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Kriegsdienstverweigerung

4 Dezember, 2025

Neuer Webauftritt der DFG-VK Regionalgruppe Mittelbaden

Die Regionalgruppe Mittelbaden hat jetzt eine eigene Website – ganz frisch online und direkt aus Offenburg:

http://mittelbaden.dfg-vk.de/

Dort findet ihr künftig aktuelle Termine, Kontaktmöglichkeiten, Einblicke in die neuesten Entwicklungen der regionalen Friedensarbeit und natürlich auch Beiträge der Gruppe selbst.

Wer eigene Termine, kurze Berichte oder friedenspolitische Beiträge aus der Region beisteuern möchte, kann sie einfach an die Gruppe schicken:

mittelbaden@dfg-vk.de

Wenn’s passt und gefällt, werden die Beiträge dort gerne veröffentlicht. 🙂

Und falls eure Regionalgruppe ebenfalls friedenspolitische Inhalte hat, und diese auf einer Website veröffentlichen will, die es aber noch nicht gibt? Dann wendet euch gern an Jonas (ba-wue@dfg-vk.de), unseren Geschäftsführer. Er unterstützt euch gerne auf dem Weg dorthin – ganz unkompliziert.

Außerdem und ausschließlich für Kriegsdienstverweigerungs-Anfragen hat die Gruppe folgende email eingerichtet: kdv-mittelbaden@dfg-vk.de

4 Dezember, 2025

Verweigert! Der 2. Kongress gegen den neuen Wehrdienst – und für die Verweigerung aller Kriegsdienste. Am 11. und 12. April 2026 im Stadtteilzentrum Vorderer Westen in Kassel.

Die von der Bundesregierung nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 ausgerufene militärische „Zeitenwende“ hat zu einer massiven Aufrüstung der Bundeswehr geführt. Neben neuer Ausrüstung soll es auch neues Personal geben, um die neuen Waffen zu bedienen: Von aktuell rund 180.000 soll die deutsche Armee in den nächsten Jahren auf über 260.000 Soldat*innen wachsen. Damit soll Deutschland „kriegstüchtig“ gemacht werden.

Um genug junge Menschen für den Armeedienst zu bekommen, will die Bundesregierung noch 2025 die Reaktivierung der – lediglich ausgesetzten – Wehrpflicht beschließen: Ab Anfang 2026 sollen alle jungen Menschen Werbebriefe der Armee erhalten (und junge Männer gezwungen werden einen Fragebogen auszufüllen). Auch soll wieder eine Wehrerfassung und Wehrüberwachung stattfinden. Ab 2027 sind dann auch wieder Zwangsmusterungen geplant. Informationen darüber, wie man den Dienst in der Armee – auch vorab schon – verweigern kann, gibt es auf www.verweigern.info

Junge Menschen lehnen den Dienst an der Waffe mehrheitlich ab. Die Zahl der KDV-Anträge steigt ebenso wie die Anfragen an Beratungsstellen rasant: Kriegsdienstverweigerung ist (leider) wieder Thema!

Weitere Infos hier.

April 11, 2026 – April 12, 2026

DFG-VK

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Vorderer Westen, Stadtteilzentrum, Kassel

Elfbuchenstraße 3
Kassel,
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3 Dezember, 2025

Konstanz: offenes Treffen der Friedeninitiative Konstanz I Vortrag zum Thema Wehrpflicht

Dezember 4 @ 19:00 – 21:00

Ja zu Frieden und Abrüstung. Nein zu Kriegspolitik und Militarisierung: öffentliche Sitzung der Konstanzer Friedens-Initiative (jeweils am 1. Donnerstag des Monats)
Donnerstag, 4. Dez. 2025, 19:00
Ort: Café Mondial

Hauptbeitrag dieses Mal:  
„Wehrpflicht, Musterung, Kriegsdienstverweigerung, Ersatzdienst“

·       Was erwartet junge Männer ab Geburtsdatum 1.Januar 2008 aufwärts?

·       Was sind die Bestimmungen und Folgen ?

·       Welche Auswege gibt es?

Claus Kittsteiner /Historiker / Friedensregion Bodensee aus Überlingen) berichtet.

Anschließend Fragen und offene Diskussion. 

Aktuelles:

  • Kurze Einschätzung der aktuellen Entwicklung im Krieg Russlands in der Ukraine infolge der Initiative der USA „als Friedensvermittler“

Wir haben erfahren, dass in vielen Städten bereits am 5.12. Schulstreiks geplant sind: https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/

Friedensinitiative Konstanz

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2 Dezember, 2025

Im ganzen Ländle: Schulstreik gegen Wehrpflicht

Dezember 5 Ganztägig

Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden. Zunächst als „freiwilliger Wehrdienst“, doch schon jetzt steht fest: Wenn sich nicht genug von uns melden, soll erst das Los entscheiden und dann kommt die Pflicht für alle. Es heißt, wir sollen für Deutschland Krieg führen können.

