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Pax Christi

16 Juli, 2026

Ulli-Thiel-Friedenspreis 2026: Wenn Kinder uns zeigen, wie Frieden geht

Es gibt Termine im Jahr, auf die wir uns als DFG-VK Baden-Württemberg ganz besonders freuen. Die Verleihung des Ulli-Thiel-Friedenspreises gehört ohne Zweifel dazu. Denn kaum eine Veranstaltung macht so viel Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft wie dieser Wettbewerb, bei dem Kinder und Jugendliche ihre Gedanken, Ideen und Visionen für Frieden und gewaltfreies Zusammenleben einbringen.

Unter dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ wurden am 26. Juni 2026 im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart bereits zum siebten Mal Schülerinnen und Schüler für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Das Motto geht auf den Friedensaktivisten und Namensgeber des Preises Ulli Thiel zurück und hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Schon Stunden vor Beginn herrschte geschäftiges Treiben. Das Team der den Preis ausrichtenden Organisationen war früh vor Ort, um gemeinsam die letzten Vorbereitungen zu treffen. Technik wurde aufgebaut, die Ausstellung der eingereichten Arbeiten im Lichthof gestaltet und die Preisverleihung vorbereitet.

Selbst ein kurzfristiger Stromausfall in der Stuttgarter Innenstadt konnte die gute Stimmung nicht trüben. Besonders beeindruckt hat uns dabei die Ruhe und Professionalität des Teams vom Haus der Katholischen Kirche. Trotz großer Hitze blieb alles entspannt und lösungsorientiert. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Für das ausgezeichnete Catering, das die Gäste während des Nachmittags versorgte, gilt unser Dank ebenso den beteiligten Caterer*innen.

Nach und nach trafen die ersten Schulklassen ein. Einige probten noch ihre musikalischen Beiträge, andere bauten Präsentationen auf oder bereiteten die Vorstellung ihrer Arbeiten vor. Im Lichthof entstanden viele Gespräche zwischen Schülerinnen, Lehrkräften, Eltern, Gästen und den Vertreterinnen der veranstaltenden Organisationen. Diese Begegnungen sind ein wichtiger Teil des Ulli-Thiel-Friedenspreises. Bewusst möchten wir dabei nicht nur auszeichnen, sondern mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen, ihre Gedanken kennenlernen und erfahren, wie sie auf die Welt blicken. Bei Getränken und kleinen Snacks konnten die ausgezeichneten Werke betrachtet werden, bevor die eigentliche Preisverleihung begann.

Und dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten.

Wer dabei war, wird die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen nicht so schnell vergessen. Wenn Grundschülerinnen und Grundschüler ihre Friedensideen vorstellen und darüber sprechen, was sie selbst für ein gutes und friedliches Leben brauchen, wenn selbstgeschriebene Lieder gesungen oder Kunstwerke erklärt werden, dann wird deutlich, wie viel Kreativität, Mitgefühl und Nachdenklichkeit in der jungen Generation steckt. Oft sind es gerade die einfachen Gedanken und Botschaften, die besonders berühren und auf die wir Erwachsenen selbst nicht gekommen wären. Vielleicht sollten wir tatsächlich häufiger den Kindern zuhören, wenn wir über Frieden sprechen.

Genauso bewegend waren die Beiträge älterer Schülerinnen und Schüler. In Poetry-Slams, Liedern, Wortbeiträgen und Kunstprojekten formulierten sie ihre Kritik an Ausgrenzung, Ungerechtigkeit, Krieg und den politischen Verhältnissen unserer Zeit. Dabei verbanden sie Fragen von Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz miteinander. Es ist beeindruckend und oft auch augenöffnend zu erleben, mit welcher Klarheit junge Menschen gesellschaftliche Missstände benennen und zugleich den Mut haben, Hoffnung und Veränderung einzufordern.

