch, wie darüber entschieden wurde.
Diese weitreichende Entscheidung wurde ohne öffentliche Debatte, ohne breite parlamentarische Auseinandersetzung und ohne gesellschaftliche Beteiligung getroffen.

Das ist ein demokratischer Skandal.

Er zeigt, wie wenig Mitbestimmung gewollt ist, wenn es um „Kriegstüchtigkeit“ geht. Entscheidungen, die unser aller Sicherheit betreffen, werden im Hintergrund getroffen – an der Bevölkerung vorbei.
Diese Intransparenz hat einen Grund:
Mittelstreckenwaffen sind keine „normalen“ Waffen. Sie sind Teil einer militärischen Strategie, die im Ernstfall auch atomare Eskalation einschließt – und Deutschland zum möglichen Schauplatz eines solchen Konflikts macht.
Genau diese Realität soll nicht breit diskutiert werden.
Denn eine ehrliche Debatte würde dem Bild vom sauberen, coolen und gerechten Krieg widersprechen, das insbesondere die Bundeswehr für die Rekrutierung ihrer Soldat*innen nutzt.
Sie würde Ängste sichtbar machen – und Widerstand stärken.

Für uns ist klar:
Keine Mittelstreckenwaffen – weder in Grafenwöhr noch in Wiesbaden, weder in Deutschland noch in Europa.  

👉 Kommt zu den Protesten in Grafenwöhr und Wiesbaden am 30.05.2026 und unterstützt unsere Forderungen:

  • die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu unterbinden
  • das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen
  • das Projekt zur Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen (ELSA) zu stoppen
  • keine Tomahawk-Marschflugkörper und Abschussrampen von den USA zu kaufen
  • Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag und damit auch einen Abzug russischer Mittelstreckenwaffen wie der Oreschnik zu erreichen
  • die allgemeine gesellschaftliche Militarisierung und die Reaktivierung des Kriegsdienstzwangs zu stoppen
  • Kriege und Konflikte diplomatisch statt militärisch zu lösen
  • weltweit für eine sichere und friedliche Zukunft einzutreten und dabei auch mit den Staaten zusammenzuarbeiten, zu denen westliche Länder in machtpolitischer und/oder wirtschaftlicher Konkurrenz stehen

Ihr plant am 30.05. hinzufahren? Dann meldet euch bei uns:

Schreibt gerne eure geplante Anreise an unseren Geschäftsführer Jonas – wir versuchen, Fahrten zu bündeln und euch miteinander zu vernetzen. Gebt dabei bitte an, zu welcher der beiden Demonstrationen ihr fahren wollt.
Bildet Banden. Vernetzt euch. Werdet aktiv gegen Mittelstreckenwaffen in Deutschland und Europa.

Link zum Bündnissflyer (Druckvorlage)

12 Juni, 2025

Veteranentag? – Nein Danke. Wir feiern eure Kriege nicht

Im April 2024 beschloss der Deutsche Bundestag die Einführung eines bundesweiten „Veteranentags“ – mit dem erklärten Ziel, die Bundeswehr sichtbarer in der Gesellschaft zu verankern und Soldat*innen öffentlich zu ehren. Am 15. Juni 2025 soll dieser neue Gedenktag nun zum ersten Mal begangen werden – mit bundesweiten Veranstaltungen, organisiert vor allem durch den Reservistenverband und mit Unterstützung zahlreicher Kommunen.

Was auf den ersten Blick wie ein Kümmern um Kriegsverletzte daherkommt, ist in Wirklichkeit aber ein weiterer Schritt in der gezielten Militarisierung des öffentlichen Raums. Der Veteranentag ist kein neutraler Gedenktag – er ist politisches Signal, propagandistische Maßnahme und ein Instrument zur Schaffung einer Kriegstüchtigkeit. Für uns ist klar: Dieser Tag ist kein Anlass zur Anerkennung, sondern ein Anlass zum Protest.

Den Veteranentag braucht niemand

Für uns ist völlig klar: Ein Veteranentag ist kein Ausdruck von Dankbarkeit, sondern ein weiterer Schritt in die falsche Richtung – hinein in eine Gesellschaft, in der Militärisches immer normaler wird. Und das nicht zufällig, sondern mit voller Absicht. Während öffentlich über „Kriegstüchtigkeit“ und „wehrhafte Demokratie“ palavert wird, soll mit so einem Gedenktag der kulturelle Unterbau dafür gelegt werden: Paraden, Orden, Dankesworte – als wäre es ehrenvoll, gelernt zu haben, wie man effizient tötet.

Man verkauft uns diesen Tag als Zeichen der Fürsorge für ehemalige Soldat*innen. Klingt fürsorglich. Ist es aber nicht. Denn das Ganze ist vor allem eines: strategisch. Es geht um die „Imagepflege“ der Zeitenwende. Es geht darum, das Militär emotional aufzuwerten, damit es leichter fällt, Menschen dafür zu begeistern – oder wenigstens nicht mehr kritisch zu hinterfragen, wofür Milliarden ausgegeben werden. Töten und Sterben für Deutschland, soll glorifiziert werden.