Doch was ist eigentlich mit unserem Recht in Frieden zu leben und selbst zu entscheiden, wie wir unser Leben führen wollen? Was ist mit Artikel 4 Absatz 3 der Grundgesetzes, nach welchem niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden darf? Wir wollen nicht ein halbes Jahr unseres Lebens in Kasernen eingesperrt sein, zu Drill und Gehorsam erzogen werden und töten lernen. Krieg ist keine Zukunftsperspektive und zerstört unsere Lebensgrundlage.

DESHALB GEHEN WIR AM 05.12.
NICHT ZUR SCHULE!

WIR STREIKEN GEGEN DIE WEHRPFLICHT & ALLE ZWANGSDIENSTE!

In Baden-Württemberg wird u.a. gestreikt in:

  • Heidelberg 12:00 Uhr auf dem Friedrich-Ebert-Platz
  • Heilbronn 15:00 Uhr am Bollwerksturm
  • Karlsruhe 12.00 Uhr am Bundesverfassungsgericht
  • Stuttgart 11:30 Uhr auf dem Kronprinzplatz
  • Freiburg 10.00 Uhr auf dem Platz der alten Synagoge
  • Schopfheim 17:00 Uhr Parkplatz THG und Waldorfschule
  • Ludwigsburg 11:30 Uhr auf dem Akademiehof
  • Tübingen 12:00 Uhr Uhlanddenkmal
  • Reutlingen 11.00 Uhr am Marktplatz
  • Konstanz 11:00 Uhr am Münsterplatz

Geplante Streiks Uhrzeit und Ort noch unbekannt:

  • Offenburg
  • Ulm
  • Weinheim
  • deine Stadt 🙂

Ohne Gewähr :-). Die DFG-VK Baden-Württemberg ruft dazu auf die streikenden Schüler*innen zu unterstützen. Seid solidarisch mit den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Verbreitet das Wissen über die Kriegsdienstverweigerung. Eure Hilfe ist gefragt.

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18 November, 2025

Ziviler Ungehorsam gegen neuen Wehrdienst

Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) lehnt das „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ der Bundesregierung rigoros ab: Mit der geplanten Zwangserfassung und Zwangsmusterung ganzer Jahrgänge werde in die Freiheits- und Persönlichkeitsrechte eines jeden Einzeln in unverhältnismäßiger Weise eingegriffen.

Das ab 1. Januar 2026 geltende Gesetz sieht in der der ersten Phase vor, dass vom Jahrgang 2008 beginnend alle Männer und Frauen ein Schreiben erhalten, in dem sie eine Bereitschaftserklärung zum freiwilligen Wehrdienst mittels Fragebogen abgeben sollen. Für Männer ist die Abgabe verpflichtend. Die DFG-VK ruft zum zivilen Ungehorsam gegen diese Zwangsmaßnahme auf: Man müsse nicht sofort alles erfüllen, was das Militär von einem verlangt. Der erste Bundeswehr-Brief, der bei einem eingeht, könne entweder verspätet, unvollständig oder gar nicht abgegeben werden – auch das Schreddern des Briefs aus Protest sei möglich. Erst, wenn auch der Erinnerungsbrief nicht beantwortet werde, droht ein Bußgeld wegen Ordnungswidrigkeit – ob es sich dabei lediglich um wenige Euro oder um einen höheren Betrag handelt, ist noch nicht klar. Je mehr Sand ins Getriebe der Bundeswehr gestreut wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auf die Person verzichtet wird. Denn Störenfriede kann die Truppe nicht brauchen.


In der zweiten von der Bundesregierung geplanten Phase soll ab 1. Juli 2027 dann der ganze Jahrgang zwangsgemustert werden. Auch dieser Zwangsmaßnahme kann man durch zivilen Ungehorsam begegnen und etwa nicht zum aufgeforderten Termin erscheinen. Dabei ist allerdings mit Repressionen zu rechnen.
Alle, die noch einen Schritt weiter gehen möchten, rät die DFG-VK schon jetzt zur proaktiven Kriegsdienstverweigerung: „Wer rechtzeitig den KDV-Antrag stellt, muss keinen Dienst leiten und zeigt, dass er nicht bereit ist im Kriegsfall seinen Kopf für eine verfehlte Politik hinzuhalten“, so Ralf Buchterkirchen, Bundessprecher der DFG-VK. Schon jetzt ist es Zivilisten, die noch nicht gemustert wurden, möglich einen KDV-Antrag zu stellen – die DFG-VK bietet dazu kostenlose Informationen und Beratungen an: www.verweigern.info
„Wir wenden uns entschieden gegen jede Art der Kriegsvorbereitung und Mobilisierung“, erklärt Ralf Buchterkirchen. Die DFG-VK unterstützt Kriegsdienstverweigerer*innen und Deserteur*innen weltweit und stellt sich gegen jeden Zwangsdienst: „Niemand sollte lernen seine Mitmenschen umzubringen“, so Buchterkirchen. Die Politik müsse die Gesellschaft friedenstüchtig und nicht kriegstüchtig machen und den Jugendlichen eine friedenspolitische Alternative bieten, die ihren Vorstellungen entspricht. „Junge Menschen in Deutschland haben schon in der Coronakrise zurückgesteckt und werden an den massiven Folgen der Klimakatastrophe leiden“, bedauert der DFG-VK Bundessprecher. „Jetzt wird ihnen noch die enorme Schuldenlast für die immense Aufrüstung aufgebürdet und schlussendlich sollen sie in den Krieg ziehen.“ Davor kann eine sofortige Kriegsdienstverweigerung schützen und ein deutliches Signal an die Bundesregierung senden.