Insgesamt wurden in diesem Jahr mehr als 60 Arbeiten von 28 Schulen eingereicht. Die Jury zeichnete 14 Beiträge aus und vergab zusätzlich zehn Anerkennungspreise. Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt Kyra Brand vom Nellenburg-Gymnasium Stockach für ihre berührende Geschichtensammlung „Geschichten eines Kindes“. Darin schildert sie die Schrecken des Krieges aus der Perspektive von Kindern und macht eindrucksvoll deutlich, dass junge Menschen oft die größten Leidtragenden bewaffneter Konflikte sind.

Die weiteren ausgezeichneten Arbeiten zeigten, wie vielfältig Kinder und Jugendliche sich dem Thema Frieden nähern. Friedensspiele, Kunstwerke, Lieder, Gedichte, Geschichten und Gemeinschaftsprojekte machten deutlich, dass Frieden weit mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Frieden entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, zuhören, respektvoll miteinander umgehen und sich für andere einsetzen.

Für alle teilnehmenden Schulen, Klassen und Gruppen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Themen Krieg, Frieden und Gewaltfreiheit weiter zu vertiefen. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen bieten wir an, Schulen zu besuchen und mit Schülerinnen und Schülern über Friedenspolitik, Kriegsdienstverweigerung, Konfliktlösung und gewaltfreie Alternativen zu Krieg zu sprechen. Interessierte Schulen können sich hierfür gerne an den Landesverband der DFG-VK Baden-Württemberg wenden.

Im Rahmen der Preisverleihung hielt auch Bischof Dr. Klaus Krämer eine Laudatio und würdigte das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die Worte von Sonnhild Thiel, der Ehefrau des verstorbenen Namensgebers des Preises. Sie gab den jungen Menschen einen Satz mit auf den Weg, der gerade in den heutigen Zeiten aktueller kaum sein könnte:

„Folgt nie einem Befehl, informiert euch, denkt selbst nach und entscheidet freiwillig nach eurem Gewissen und nach den Prinzipien der Menschenrechte.“

Der Preis trägt den Namen von Ulli Thiel (1943–2014). Er war Sonderpädagoge, Friedensaktivist, langjähriger Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg, in der GEW engagiert und den Kirchen eng verbunden. Als Mitinitiator der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm im Jahr 1983 prägte er die Friedensbewegung in Baden-Württemberg nachhaltig. Von ihm stammt der Satz „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zum Motto des Wettbewerbs wurde. Dass heute kirchliche Organisationen, Friedensgruppen und Bildungsverbände gemeinsam diesen Preis vergeben, spiegelt auch das wider, wofür Ulli Thiel selbst stand: die Zusammenarbeit unterschiedlicher Menschen und Organisationen für eine friedliche und gerechte Gesellschaft.

Für uns als DFG-VK Baden-Württemberg war dieser Nachmittag vor allem eines: eine Erinnerung daran, warum sich Friedensarbeit lohnt. Während vielerorts über Aufrüstung, Abschreckung und Kriegstüchtigkeit diskutiert wird, zeigen Kinder und Jugendliche, dass es auch andere Perspektiven gibt – Perspektiven, die von Mitgefühl, Kreativität, Menschlichkeit und dem Wunsch nach einer friedlicheren Welt geprägt sind.

Deshalb möchten wir allen danken, die den Ulli-Thiel-Friedenspreis möglich machen: den beteiligten Organisationen, den vielen Ehrenamtlichen, den Jurymitgliedern, den Lehrkräften, die das Thema Frieden in ihre Schulen tragen, und natürlich den Eltern, die ihre Kinder dabei unterstützen.

Vor allem aber danken wir den Schülerinnen und Schülern selbst. Sie sind das Herz dieses Wettbewerbs. Ihre Arbeiten zeigen, dass Friedensbildung wirkt und dass die Idee „Frieden schaffen ohne Waffen“ auch mehr als vierzig Jahre nach ihrer Formulierung nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Für uns ist dieses Motto weit mehr als ein Slogan. Denn nur ohne Waffen und nur durch Gewaltfreiheit kann der eskalative Spiralcharakter von Gewalt und Krieg durchbrochen werden.