Und damit sind wir beim eigentlichen Kern: Der Veteranentag ist Teil eines Teufelskreises. Mehr Militär führt nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu mehr Bedrohung. Je mehr wir aufrüsten, desto mehr fühlen sich andere bedroht. … Je mehr Kriegsfähigkeit wir aufbauen, desto mehr bereiten wir den nächsten Krieg mit vor – sei es aktiv (bewusst) oder passiv (unbewusst). Dieses Denken macht unsere Gesellschaft nicht sicherer, sondern gefährlicher.

Der Veteranentag ist Ausdruck dieses Irrwegs. Während in Pflegeeinrichtungen das Personal fehlt und der soziale Wohnungsbau zum Erliegen kommt, fließen Milliarden in Panzer, Raketen und Heldeninszenierung. Dass für Aufrüstung unbegrenzte Mittel („whatever it takes“) bereitstehen, aber bei Schulen, Kitas und Sozialleistungen der Rotstift angesetzt wird, sagt alles über die aktuelle Prioritätensetzung. Statt unsere Gesellschaft friedensfähig zu machen, wird sie kriegsbereit gemacht – und das mit vollem politischen Kalkül.

Wir sagen: Schluss mit diesem sicherheitsgefährdenden Militarisierungskurs. Wir brauchen keine neuen Heldenepen, sondern menschenwürdige Lebensverhältnisse. Keine Paraden, sondern Pflegepersonal. Keine Veteranenorden, sondern Wohnungen. Und vor allem: keine weiteren Schritte in eine Richtung, die uns weiter weg vom Frieden und näher an den nächsten Krieg bringt.

Gegenprotest und „Veranstaltungshinweise“

Am 15. Juni gibt es in Baden-Württemberg glücklicherweise nicht nur Uniformen, sondern auch Widerstand. Zwei zentrale Gegenveranstaltungen setzen klare Zeichen gegen den neuen Veteranentag – bunt, laut, entschlossen und friedenspolitisch durchdacht. Die DFG-VK ist dabei selbstverständlich mit einigen Regionalgruppen und dem Landesverband aktiv beteiligt.

In Karlsruhe findet ab 10 Uhr der friedenspolitische Aktionstag auf dem Schlossplatz statt. Ursprünglich war er als Reaktion auf eine groß angekündigte Bundeswehr-Veranstaltung des Reservistenverbands geplant – die dann überraschend abgesagt wurde. Ein Erfolg? Zumindest kein Zufall. Fest steht: Unser Protest steht – mit Redebeiträgen, Infoständen, kreativen Aktionen und klarer Haltung.

Ein besonderer Programmpunkt des Aktionstags ist die symbolische Auszeichnung von Kriegsdienstverweiger*innen. Statt Orden für Gefechte gibt es hier Anerkennung für Gewissensentscheidungen. Menschen, die sich dem Kriegsdienst verweigert haben – ob einst im Zivildienst, durch Totalverweigerung oder auch zukünftig durch eine bewusste Entscheidung gegen das Militär –, bekommen auf kreative Weise den Respekt, den sie verdienen. Kleine bunte Tafeln mit der Aufschrift „Kriegsdienstverweigerin“ sollen sichtbar machen, wer sich aktiv dem Militär verweigert hat oder verweigern will, und zugleich ein Gegennarrativ zur offiziellen Veteranenehrung liefern. Wenn schon Held*innen, dann bitte Held*innen des Friedens – nicht des Krieges. Mehr Infos zum friedenspolitischen Aktionstag in Karlsruhe hier.

In Mannheim ruft ein breites Bündnis zur Protestkundgebung auf dem Toulonplatz auf. Dort, wo die Bundeswehr in Kooperation mit der Stadt ein staatlich gestütztes Gedenken an militärische Einsätze abhalten will, setzen wir unsere pazifistische Alternative entgegen. Mit Transparenten, Redebeiträgen, Infostand und Entschlossenheit machen wir klar: Wer Frieden will, darf Militarisierung nicht durchwinken – weder schweigend noch widerwillig. Mehr Infos zum Protest in Mannheim hier.

Neben diesen beiden zentralen Veranstaltungen finden am 15. Juni laut Reservistenverband insgesamt neun Veteranentags-Events in Baden-Württemberg statt. An sieben Orten – Breisach am Rhein, Offenburg, Filderstadt, Lenzkirch-Kappel, Reutlingen, Sigmaringen und Müllheim – sind bislang keine organisierten Gegenproteste angekündigt. Das heißt aber nicht, dass dort nichts möglich wäre. Spontane Mahnwachen, kreative Aktionen, stille Präsenz: Alles, was dem kriegerischen Normalzustand einen friedlichen Störimpuls entgegensetzt, ist willkommen. Wer also Lust hat, dem Veteranentag auch an anderen Orten in Baden-Württemberg die Stirn zu bieten – tut euch zusammen, zeigt euch, seid Sand im Getriebe.

