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Palästina

4 Mai, 2026

Karlsruhe: „Parents Circle — Families Forum –  Trauernde Israelis und Palästinenser:innen für Frieden“

Mai 11 @ 18:00 – 21:00

Parents Circle — Families Forum
 Trauernde Israelis und Palästinenser:innen für Frieden

Tollhaus, Alter Schlachthof 35, 76131 Karlsruhe

Laila al-Sheikh, palästinensisches Mitglied

Michal Halev, israelisches Mitglied

Seit über 30 Jahren arbeiten israelische und palästinensische Familien im Parents Circle — Families Forum zusammen, die durch Gewalt, Terror und Krieg Angehörige verloren haben. Trotz ihres tiefen persönlichen Leids setzen sie sich konsequent für Dialog, Verständigung und ein Ende der Gewalt ein.

Statt Hass wählen sie den gemeinsamen Weg der Trauer. Ihr Anliegen ist nicht Vergebung, sondern die Transformation von Schmerz in Hoffnung — und die Überzeugung, dass Frieden nur durch gegenseitiges Zuhören und Anerkennen möglich ist.

Der Parents Circle wurde 1995 gegründet und ist ungeachtet aller Eskalationen bis heute aktiv. Nach dem Hamas-Massaker an israelischen Zivilist:innen am 7. Oktober 2023 schlossen sich weitere Betroffene an — darunter Angehörige der Ermordeten sowie ehemalige Hamas-Geiseln. Gleichzeitig engagieren sich palästinensische Familien, von denen viele im Krieg im Gazastreifen zahlreiche Angehörige verloren haben.

Im September 2025 wurde der Parents Circle mit dem Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis ausgezeichnet — eine von vielen wichtigen Ehrungen, die die Arbeit der Organisation würdigten.

Diese Veranstaltung bietet die seltene Gelegenheit, Stimmen zu hören, die sich der Spirale aus Gewalt und Vergeltung bewusst entziehen — und stattdessen für Menschlichkeit, Dialog und Frieden eintreten.

Laila Al-Sheikh lebt in Bethlehem im Westjordanland und hat Rechnungswesen und Betriebswirtschaft studiert. 2002 starb ihr sechs Monate alter Sohn Qussay, nachdem er bei einem Einsatz der israelischen Armee Tränengas eingeatmet hatte und ihm der rechtzeitige Zugang zu medizinischer Hilfe verwehrt worden war. Statt nach Rache zu sinnen, setzt sich Laila seither für eine friedlichere Zukunft für ihre Kinder ein. Seit 2016 ist sie Mitglied im „Parents Circle“. „Unsere Lebensumstände sind unterschiedlich“, sagt sie, „aber wir teilen denselben Schmerz und dieselben Tränen.“

Michal Halev arbeitete als Frauenberaterin und nutzte Kunst, um Menschen zu verbinden. Ihr einziges Kind, Laor Abramov Halev, wurde am 7. Oktober 2023 im Alter von 20 Jahren auf dem Nova-Musikfestival von der Hamas getötet. Der Verlust veränderte ihr Leben grundlegend. „Ich flehe die Welt an: Beendet alle Kriege, hört auf, Menschen zu töten, hört auf, Babys zu töten“, sagte sie kurz nach Laors Tod. „Krieg ist keine Lösung, mit Krieg lässt sich nichts regeln … Ich will keine Rache in meinem Namen.“ Seither widmet sich Michal dem Andenken ihres Sohnes und engagiert sich seit 2024 im „Parents Circle“.

Übersetzung 

Sebastian Plötzgen

Musikalische  Begleitung

Martin Danzer, Saxophon

Dennis Heer, Bass

Veranstalter

Gesellschaft für bedrohte Völker

Parents Circle Friends Deutschland e. V.

Tollhaus Karlsruhe 


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22 Oktober, 2025

Verfassungsbeschwerde gegen deutsche Waffenexporte nach Israel – Verantwortung endet nicht mit dem Trump-Abkommen