Wer die ausgezeichneten Arbeiten selbst entdecken möchte, findet sie auf der Homepage des Ulli-Thiel-Friedenspreises. Ein Besuch lohnt sich. Die Beiträge zeigen eindrucksvoll, wie junge Menschen heute über Frieden, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung nachdenken.

Dokumentation der Friedenspreise

Wir hoffen, dass sich im kommenden Wettbewerbsjahr noch mehr junge Menschen beteiligen und ihre Ideen für eine friedliche Zukunft einreichen. Denn eine demokratische und friedliche Gesellschaft entsteht nicht von selbst – sie wächst dort, wo Menschen lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Und genau das konnten wir an diesem wunderbaren Nachmittag in Stuttgart erleben.

Besonders bedanken möchten wir uns zum Schluss bei Ruth Scheel, die den Ulli-Thiel-Friedenspreis für die DFG-VK Baden-Württemberg betreut. Wir glauben, sagen zu dürfen, dass sie weit darüber hinaus auch diejenige ist, die mit großem Engagement, viel Herz und einem bemerkenswerten Organisationstalent dafür sorgt, dass dieser Preis Jahr für Jahr so liebevoll gestaltet wird, weiterwächst und immer mehr junge Menschen erreicht.

Alle Fotos von Peter Axmann ©

27 Juni, 2026

PM: KYRA BRAND AUS DEM NELLENBURG GYMNASIUM STOCKACH ERHÄLT DEN ULLI THIEL FRIEDENSPREIS 2026

KYRA BRAND AUS DEM NELLENBURG GYMNASIUM STOCKACH
ERHÄLT DEN ULLI THIEL FRIEDENSPREIS 2026

Der „Ulli-Thiel-Friedenspreis“ für Schüler:innen in Baden-Württemberg wurde zum siebten Mal verliehen und stärkt die Friedensbildung an Schulen. Dies wurde bei der Preisverleihung am 26. Juni 2026 im Haus der katholischen Kirche in Stuttgart deutlich.

Es gab mehr als 60 Einsendungen von 28 verschiedenen Schulen. Insgesamt wurden dieses Jahr 14 Beiträge ausgezeichnet. Darunter waren vielfältige kreative und literarische Arbeiten, die von hohem Engagement zeugen. Die Jury hatte daher eine schwierige Entscheidung zu treffen. Deshalb entschied sie sich, noch zehn Anerkennungspreise zu verleihen.

Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt Kyra Brand für ihre „Geschichten eines Kindes“.

Kyra Brand besucht die Kursstufe 1 des Nellenburg-Gymnasiums in Stockach. In ihrer Geschichtensammlung setzt sie sich damit auseinander, dass Kinder am schlimmsten von Kriegen betroffen sind. Sie schreibt in ihrer Bewerbung: „Ich wollte nicht einfach nur über den Frieden schreiben, sondern vielmehr auch den Horror und die Schrecken des Krieges aus der Perspektive eines Kindes darstellen. Damit endlich Frieden entstehen kann“. Es sind Geschichten, die unter die Haut gehen und berühren.

Die weiteren Preise, jeweils mit 150 Euro dotiert, gehen an 13 unterschiedliche Schulen. Mal sind es Einzelpreise, wie für Lennox Ahlskog vom Isolde-Kurz-Gymnasium Reutlingen, dessen Bild eine Rakete in einem Käfig zeigt. Seine Aussage dazu: „Wer Frieden will, muss umdenken.“ Friedensspiele, die die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema fördern, wurden von Schüler:innen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Weinheim und der Gewerblichen Schule in Schwäbisch Hall entwickelt.

