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Mittelstreckenwaffen

10 Juli, 2026

Umfrage zu Mittelstreckenwaffen: Friedensbewegung lehnt Tomahawk-Kauf ab: Mehrheit in Deutschland spricht sich für Rüstungskontroll-Initiativen aus 


Bonn, 9. Juli 2026 – Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ kritisiert den beim NATO-Gipfel vereinbarten Kauf von US-Tomahawk-Marschflugkörpern. Vor zwei Jahren (am 10. Juli 2024) wurde die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland angekündigt. Der damalige US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz gaben die Vereinbarung offiziell bekannt. Zwar hat Donald Trump die Stationierung im Mai diesen Jahres abgesagt, doch nun kauft die Bundesregierung eigene landgestützte Mittelstreckenwaffen. Auch gibt es mehrere Projekte für die Entwicklung eigener Waffensysteme mit europäischen Partnern. Mit dem Erwerb und der Eigenentwicklung von landgestützten Mittelstreckenwaffen treibt die Bundesregierung ein teures und gefährliches Wettrüsten voran. Eine Verbreitung der Erstschlagwaffen erhöht wegen der kurzen Vorwarnzeit das Risiko von Fehleinschätzungen und einer militärischen Eskalation.

Dabei sprechen sich 54 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage für Initiativen der Bundesregierung zur Begrenzung von landgestützten Mittelstreckenwaffen aus. Die von mehr als 50 Gruppen der Friedensbewegung getragene Kampagne hat die Umfrage bei dem Meinungsforschungsinstitut YouGov in Auftrag gegebenen. Die Zustimmung war bei Personen, die angaben, bei der Bundestagswahl 2025 die Parteien Bündnis 90/Die Grünen (69 %), CDU/CSU (64 %) sowie SPD (64 %) gewählt zu haben, überdurchschnittlich hoch. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Menschen sich von der deutschen Politik ein größeres Engagement für die Begrenzung der Waffen wünschen.

„Dieses Ergebnis gibt unserer Kampagne Rückenwind und zeigt, dass wir mit unserer Forderung nach neuen Rüstungskontrollinitiativen für landgestützte Mittelstreckenwaffen in Europa die Mehrheit der Bevölkerung hinter uns haben. Im Zuge der ‚Zeitenwende‘ darf Rüstungskontrolle als ein wichtiger Pfeiler für umfassende Sicherheit nicht aus dem Blick geraten! Es braucht dringend Auswege aus gesellschaftlich teuren Rüstungsspiralen und einer militärischen Logik, die eine falsche Sicherheit suggerieren.“, sagt Angelika Wilmen, Sprecherin der Kampagne.

Die Kampagne hat im Dossier „Rückkehr der Mittelstreckenwaffen“ der Fachzeitschrift Wissenschaft & Frieden Möglichkeiten aufgezeigt, wie solche Initiativen aussehen könnten: Zunächst braucht es eine Reaktivierung vertrauensbildender Maßnahmen durch Stärkung und Ausbau direkter Kommunikationskanäle zwischen den Konfliktparteien sowie gegenseitige Einblicke in Stationierungsorte und Bewaffnung. Im weiteren Verlauf sollten diese im Rahmen neuer Transparenz- und Verifikationsregime formalisiert und für die Beteiligten nachprüfbar werden. Letztlich müssen jedoch neue, idealerweise multilaterale Verträge zur Begrenzung von Mittelstreckenwaffen als Nachfolgeprozess zum 2019 gekündigten INF-Vertrag (Intermediate-Range Nuclear Forces) angestoßen werden.

Mit der Kritik und der Forderung nach einem stärkeren Engagement der Bundesregierung ist die Kampagne nicht allein. Das kürzlich erschienene Friedensgutachten empfiehlt: „Deutschland sollte ein Stationierungsmoratorium für neue landgestützte Raketen im ehemaligen INF-Reichweitenbereich anstreben, verbunden mit reziproken Transparenzmaßnahmen.“ 
Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte auf seinem Bundeskongress 2026 eine Stationierung von Mittelstreckenwaffen, da durch sie „eine gefährliche Dynamik“ drohe und – anders als noch beim NATO-Doppelbeschluss von 1979 – „keinerlei Angebot an Russland für Abrüstungs- und Rüstungskontrollverhandlungen“ gemacht wurde. Durch eine Stationierung würde „keine Perspektive auf ein Nachfolgeabkommen zum inzwischen aufgekündigten INF-Vertrag“ eröffnet, so der DGB-Beschluss.

Weitere Informationen zur Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ finden Sie unter: friedensfaehig.de.

Fragestellung: „Der INF-Vertrag war ein bilaterales Rüstungskontrollabkommen zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion bzw. dem späteren Russland. Seit 1987 verbot er beiden Seiten die Entwicklung, den Besitz und die Stationierung landgestützter Mittelstreckenwaffen. Im Jahr 2019 erklärten die USA ihren Austritt aus dem Vertrag und begründeten diesen mit dem Vorwurf, Russland habe gegen den Vertrag verstoßen. Russland wies diesen Vorwurf zurück und erklärte seinerseits, sich ebenfalls nicht mehr an den Vertrag gebunden zu fühlen. Seitdem gibt es kein entsprechendes Abkommen mehr. Würden Sie es befürworten oder ablehnen, wenn sich die Bundesregierung für neue internationale Vereinbarungen zur Begrenzung landgestützter Mittelstreckenwaffen einsetzen würde?“
15 % lehnten eine solche Initiative ab. 31 % der Befragten gaben „Weiß nicht“ an.