28 Mai, 2025

Kein Veteranentag! – Für eine friedensfähige Gesellschaft statt Kriegstüchtigkeit

Am 15. Juni 2025 soll erstmals bundesweit ein offizieller Veteranentag in Deutschland stattfinden – nach dem Vorbild der USA. Dieser Tag soll aktive und ehemalige Soldaten ehren und militärisches Engagement öffentlich würdigen.

Doch wir – die DFG-VK Baden-Württemberg – sagen klar:

Dieser Tag ist kein Fortschritt, sondern ein gefährlicher Rückschritt. Als Pazifist*innen stehen wir für eine Gesellschaft, in der Konflikte ohne Gewalt gelöst werden. Unsere Haltung ist klar: Frieden schaffen ohne Waffen! Friedensfähig statt kriegstüchtig!

Warum wir den Veteranentag ablehnen:

  • Verklärung von Kriegseinsätzen: Der Veteranentag soll Soldat*innen ehren – ungeachtet der politischen, ethischen oder völkerrechtlichen Fragwürdigkeit ihrer Einsätze.
  • Normalisierung von Militarismus: Die öffentliche Präsenz des Militärs wird weiter ausgebaut, während kritische Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt verdrängt wird.
  • Unsichtbarkeit der Opfer: Zivilist*innen, Kriegsversehrte und Traumatisierte bleiben in der offiziellen Darstellung unberücksichtigt.
  • Gefährlicher Rückschritt:
    Deutschland war einst eine zutiefst militarisierte Gesellschaft. Erst die beispiellosen Verbrechen der NS-Zeit führten zu einer bewussten Abkehr von Militarismus. Ein offizieller Veteranentag ist für uns ein Schritt zurück in diese dunklen Zeiten – hin zu einer Gesellschaft, in der Krieg wieder als normal und notwendig gilt. Dagegen setzen wir unsere Verantwortung für Frieden, Menschenrechte und Völkerrecht.

Gemeinsam gegen die Militarisierung – Bündnisse bilden!

Der Veteranentag ist Teil einer umfassenden Strategie zur Aufrüstung und gesellschaftlichen Militarisierung. Doch wir sind viele, die sich dagegenstellen!

👉 Deshalb unser Aufruf:

Bildet lokale und regionale Bündnisse! Viele Initiativen, Gruppen und Organisationen – von Gewerkschaften über Umweltgruppen bis hin zu Jugendverbänden – teilen unsere Kritik. Zusammen können wir kraftvoll und sichtbar auftreten!

Veranstaltungen & Proteste in Baden-Württemberg

Rund um den 15. Juni 2025 sind in Baden-Württemberg mehrere Veranstaltungen des Reservistenverbands geplant. An diesen Orten sollten wir als Friedensbewegung deutlich Präsenz zeigen – friedlich, kreativ und solidarisch:

📍 Karlsruhe – Unsere landesweite Hauptveranstaltung gegen den Veteranentag! Ein großer, friedenspolitischer Aktionstag im breiten Bündnis wird zeigen: Nicht Militarisierung und Aufrüstung schützen uns – sondern Frieden, Gewaltfreiheit und das Festhalten an Menschen- und Völkerrecht!

📍 Offenburg – Erste Proteste entstehen bereits. Unterstützt die lokalen Initiativen!

📍 Lenzkirch – Veranstaltung des Reservistenverbands angekündigt, bislang kein Protest bekannt– jetzt aktiv werden!

📍 Breisach – Auch hier findet eine Reservistenveranstaltung statt. Präsenz der DFG-VK und anderer Friedensgruppen ist nötig!

📍 Bruchsal – Eine weitere Veranstaltung, gegen die sich Widerstand formieren sollte. Zeigen wir, dass Militarisierung keine Zustimmung findet!

📍 Mannheim – Voraussichtlich wird auch hier eine Veranstaltung stattfinden. Ein lokales Bündnis könnte sich noch kurzfristig bilden – bitte aktiv unterstützen!

Unterstützung für euren Protest

Die DFG-VK Baden-Württemberg steht euch zur Seite, wenn ihr Proteste und Aktionen plant:

✅ Anpassbare Flyer

✅ Plakate gegen den Veteranentag

✅ Aktionsideen und Beratung

✅ Vernetzung mit Gruppen vor Ort

📩 Kontakt: ba-wue@dfg-vk.de

Lasst uns gemeinsam laut werden: Gegen Militarismus – für Frieden, Abrüstung und gewaltfreie Konfliktlösung!

Frieden schaffen ohne Waffen – friedensfähig statt kriegstüchtig.

Zum Karlsruher Flyer gegen den Veteranentag

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