Die Arbeiten der Steinlachschule Mössingen zeigen, dass Frieden bunt und kreativ ist. Die Klasse zeichnete in Anlehnung an James Rizzi friedvolle Städte. Die Kunst-AG der Lindenrain-Schule Ebhausen stellte Friedenssymbole aus Ytong her und machte sich zu ihrer Bedeutung Gedanken. Lieder gegen den Krieg und für den Frieden wurden von einer Klasse der Erich-Kästner-Realschule Offenburg und der Song-AG des Hohenstaufen-Gymnasium Göppingen eingereicht. Die Frage „Was braucht ein Kind?” versuchten Grundschüler:innen der Grundschule Kreuzäcker und der Sonnenhofschule Schwäbisch Hall in einem kleinen Büchlein darzustellen. Ebenso ausgezeichnet wurden beeindruckende Texte oder Gedichte, eingereicht von der Hilde-Domin-Schule Herrenberg, der Europäischen Schule Karlsruhe, dem Schlossgymnasium Künzelsau und Fanny Rupel aus dem Suso-Gymnasium Konstanz.

Bischof Dr. Klaus Krämer hielt die Laudatio: „Eure Arbeiten sind für mich und viele Menschen ein Zeichen der Hoffnung, da sie zeigen, dass jede und jeder etwas für den Frieden tun kann. Sie geben jedem Menschen den Impuls mit, dass es sich lohnt, die Chance auf Mitgestaltung eines friedlichen Zusammenlebens zu ergreifen. Ihr seid damit auch Vorbilder für andere, auch über eure Schule hinaus.“ Damit wurde die Wertschätzung dieser Arbeiten deutlich.

Sonnhild Thiel, Ehefrau des verstorbenen Namensgebers des Preises, betonte in ihrer Rede: „Folgt nie einem Befehl, informiert euch, denkt selbst nach und entscheidet freiwillig nach eurem Gewissen und nach den Prinzipien der Menschenrechte.“

Die neue Ausschreibung für den Wettbewerb 2026/ 27 startet am Weltfriedenstag, 21. September 2026.

Zum Hintergrund:

Der Preis wird von der Evangelischen Landeskirche in Baden, der DFG-VK Baden-Württemberg, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), „pax an!“ – Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und Völkerverständigung, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und pax christi Freiburg und Rottenburg-Stuttgart ausgelobt.

Ulli Thiel (1943 – 2014) war Sonderschullehrer, Friedensaktivist und Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm 1983, der bislang

größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland. Von ihm stammt der Spruch „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zum Motto des Preises geworden ist.

11 März, 2026

80 Jahre UNO – Auslaufmodell oder Schlüssel zu Frieden und Menschenrechten

08. Apr 2026 – 19:00 Uhr , Haus der Kath. Kirche, Königstr. 7, Stuttgart

Vortrag und Diskussion mit Andreas Zumach, freier Journalist zu Themen der UNO und der internationalen Politik.

Hier finden Sie den Einladungsflyer zur Veranstaltung mit Andreas Zumach. Reichen Sie ihn gerne an Interessierte in Ihrem Umfeld weiter.

Nach dem tiefen Zivilisationsbruch der Jahre 1933-1945 wurde am 24. Oktober 1945 in der Gründungscharta der Vereinten Nationen (UN) das zwischenstaatliche Gewaltverbot als verbindliches Völkerrecht verankert. Und mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wurden erstmals in der Geschichte individuelle Menschenrechte definiert und mit universeller Gültigkeit für alle, inzwischen 193, Staaten vereinbart.

80 Jahre später sind diese zivilisatorischen Fortschritte bedroht wie nie zuvor. Die Normen des Völkerrechts werden immer häufiger verletzt und zunehmend unverhohlener in Frage gestellt – zuletzt auch von der deutschen Regierung (zum Krieg in Gaza). Die UN ist in Folge von offener Obstruktion und mangels politischen und finanziellen Engagements ihrer Mitgliedsstaaten immer weniger in der Lage, ihre in der Charta von 1945 beschlossenen Kernaufgaben – Frieden, Menschenrechte und Entwicklung für alle BewohnerInnen dieser Erde – wahrzunehmen. Präsident Trump verschärft den Kurs gegen die UNO: mit seiner privaten Parallelorganisation „Board of Peace“ („Friedensrat“) will er offenbar die UNO zerstören; Grönland will er unter Missachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker übernehmen.