Kontakt (nicht zur Veröffentlichung): 
Angelika Wilmen, Sprecherin der Kampagne, „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“, Mobil 0162 2057943

29 Mai, 2026

Schwäbisch Hall: OHNE MICH – Mirjam Meuser I Pershing (UA)

Juni 12 @ 20:00 – 22:30

Ein Gespräch mit Mirjam Meuser, der Chefdramaturgin des THEATER HEILBRONN zum Theaterstück über den Pershing- Unfall auf der Heilbronner Waldheide vor 40 Jahren und den Bezügen zur aktuellen Weltlage

Kostenlos Spenden sind willkommen

Gewaltfreie Aktionsgruppe im Friedens-Forum Schwäbisch Hall

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22 April, 2026

Keine Mittelstreckenwaffen. Nirgends!

In Deutschland droht die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen – mögliche Standorte sind Grafenwöhr und Wiesbaden. Was hier vorbereitet wird, ist eine sicherheitspolitische Eskalation mit enormen Risiken: Diese Waffen verkürzen Vorwarnzeiten drastisch und erhöhen die Gefahr eines militärischen Großkonflikts in Europa.

Doch nicht nur das Vorhaben selbst ist alarmierend – sondern auch, wie darüber entschieden wurde.
Diese weitreichende Entscheidung wurde ohne öffentliche Debatte, ohne breite parlamentarische Auseinandersetzung und ohne gesellschaftliche Beteiligung getroffen.

Das ist ein demokratischer Skandal.

Er zeigt, wie wenig Mitbestimmung gewollt ist, wenn es um „Kriegstüchtigkeit“ geht. Entscheidungen, die unser aller Sicherheit betreffen, werden im Hintergrund getroffen – an der Bevölkerung vorbei.
Diese Intransparenz hat einen Grund:
Mittelstreckenwaffen sind keine „normalen“ Waffen. Sie sind Teil einer militärischen Strategie, die im Ernstfall auch atomare Eskalation einschließt – und Deutschland zum möglichen Schauplatz eines solchen Konflikts macht.
Genau diese Realität soll nicht breit diskutiert werden.
Denn eine ehrliche Debatte würde dem Bild vom sauberen, coolen und gerechten Krieg widersprechen, das insbesondere die Bundeswehr für die Rekrutierung ihrer Soldat*innen nutzt.
Sie würde Ängste sichtbar machen – und Widerstand stärken.

Für uns ist klar:
Keine Mittelstreckenwaffen – weder in Grafenwöhr noch in Wiesbaden, weder in Deutschland noch in Europa.  

👉 Kommt zu den Protesten in Grafenwöhr und Wiesbaden am 30.05.2026 und unterstützt unsere Forderungen:

  • die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu unterbinden
  • das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen
  • das Projekt zur Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen (ELSA) zu stoppen
  • keine Tomahawk-Marschflugkörper und Abschussrampen von den USA zu kaufen
  • Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag und damit auch einen Abzug russischer Mittelstreckenwaffen wie der Oreschnik zu erreichen
  • die allgemeine gesellschaftliche Militarisierung und die Reaktivierung des Kriegsdienstzwangs zu stoppen
  • Kriege und Konflikte diplomatisch statt militärisch zu lösen
  • weltweit für eine sichere und friedliche Zukunft einzutreten und dabei auch mit den Staaten zusammenzuarbeiten, zu denen westliche Länder in machtpolitischer und/oder wirtschaftlicher Konkurrenz stehen

Ihr plant am 30.05. hinzufahren? Dann meldet euch bei uns:

Schreibt gerne eure geplante Anreise an unseren Geschäftsführer Jonas – wir versuchen, Fahrten zu bündeln und euch miteinander zu vernetzen. Gebt dabei bitte an, zu welcher der beiden Demonstrationen ihr fahren wollt.
Bildet Banden. Vernetzt euch. Werdet aktiv gegen Mittelstreckenwaffen in Deutschland und Europa.

Link zum Bündnissflyer (Druckvorlage)

19 März, 2026

Freiburg: Keine neuen US-Raketen! Wie die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen Deutschland zum Schlachtfeld verwandelt und wie wir das verhindern können

März 27 @ 19:00 – 21:00

Die für 2026 geplante Stationierung von erstschlagsfähigen –auch atomar bewaffenbare- US-Mittelstreckenraketen exklusiv in Deutschland, droht unser Land in ein potentielles Schlachtfeld zu verwandeln. Die Entscheidungsgewalt darüber liegt ausschließlich bei den USA und deren unberechenbarem Präsident.  Raketen sind auch Magneten, sind Zielscheiben für einen Gegen- oder gar Erstschlag.

Darüber hinaus sieht die Bundesregierung laut Kanzler Merz in der Aufrüstung Deutschlands und Europas die „höchste Priorität“. Ein langfristiges sehr kostspieliges und hochgefährliches Projekt: Deutschland soll zur führenden konventionellen Militärmacht in Westeuropa werden. 
Begründet wird diese beispiellose Aufrüstung damit, dass der NATO ab 2029 ein Angriff Russlands drohe. Im öffentlichen Diskurs wird diese Verschwörungs-Theorie nicht hinterfragt und belegt, sondern nur behauptet. 

Massiv beschleunigter Aufrüstung, erstschlagfähige US-Hyperschallwaffen in Deutschland, Kriegstüchtigkeit sind die Ziele, die genannt werden. Immer offener ertönt selbst die Forderung nach einer „deutschen Atombombe“. Diese konfrontative Politik versperrt den Blick auf eine friedliche Zukunft Europas und bedroht durch Sozialabbau den menschlichen Zusammenhalt der Gesellschaft.

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