Für Interviews oder bei Nachfragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:
Ralf Buchterkirchen (DFG-VK Bundessprecher): buchterkirchen@dfg-vk.de
Michael Schulze von Glaßer (politischer Geschäftsführer der DFG-VK):
+4917623575236, svg@dfg-vk.de

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart 14. November 2025

3 November, 2025

Junge Menschen, Eltern, Reservisten und Soldaten.Freiwilliger Wehrdienst oder doch Wehrpflicht? Neuer Andrang auf Beratung zu Kriegsdienstverweigerung

Wir kopieren hier einen Artikel von der SWR, in dem unser Landesvorsitzender Klaus Pfisterer zu Wort kommt.

Noch ringen CDU/CSU und SPD um einen Kompromiss beim Wehrdienstgesetz. Doch schon jetzt berichten Beratungsstellen von mehr Anfragen wegen Kriegsdienstverweigerung – auch in BW.

Stand1.11.2025, 13:02 Uhr

  • SWR-Redakteur Marc-Julien Heinsch

VonAutor/inMarc-Julien Heinsch

 Demonstrant mit T-Shirt "Wir Sterben Nicht in Euren Kriegen" bei einer Kundgebung von Wehrdienst-Gegnern und Friedensbewegung im August 2025 vor dem Verteidigungsministerium.

Neuer Andrang auf Beratung zu Kriegsdienstverweigerung

Obwohl der neue Wehrdienst noch keine beschlossene Sache ist, wenden sich bereits jetzt immer mehr Menschen an Organisationen, die Beratungen zur Kriegsdienstverweigerung (KDV) anbieten. Auch die Zahl der bei den Bundeswehr-Karrierecentern eingegangenen KDV-Anträge ist zuletzt regelrecht explodiert. Allein im August seien dort so viele Anträge eingegangen wie im ganzen Jahr 2024, so eine Sprecherin der Bundeswehr in Köln. Die zuletzt öffentlich ausgetragene Uneinigkeit von Union und SPD um die Ausgestaltung des neuen Wehrdienstes sorgt offenbar für Unsicherheit – auch in Baden-Württemberg. 

Kriegsdienstverweigerung: Immer mehr Anträge und Beratungsanfragen

Auf SWR-Nachfrage erklärt der BW-Landesverband der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) die Zahl der Beratungsanfragen pro Monat habe sich zuletzt mehr als verdoppelt. Meldeten sich im ersten Halbjahr monatlich bei den Beratungsstellen der DFG-VK in BW 20 bis 30 Personen, seien es nun mehr als 100 jeden Monat. Auch bundesweit zeige sich dieser Trend: Allein im Monat September seien zwischen 800 und 1.000 Anfragen bei den Landesverbänden eingegangen, auf der DFG-VK-Homepage sei die Zahl der Aufrufe zuletzt von 24.000 im Mai auf 125.000 im September gestiegen. 

Auch wegen dieser Entwicklung, die sich mit einem neuen Wehrdienst noch verstärken könnte, bauen Organisationen wie die DFG-VK ihr Beratungsnetz aktuell aus. Neue Beraterinnen und Berater werden geschult und die Zusammenarbeit mit anderen Organisation intensiviert. Eine dieser Organisationen ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Während die DFG-VK mit ihrer Arbeit einen aktivistisch-pazifistischen Ansatz verfolgt und aktiv zur Kriegsdienstverweigerung rät, beschreibt die EAK ihre Beratung als „ergebnisoffen“. 