Die seit den 1970er Jahren entstandene und für die internationale Sicherheit so wichtige Architektur bilateraler und multilateraler Rüstungskontroll- und Abrüstungsabkommen ist weitgehend zerstört. Zugleich erreichen die weltweiten Militärausgaben seit 2020 immer neue Rekordhöhen. Waren die letzten acht Jahrzehnte nur eine Schönwetterperiode, nur eine Zwischenkriegszeit wie die Jahre zwischen 1919 und 1939? Oder können die 1945 ff. vereinbarten völkerrechtlichen und menschenrechtlichen Normen noch gerettet werden?

Andreas Zumach ist Freier Journalist zu Themen der UNO und der internationalen Politik. Er war 1988 bis 2020 Korrespondent aus dem Palais des Nations, Genf. 1997 wurde er mit dem Goldpreis des Verbandes der UN-Korrespondenten in New York (UNCA) für die beste Berichterstattung über die UN ausgezeichnet, 2009 mit dem Göttinger Friedenspreis.

Diese Veranstaltung wird in Kooperation von Die AnStifter mit dem Katholischen

Bildungswerk, pax christi Rottenburg-Stuttgart, Ohne Rüstung Leben und DFG-VK angeboten.

April 8 @ 19:00 – 21:00

DFG-VK Stuttgart

Haus der katholischen Kirche

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9 Februar, 2026

Speyer: Einführung der Wehrpflicht – ohne uns!

Februar 26 @ 19:00 – 21:00

„Der Krieg kann nur auf eine einzige Weise verhindert werden:

durch die Weigerung der Menschen, in den Krieg zu gehen.“

— Albert Einstein

Wenn Politik wieder über Wehrpflicht, Musterung und „Kriegstüchtigkeit“ spricht, sind das die entscheidenden Fragen:

👉 Muss ich mich mustern lassen?

👉 Muss ich zum Militär?

👉 Welche Rechte habe ich?

👉 Was kann ich tun, wenn ich nicht töten will – oder auch nicht getötet werden?

Genau darum geht es bei dieser Veranstaltung:

📍 Info & Diskussion zur Wehrpflicht

🗓 26. Februar, 19:00 Uhr

📌 Naturfreundehaus Speyer, Geibstraße 1

Mit Jonas Fehrenbach, Geschäftsführer des Landesverbands Baden-Württemberg der DFG-VK,

und Gabi Weiland von der DFG-VK Mannheim-Ludwigshafen.

Es geht um Information statt Angstmache.

Um Rechte statt Befehle.

Und um das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung.

Denn:

Nein zu sagen ist kein Verbrechen.

Es ist ein Menschenrecht.

Und gerade jetzt wichtiger denn je.

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17 September, 2025

Der „ULLI-THIEL-FRIEDENSPREIS“ geht in die siebte Runde – Die Pressemitteilung dazu

Zum Weltfriedenstag am 21. September 2025

Ulli-Thiel-Friedenspreis „Frieden schaffen ohne Waffen“ für Schulen in Baden-Württemberg 2025/26

1981 wurde von der UNO Generalversammlung beschlossen, den 21. September als Weltfriedenstags zu begehen. An diesem Tag startet der Ulli-Thiel-Friedenspreis für Schüler*innen, Lehrkräfte und Schulen in Baden-Württemberg im Schuljahr 2025/26. Der Wettbewerb wird zum siebten Mal angeboten und richtet sich an Einzelpersonen, Klassen, Arbeitsgruppen und Schulen aller Alters- und Klassenstufen. Für den Preis kann ein Friedensthema aus den baden-württembergischen Bildungsplänen gewählt werden. Das Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ sollte in den Beiträgen deutlich werden. Es können Arbeiten in Form von Bildern, Plakaten, Kunstwerken, Collagen, Videos, Audiodateien, Projekten, Gedichten, Texte, Songs u.a. von Schüler*innen mit Unterstützung ihrer Lehrkräfte eingereicht werden.