Eine Pressemitteilung des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)
BERLIN, 20. OKTOBER 2025
Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) unterstützt gemeinsam mit den palästinensischen Menschenrechtsorganisationen Palestinian Center for Human Rights (PCHR), Al Mezan und Al Haq einen palästinensischen Beschwerdeführer aus Gaza bei einer Verfassungsbeschwerde gegen deutsche Rüstungsexporte nach Israel vor dem Bundesverfassungsgericht.
Verfassungsbeschwerde gegen Genehmigung von Panzergetrieben
Die Verfassungsbeschwerde richtet sich gegen deutsche Exportgenehmigungen für Panzergetriebe des Unternehmens Renk. Panzer, in denen diese Getriebe verbaut sind, werden in Gaza in erheblichem Umfang eingesetzt – auch in völkerrechtswidriger Weise und zulasten der Zivilbevölkerung.
Bereits im Oktober 2024 hatte der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht Frankfurt Eilrechtsschutz beantragt. Der Antrag sowie die anschließende Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel wurden abgewiesen. Mit der nun eingereichten Verfassungsbeschwerde wendet sich der Beschwerdeführer gegen diese Entscheidungen, die ihm einen wirksamen Rechtsschutz versagt haben.Er beruft sich auf sein Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG) sowie auf sein Recht auf effektiven Rechtsschutz (Art. 19 Abs. 4 GG).
Er fordert eine verfassungsgerichtliche Klärung, ob die Verweigerung von Eilrechtsschutz – angesichts der erkennbaren Risiken durch deutsche Waffenlieferungen – seine Grundrechte verletzt.
Der Fall macht deutlich: Deutschland muss Menschen vor den Folgen seiner Waffenexporte schützen. Entscheidungen über Rüstungslieferungen sind nicht nur juristisch, sondern auch faktisch von unmittelbarer Bedeutung für Menschenleben – in den vergangenen zwei Jahren dieses verheerenden Krieges ebenso wie heute.
Hintergrund: Waffenlieferungen und völkerrechtliche Verantwortung
Über zwei Jahre führten israelische Streitkräfte militärische Operationen in Gaza durch. UN-Organe, der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) und zahlreiche Menschenrechtsorganisationen dokumentierten schwerste Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, darunter Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozid. Die Bundesregierung genehmigte weiterhin Rüstungsexporte an Israel – trotz klarer Hinweise auf deren völkerrechtswidrigen Einsatz zulasten der Zivilbevölkerung. Erst nach mehreren juristischen Einsprüchen und erheblicher öffentlicher Kritik wurden neue Genehmigungen teilweise ausgesetzt. Doch bereits erteilte Genehmigungen können ungehindert weiter ausgeliefert werden – darunter offenbar auch jene, gegen die sich die aktuelle Verfassungsbeschwerde richtet.
Das Trump-Abkommen: Keine Entlastung für Deutschland
Der am 10. Oktober 2025 verkündete Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas – bekannt als Trump-Abkommen – verschafft den Menschen in Gaza eine dringend benötigte Atempause. Israelische Geiseln wurden freigelassen, palästinensische Gefangene kamen frei. Dies ist ein Schritt, der Anlass zur Hoffnung gibt, erinnert aber zugleich an den enormen Schmerz und die Verluste, die dieser Krieg verursacht hat.
Aber das Abkommen ist brüchig und fragil. Israel beabsichtigt weiterhin, große Teile des Gazastreifens zu besetzen und zu kontrollieren und trotz des Waffenstillstands kommt es weiterhin zu militärischen Angriffen. Damit bleiben auch die völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Pflichten Deutschlands unverändert bestehen.
Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des ECCHR: „Das Trump-Abkommen hat den genozidalen Krieg der israelischen Regierung in Gaza unterbrochen. Doch weder sind deren Verbrechen der jüngeren Vergangenheit angemessen aufgearbeitet worden, noch hat sich Netanjahus Regime verpflichtet, die Menschenrechte der Palästinenser*innen und das Völkerrecht künftig zu achten. In einer solchen Situation verbieten sowohl das Grundgesetz als auch das internationale Recht deutsche Waffenlieferungen an Israel.“
Deutschland muss seiner Verantwortung gerecht werden
Die Bedrohung des Rechts auf Leben des Beschwerdeführers besteht fort. Solange die deutsche Regierung Waffenlieferungen an Israel genehmigt, die in Gaza eingesetzt werden können, verstößt sie gegen ihre verfassungsrechtlichen Schutzpflichten und gegen das Völkerrecht.
Die Bundesregierung muss ihrer Verantwortung gerecht werden: Keine Rüstungsexporte nach Israel, solange das Risiko von systematischen Völkerrechtsverstößen besteht. Aufhebung der israelischen Blockade humanitärer Hilfe Ermöglichung unabhängiger internationaler Untersuchungen in Gaza unter UN-MandatDieser Waffenstillstand darf nicht zur Entlastung dienen – weder für Israel noch für Deutschland. Er muss als Moment der Verantwortung verstanden werden: zur Aufarbeitung, zur Prävention und zur Durchsetzung des Rechts.
Weitere Informationen zum Fall finden Sie hier. Mehr über unsere Arbeit zu Waffen- und Rüstungsexporten finden Sie hier, und mehr zu unserer Arbeit in Palästina hier.
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