Berater: Vertrauen auf das Gewissen der Menschen

Martin Tontsch, der bei der evangelischen Kirche in Bayern Menschen aus ganz Süddeutschland berät, sagt: „Ich halte es für eine gut verantwortbare Entscheidung, wenn jemand sagt, ich gehe bewusst zur Bundeswehr, um meinen Beitrag zur Landesverteidigung zu leisten“. In der Beratung versuche er Menschen nicht davon abzubringen, sondern helfe ihnen, eine Entscheidung zu treffen, „im Vertrauen darauf, dass ihr eigenes Gewissen ihnen da den richtigen Weg weisen wird“ – in die eine oder die andere Richtung. Seit über die neue Wehrpflicht öffentlich debattiert wird, hat der Beratungsbedarf auch bei der EAK merklich zugenommen.

Fehlt der Bundeswehr wirklich das Personal?

460.000 Soldatinnen und Soldaten inklusive der Reserve braucht Deutschland laut dem aktuellen Gesetzesentwurf zum Wehrdienst, um für die NATO-Bündnisverteidigung handlungsfähig zu sein. Teil der Reserve ist, wer einmal bei der Bundeswehr gedient oder sich zum Reserveoffizier hat ausbilden lassen. Das Ziel von 260.000 Soldatinnen und Soldaten und 200.000 Reservisten in Deutschland soll laut NATO-Vereinbarung bis 2035 erreicht werden. Davon ist man aktuell aber noch weit entfernt: Bundesweit gab es laut dem Bericht der Wehrbeauftragten 2024 rund 181.000 aktive Soldatinnen und Soldaten, darunter auch solche, die sich nur für einen begrenzten Zeitraum verpflichtet haben oder freiwillig Wehrdienst leisten. Reservistinnen und Reservisten standen 2024 etwa 49.000 zur Verfügung, rund 20.000 leisteten aktiven Reservedienst bei der Truppe. In Baden-Württemberg waren zuletzt rund 13.500 Soldatinnen und Soldaten bei der Bundeswehr. 

Ein Problem für die Truppe bundesweit: Jedes Jahr scheiden tausende Soldatinnen und Soldaten aus dem aktiven Dienst aus, weil sie in Rente oder Pension gehen. Zwar konnte die Bundeswehr die Zahl der Bewerbungen für einen militärischen Dienst zuletzt steigern, doch ist die Abbrecherquote hoch. Jeder vierte Neu-Soldat verlässt die Bundeswehr noch innerhalb des ersten halben Jahres wieder. Das Bundesverteidigungsministerium geht davon aus, dass durch einen neuen Wehrdienst bereits im ersten Jahr zusätzlich 5.000 Soldatinnen und Soldaten gewonnen werden können. 

Neuer Wehrdienst: Genug Freiwillige auch ohne Wehrpflicht?

Noch ist unklar, wie genau der neue Wehrdienst aussehen wird. Während Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) weiter auf Freiwilligkeit setzt, will die Union verpflichtende Regeln, für den Fall, dass sich nicht genügend Freiwillige finden. Die ersten Musterungen sollen dann im Juli 2027 stattfinden. Neue Dynamik könnte den Diskussionen zwischen den Koalitionspartnern eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Uni Hamburg und des German Institute for Global and Area Studies verleihen. 

Der repräsentativen Umfrage unter knapp 2.300 Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren zufolge sind genügend junge Menschen bereit, freiwillig Wehrdienst zu leisten. Zwar lehnten rund 30 Prozent der Befragten jede Form der Wehrpflicht ab, unter den 18- bis 29-Jährigen zeigten sich aber etwa 40 Prozent bereit, Deutschland aktiv mit der Waffe zu verteidigen. 14 Prozent der Männer und 6 Prozent der Frauen dieser Generation wollen demnach nicht nur das Land im Krisenfall verteidigen, sondern sind auch an der sechsmonatigen militärischen Grundausbildung interessiert. 

„Zumindest empirisch“ bestehe auf Grundlage der neuen Studie keine Notwendigkeit zur Wiedereinführung der Wehrpflicht“, erklärt einer der Initiatoren der Untersuchung, der Hamburger Kriminologie Professor Peter Wetzel. „Rechnen wir die Ergebnisse unserer Studie hoch und berücksichtigen wir dabei noch, dass etwa die Hälfte dieser Freiwilligen untauglich sein könnte, dann ergibt selbst eine konservative Schätzung, dass mindestens 175.000 junge Männer und 70.000 Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren in der Bevölkerung zu finden sind, die für einen Dienst in der Bundeswehr auf freiwilliger Basis gewonnen werden könnten.“ Am meisten Zustimmung (42 Prozent) unter den Befragten fand das Modell eines einjährigen Dienstes für Männer und Frauen, der wahlweise in der Bundeswehr oder in sozialen Einrichtungen geleistet werden kann. 