Die Veranstalter, die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Landesverband Baden-Württemberg, die Evangelische Landeskirche in Baden, pax an! – Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und Völkerverständigung, pax christi Baden-Württemberg, die Evangelische Landeskirche in Württemberg und die GEW Baden-Württemberg möchten mit dem Preis die Friedensbildung an den Schulen weiter stärken.

Im sechsten Jahr der Preisverleihung beteiligten sich 27 Schulen mit insgesamt 55 Arbeiten. Bei der Preisverleihung am 11. Juli 2025 in Karlsruhe erhielt die Gewerbliche Schule Schwäbisch Hall mit ihrem Friedenskalender den mit 500€ dotierten ersten Preis. Es gab ebenso erste und weitere Preise für Kunst und Literatur,sowie zum ersten Mal Preise für Schulprojekte. Auch zwei Grundschulen beteiligten sich und zeigten mit einem Theaterstück sowie der künstlerischen Gestaltung einer Wand im Eingangsbereich der Schule wie sehr sie sich mit dem Thema Frieden auseinandergesetzt hatten.

Der Namensgeber Ulli Thiel (1943 – 2014) war Sonderschullehrer an der Erich-Kästner-Schule für hör- und sprachgeschädigte Kinder und Jugendliche in Karlsruhe. Er war jahrzehntelang mit seiner Frau Sonnhild aktiv in der Friedensbewegung, insbesondere in der DFG-VK. Außerdem engagierte er sich in der Friedensarbeit der Badischen Landeskirche und wirkte viele Jahre im Beirat der Arbeitsstelle Frieden mit. Er war Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm 1983, der größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland mit 400.000 Menschen.

Die Einsendungen können mit einer kurzen Beschreibung per Mail: Friedenspreis-utfp@posteo.de eingereicht werden oder per Post an: Ulli-Thiel-Friedenspreis, Holderstraße 16, 73779 Deizisau.

Einsendeschluss ist der 27.März 2026. Es werden wieder mehrere Preise ausgelobt, der 1. Preis mit 500 €.

Die Preisverleihung wird am 26. Juni 2026 stattfinden. Alle Infos unter: www.ulli-thiel-Friedenspreis.de

Bildrechte bei Peter Axmann und der DFG-VK

14 Juli, 2025

DIE GEWERBLICHE SCHULE SCHWÄBISCH HALL ERHÄLT DEN ULLI-THIEL-FRIEDENSPREIS 2025

Der „Ulli-Thiel Friedenspreis“ für Schüler:innen in Baden-Württemberg erfreute sich zum sechsten Mal in Folge großer Beliebtheit und stärkt die Friedensbildung an Schulen. Das wurde bei der 6. Preisverleihung am 11. Juli 2025 im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe deutlich. Aus allen Schularten kamen insgesamt 50 Einsendungen. Dieses Jahr wurden insgesamt 13 Beiträge ausgezeichnet, darunter vielfältige kreative Arbeiten, die von hohem Engagement zeugen, so dass die Jury eine herausfordernde Aufgabe hatte.


Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt die Gewerbliche Schule Schwäbisch Hall

Die Schüler:innen der Klasse AVD3 Vorqualifizierung Arbeit und Beruf gestalteten einen Friedens-Kalender. „Ich bin die Taube, die ihr Nest verlassen hat, und zum Frieden geflogen ist“, beschrieb ein Schüler aus Afghanistan seine Holzstift-Zeichnung einer Taube, die aus einer offenen Hand der Sonne entgegenfliegt. Und ein Schüler aus der Ukraine malte mit Bleistift seine Metapher eines Handschlags, der eine Brücke zum Frieden wird. Die Klasse besteht aus jungen Männern aus acht verschiedenen Nationen. Jeder Monat wurde von einem anderen Schüler künstlerisch mit verschiedenen Techniken gestaltet und mit einem Text zu seinen persönlichen Gedanken zum Thema Frieden versehen. Der Kalender wurde in einer kleinen Auflage gedruckt und in der Schule an vielen Stellen aufgehängt. Mit großer Freude nahmen die Schüler aus Schwäbisch Hall und ihr Lehrer Stefan Hartelt, der schon seit mehreren Jahren Arbeiten zum Ulli-Thiel-Friedenspreis einreicht, den Preis entgegen.