Beratung zu Kriegsdienstverweigerung: Besorgten Eltern die Ängste nehmen

Ob sie bereit wären, für die Verteidigung ihres Landes eine Waffe in die Hand zu nehmen, im Ernstfall auch andere Menschen zu töten – zu dieser Gewissensfrage berät der DFG-VK-Landesvorsitzende Klaus Pfisterer Menschen seit 45 Jahren. Bei ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen melden sich Jugendliche, besorgte Eltern aber auch ehemalige Wehrdienstleistende, die heute Reservisten sind. Sie alle eint die Verunsicherung angesichts der Debatte um den neuen Wehrdienst, aber auch die Angst vor einem Verteidigungsfall angesichts des Kriegs von Russland gegen die Ukraine. 

„Uns fragen Eltern von 12- bis 14-jährigen Kindern an, die wissen wollen, ob die verweigern können.“

Klaus Pfisterer, DFG-VK-Landesvorsitzender

Auch wenn eine Kriegsdienstverweigerung erst ab siebzehneinhalb Jahren möglich ist – viele Eltern wollten rechtzeitig vorbereitet sein, sorgten sich angesichts der politischen Entwicklungen, erklärt Pfisterer. Auch mit Falschinformationen müsse man häufig aufräumen. „Da kann man Menschen auch ein gutes Stück weit Ängste nehmen und ihnen zusagen: Wenn es tatsächlich so ist, dass es zu einer Kriegsdienstverweigerung kommen müsste, würden wir euch begleiten“, sagt EAK-Berater Tontsch. 

Neuer Wehrdienst: Viel Unsicherheit bei jungen Menschen

Und natürlich wenden sich auch diejenigen an die Beratungsstellen, die vom neuen Wehrdienst vorrangig betroffen wären. Junge Männer um die 17, die nach 2008 geboren sind – und viele Fragen haben. Auch solche, die gerade noch niemand beantworten kann: Etwa, wie genau der Fragebogen zur Musterung aussehen wird, der zum neuen Wehrdienst versendet werden soll. Viele, die sich meldeten, seien trotz offener Fragen aber bereits fest entschlossen zu verweigern, hätten ihre Gewissensgründe schon ausführlich aufgeschrieben und wollten nur noch eine zweite Meinung, sagt Pfisterer.

„Viele Reservisten sagen in der Beratung: Ich bin damals aus naiven Gründen zur Bundeswehr gegangen.“

Klaus Pfisterer, DFG-VK-Landesvorsitzender

Rund 90 Prozent der Beratungsanfragen kommen laut Pfisterer von solchen „Ungedienten“, also Menschen, die noch nicht bei der Bundeswehr waren. Die restlichen zehn Prozent von Reservisten. Viele Reservisten sagten in der Beratung, sie seien seinerzeit „aus naiven Gründen“ zur Bundeswehr gegangen, erklärt er. Der Wehrdienst war kürzer als der Zivildienst, sie wollten das schnell hinter sich bringen, weiter machen mit dem Leben, hätten sich keinerlei Gedanken gemacht, worauf sie sich einließen. „Und jetzt, 10, 15, 20 Jahre später merken sie, wozu sie ausgebildet worden sind und treffen heute eine andere Entscheidung. Eine Gewissensentscheidung, keinen Dienst mehr an der Waffe leisten zu wollen.“ 

In seltenen Fällen wenden sich auch aktive Soldatinnen und Soldaten an die Beratungsstellen, weil sie den Kriegsdienst verweigern wollen. Während KDV-Anträge im Allgemeinen sehr gute Chancen hätten, angenommen zu werden, sei das bei aktiven Mitgliedern der Truppe etwas schwieriger, erklärt EAK-Berater Tontsch. Deren Fälle müssten dann teilweise vor Gericht ausgefochten werden. 

Rund 420 Rekruten der Bundeswehr geloben im September 2025 ihren Fahneneid.
Bundeswehrrekrutinnen und -rekruten beim Fahneneid: Auch wer sich einmal bewusst für die Bundeswehr entschieden hat, kann später im Leben einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen. dpa Bildfunkpicture alliance/dpa | Henning Kaiser

Allein im August so viele Anträge auf Kriegsdienstverweigerung wie im ganzen Jahr 2024

Den Kriegsdienst zu verweigern ist in Deutschland ein Grundrecht, festgeschrieben im Grundgesetz Artikel 4 Absatz 3, unabhängig von der seit 2011 ausgesetzten allgemeinen Wehrpflicht: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Es ist aber auch ein Grundrecht, das man aktiv einfordern muss – per Antrag auf Kriegsdienstverweigerung. 

Seit Jahresanfang ist die Zahl der KDV-Anträge, die deutschlandweit bei der Bundeswehr eingegangen sind, stark gestiegen. Waren es im Januar noch 373, gingen im August bereits 3.257 Anträge ein, so eine Sprecherin der Bundeswehr in Köln. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2024 waren es noch 2.998 KDV-Anträge. Im Jahr vor dem russischen Großangriff auf die Ukraine, 2021, waren es sogar nur 209 KDV-Anträge, die bei den Karrierecentern der Bundeswehr eingingen. Nach Bundesländern wird in der Statistik nicht unterschieden. 

Wer entscheidet über Anträge auf Kriegsdienstverweigerung?

Anträge auf Kriegsdienstverweigerung landen zunächst bei den jeweils zuständigen Karrierecentern der Bundeswehr. Sind alle nötigen Dokumente vorhanden, werden sie an das beim Bundesfamilienministerium angesiedelte Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) weitergeleitet. Dort wird über die KDV-Anträge entschieden. Dadurch erklärt sich auch, warum sich die Angaben zu KDV-Anträgen von Bundeswehr und BAFzA unterscheiden. Unvollständige Anträge etwa werden nicht weitergeleitet. Oder Anträge aus einem Jahr erst in einem anderen Jahr entschieden, weil zum Beispiel Nachfragen die Bearbeitungszeit verlängern, so ein BAFzA-Sprecher auf SWR-Nachfrage. Bis Ende September sind im Jahr 2025 beim BAFzA 2.529 KDV-Anträge eingegangen, knapp 90 Prozent davon wurden anerkannt. „Ablehnungen erfolgen zum überwiegenden Teil wegen Unzulässigkeit und nur in Einzelfällen wegen nicht glaubhafter Darlegung der Gewissensgründe“, so der Sprecher. Innerhalb eines Monats kann Widerspruch eingelegt werden, danach beim zuständigen Verwaltungsgericht gegen die Ablehnung geklagt werden. 

In der zweiten Novemberwoche steht die nächste Debatte über das neue Wehrdienstgesetz im Bundestag an. Geht es nach Verteidigungsminister Pistorius, soll das neue Gesetz im Januar in Kraft treten – auch wenn vorher noch viele Details zu klären sind.

3 November, 2025

Ludwigsburg: Mahnwache gegen BOS-Fachtag

November 3 @ 8:00 – 8:30

Liebe Friedensfreundinnen und Freunde,

Beim BOS-Fachtag am 11. November 2025 im Landratsamt Ludwigsburg steht die zivil-militärische Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Vorträge hochrangiger Offiziere der Bundeswehr und von Vertretern des Landes Baden-Württemberg werden einen Beitrag der kommunalen Katastrophenschutzstrukturen zur Kriegstüchtigkeit Deutschlands einfordern.

Wir lehnen wir jede Vorbereitung auf den Kriegsfall durch Kommunen, Katastrophenschutz ,Polizei und Feuerwehr ab. Eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr macht Krieg ein Stück wahrscheinlicher.
Feuerwehr und humanitäre Hilfsorganisationen müssen neutral und unabhängig von politischen oder militärischen Zielen bleiben. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Militär kann diese Neutralität untergraben.

Aufgabe der Hilfsorganisationen ist ist die Rettung von Menschenleben. Kein Krieg ist die  beste Lebensrettung. Deshalb keine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.

Die DFG-VK Gruppe Ludwigsburg ruft auf zur Mahnwache gegen den BOS-Tag am Dienstag, 11. November 2025 von 8 Uhr bis 8.30 Uhr vor dem Landratsamt Ludwigsburg, Hindenburgstr. 40. Aufbau ab 7.45 Uhr.

Kein Krieg ist die beste Lebensrettung
Nie wieder kriegstüchtig
Nein zum BOS-Tag in Ludwigsburg

Ein Ausführlicher Aufruf dazu im Flugblatt im Anhang. Bitte weitergeben und verteilen.!

Wir hoffen auf zahlreiche Beteiligung.

DFG-VK Ludwigsburg

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30 Oktober, 2025

Russen, die den Krieg verweigern

„Wir lassen uns nicht zum Töten zwingen“ war das Thema eines Vortrags zweier Kriegsgegner aus Russland im Gemeindesaal der Evangelischen Stadtkirche Offenburg, zu dem die Deutsche Friedensgesellschaft – Gruppe Mittelbaden zusammen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Ortenau eingeladen hatte. In den meisten westlichen Ländern ist es möglich, den Militärdienst zu verweigern. Wie ist es aber in Russland, einem Land, das einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt? Kämpft dort eine Berufsarmee, für die sich die Frage der Verweigerung nicht stellt? Ganz gewiss nicht, meint Sascha Belik, lange Zeit Geschäftsführer der Bewegung für Kriegsdienstverweigerung in Russland. Er ist Jurist, floh zunächst nach Estland und lebt seit einem Jahr in Polen. Auf zahlreichen Statistiken über die Zahl der Ersatzdienstleistenden in Russland – ansteigend seit dem Krieg von etwa 1.500 in 2023 auf 2.700 Personen im 1. Quartal 2025 – wird klar, dass es durchaus Militärverweigerer in Russland gibt; interessant auch die Zahl der Deserteure, Fahnenflüchtigen oder Befehlsverweigerer: 25.000 seit Kriegsbeginn, aktuell etwa 1.000 pro Monat.