Den ersten Preis in der Kategorie Kunst erhielt Jule Hambrecht vom Schlossgymnasium in Künzelsau für ihr plastisches Kunstwerk unserer zerstörten in Scherben liegenden Welt und der dazugehörigen Bildbeschreibung, die davon spricht, wo Menschen trotz allem Hoffnung finden.


In der Kategorie Literatur ging der erste Preis an Lia Poth vom Heisenberg- Gymnasium in Bruchsal. Sie hat sich in einem Poetry-Slam Gedanken dazu gemacht, dass Frieden nicht durch Waffen, sondern durch Kommunikation und Haltung erreicht werden kann.


In der in diesem Jahr neu definierten Kategorie Schulprojekte erhielt die Verbundschule Neckarsulm den ersten Preis. Die Schüler:innen haben ein Buch vom Frieden erdacht, das Stimmen zum Frieden aus der Schüler- und Lehrerschaft, aber auch aus der Politik, darunter von Landes-Bildungsministerin Theresa Schopper und Bundeskanzler Friedrich Merz, versammelt. Das Buch wird auf einem eigens dafür hergestellten Olivenholztisch im Eingangsbereich der Schule ausgestellt.


Zwei Grundschulen aus Stuttgart teilen sich den Grundschulpreis: Die Falkert-Grundschule hat ein herausragendes Theaterstück nach dem Bilderbuch „Das Sonnenblumenschwert“ eingereicht, die Wilhelm-Hauff-Grundschule eine Collage aus 40 Einzelarbeiten, die am Haupteingang des Schulhauses angebracht wurde.


Weitere Auszeichnungen gingen an das Schlossgymnasiums Künzelsau, das Heisenberg- Gymnasium Bruchsal, das Gymnasium Karlsruhe Neureut, die Lindenrainschule Ebhausen, die Schule beim Jakobsweg der Paulinenpflege in Winnenden und das Nellenburg-Gymnasium in Stockach. Auch 7 Anerkennungspreise und 2 Buchpreise wurden vergeben. Alle anderen Teilnehmer:innen erhalten eine Urkunde.


Prälatin Heide Reinhard hielt die Laudatio. Sie zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und der Kreativität der eingereichten Arbeiten und dem Mut der Schüler:innen mit ihren Werken beherzt für den Frieden einzutreten.


Sonnhild Thiel, Ehefrau des verstorbenen Namensgebers des Preises, betonte in ihrer Rede die Hoffnung, die die Preisträger*innen ausstrahlen, und ermutigte sie: „Lasst euch nichts weiß machen und seht nicht schwarz. Achtet auf die Grautöne, füllt diese mit Farbe, denn das Leben ist bunt und Leben heißt hoffen. Ihr habt euer Leben vor euch und ihr wollt leben. Das macht mir Mut, dafür dank ich euch.“


Die neue Ausschreibung für den Wettbewerb 2025 / 26 startet am Weltfriedenstag, 21. September 2025.

Zum Hintergrund:

Der Preis wird von der Evangelischen Landeskirche in Baden, der DFG-VK Baden-Württemberg, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), „pax an!“ – Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und Völkerverständigung, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und pax christi Freiburg und Rottenburg-Stuttgart ausgelobt.

Ulli Thiel (1943 – 2014) war Sonderschullehrer, Friedensaktivist und Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm 1983, der bislang größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland. Von ihm stammt der Spruch „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zum Motto des Preises geworden ist.

Weitere Impressionen von der friedlichen, fröhlichen und für uns rührenden Preisverleihung. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Danke an alle Teilnehmenden

7 Juli, 2025

Ankündigung Verleihung Ulli-Thiel-Friedenspreis

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