Was bedeuten diese Zahlen? Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung vor der Einberufung ist in Russland seit Jahren gesetzlich verankert, aber es wird darüber nicht aufgeklärt. Wer zum ersten Mal mit den Militärbehörden zu tun hat, dem werden falsche Informationen gegeben – entweder, dass es gar nicht möglich sei, dem Militärdienst zu entgehen oder dass Anträge auf Zivildienst gar keine Chancen hätten usw. Die Bewegung für Kriegsdienstverweigerung in Russland klärt die jungen Männer über ihre Rechte auf – über die Webseite, über einen Telegram-Kanal und telefonisch. Allein über den Telegram-Kanal gebe es 500 Anfragen pro Monat.

2.700 Zivildienstleistende, fast doppelt so viele wie 2023, klingt viel, so Belik. Aber jährlich werden 300.000 Männer zum Wehrdienst einberufen. Auf der anderen Seite bedeutet die sinkende Anerkennungsquote, dass 14.000 Menschen einen Antrag auf Zivildienst gestellt haben, von denen aber nur 20 % durchgekommen sind.

Wehrdienstentziehung wird in Russland mit Geldstrafen bestraft und nur zu einem winzigen Teil mit einer Gefängnisstrafe. Wer verurteilt wird, ist ein Jahr vom Wehrdienst befreit – ein Jahr Zeit, um zu überlegen, welche weiteren Schritte zur Vermeidung des Militärdienstes es gibt. Es gibt auch – nur inoffiziell – die Variante des Freikaufes: je nach Region können 6.000 oder 10.000 Euro dafür ausreichen. Am dramatischsten ist zweifelsohne die Fahnenflucht. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern ist es in Russland nicht möglich, als Soldat den Kriegsdienst zu verweigern.

Viele Männer, seien es Wehrdienstentzieher oder Deserteure, versuchen das Land zu verlassen – über Armenien, Georgien, die Türkei. Manche kommen dann in EU-Staaten und die müssen sich dann zu ihnen verhalten.

Damit begann der Part des zweiten Referenten, Artem Klyga, auch er Jurist und bekannter Berater aus Moskau. Als ihm selbst die Einberufung drohte, floh er nach Usbekistan und kam schließlich nach Deutschland. Hier hat er einen subsidiären Schutzstatus erhalten, aber nicht politisches Asyl.

Die EU-Staaten haben zu Beginn des Krieges vollmundig erklärt, dass sie jene Russen, die sich weigern, am Angriffskrieg ihres Landes gegen die Ukraine mitzuwirken, natürlich unterstützen werden. Die Realität sieht nach der Erfahrung Klygas anders aus. Während er Frankreich lobt, Deutschland in der Zeit der Ampel-Regierung mit Einschränkungen, berichtet er von Finnland oder Litauen, die russische Männer wieder abschieben, weil sie als Gefährder der nationalen Sicherheit gesehen werden. In den Ländern mit einer direkten Grenze zu Russland sitze die Angst vor Russen so tief, dass sie auch vor jenen, die sich mit ihrem Handeln gegen den Krieg stellen, nicht Halt macht.

Ein Lichtblick ist für Artem Klyga, dass die wahren Informationen über die Gefährdung der Deserteure in Russland in den Berichten des Europarats inzwischen auftauchen. Das wiederum ist wichtig, um in Gerichtsverfahren in Deutschland auf solche offiziellen Dokumente hinweisen zu können. Denn das für Asylfragen zuständige Bundesamt für Migration und Flucht (BAMF) argumentiere immer wieder mit der falschen Propaganda aus Russland, dass Wehrpflichtige nicht in Gefahr stünden, an die Front geschickt zu werden. Erfreulicherweise haben Gerichte in Berlin und Wiesbaden inzwischen einigen Wehrdienstentziehern einen subsidiären Schutzstatus gewährt.

Und wie können wir Klygas und Sascha Beliks Arbeit unterstützen? Belik verweist auf die Webseite stoparmy.org/en und die Möglichkeiten, für die Arbeit zu spenden. Denn die Bewegung ist in Russland offiziell nicht registriert, aber als „ausländischer Agent“ klassifiziert.

Am Ende einer lebhaften Diskussion mit dem Publikum rufen die Referenten dazu auf, die Informationen darüber zu verbreiten und den Bundestagsabgeordneten mitzuteilen, damit diese sich an die früheren Versprechen zur Unterstützung von russischen Kriegs- gegnern wieder erinnern.

Stephan Brües/Ernst Rattinger

mittelbaden@dfg-vk.de 

29 Oktober, 2025

Einladung Neujahrstreffen der DFG-VK Baden-Württemberg

Samstag, 24. Januar 2026
Bonhoeffer-Haus, Gartenstraße 29a, Karlsruhe
10:30 – 17:00 Uhr

10:30 – 11:00 Uhr | Begrüßung und Einführung

Begrüßung durch Klaus Pfisterer, Landesvorsitzender
Einführung in das Thema und Tagesüberblick

11:00 – 13:00 Uhr | Wehrdienstmodernisierungsgesetz

Auseinandersetzung mit dem neuen Wehrdienstmodernisierungsgesetz und den Herausforderungen für die Friedensarbeit:
• Aufbau eines Berater*innen-Netzwerks
• Informationsveranstaltungen vor Ort
• Planung weiterer Beraterschulungen (Bedarfsanalyse)
• Konzept einer KDV-Info-Rundreise mit dem Bulli durch Baden-Württemberg

13:00 – 14:00 Uhr | Mittagspause

Gemeinsames Mittagessen für alle Anwesenden (nach vorheriger Anmeldung)

14:00 – 16:30 Uhr | Arbeitsgruppenphase

1. Bündnisarbeit – neue Strukturen und Friedensnetz in Baden-Württemberg
2. KDV-Berater*innenaustausch – Erfahrungsaustausch und Diskussion
3. Militäretat und soziale Kürzungen – Analyse, Strategien, friedenspolitische Argumente

16:30 – 17:00 Uhr | Abschlussrunde

Gemeinsamer Austausch, Diskussion und Ausblick

Liebe Mitglieder, Liebe Unterstützer*innen,

wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Für einen Unkostenbeitrag sind wir dankbar. Um Anmeldung wird bis spätestens 15.01.2026 gebeten.

Danke und friedliche Grüße

Euer DFG-VK Baden-Württemberg – Landesvorstand

27 Oktober, 2025

Freiburg: Friedenslogik verstehen – Impulse für die Friedenspädagogik

Oktober 28 @ 18:00 – 20:00

Vortrag und Gespräch mit Prof. i.R. Dr. Hanne-Margret Birckenbach 
Reihe Friedenspolitische Hochschulgespräche

Ist Frieden OUT? Die friedenslogische Frage ist: Wie wird Frieden IN? Frieden hat man nicht – Frieden muss man machen! Das ist eine Kernbotschaft des vielschichtigen Schlüsselbegriffs Frieden. Er ermöglicht es, die Hoffnung auf die Utopie eines friedlichen Zusammenlebens mit Handlungsmöglichkeiten in einer Wirklichkeit zu verbinden, die wir Unfrieden nennen: Sie ist von Gewalt und eskalationsträchtigen Konflikten geprägt und enthält zugleich Potentiale mehr Frieden zu bewirken. Die Entwicklung dieser Potentiale steht im Vordergrund friedenslogischen Denkens und Handelns.

Viele Initiativen haben der provozierenden Aussage widersprochen, Deutschland müsse kriegstüchtig werden. Sie fordern im Gegenzug im Einklang mit dem Grundgesetz und der Charta der Vereinten Nationen jetzt Friedenstüchtigkeit. Damit geben sie für den politischen Diskurs den Impuls, darüber ins Gespräch zu kommen, was es für ein Land, eine Stadt und die Bürger*innen heute bedeuten könnte, friedenstüchtig zu werden.

Vor dem Hintergrund theoretischer und empirischer Befunde der Friedens- und Konfliktforschung wird der Vortrag auf drei Fragen eingehen:

  • Was ist mit Frieden gemeint, wenn von Friedenstüchtigkeit gesprochen wird?
  • Was wissen wir darüber, welche Handlungsprinzipien geeignet sind, Frieden zu bewirken?
  • Welche Kompetenzen, Ermutigungen, Fähigkeiten sowie Lernorte- und Arrangements werden benötigt, um Frieden bewirken zu können?

Zur Person

Prof. i.R. Dr. Hanne-Margret Birckenbach ist Sozialwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung und ausgebildete Mediatorin. Ihre Dissertation an der FU Berlinbefasste sich mit der politischen Psychologie der Wehrdienstbereitschaft von Jugendlichen. Sie arbeitete am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg, an den Universitäten Kiel und Bremen und war bis 2012 Professorin für Europastudien und Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Gießen. Dort waren ihre Schwerpunkte Präventive Diplomatie in den baltischen Staaten und in den EU-Russlandbeziehungen. 2013 gründete sie zusammen mit Nachbar:innen eine „Schule ohne Grenzen“ für Geflüchtete. 2023 wurde ihr der Göttingen Friedenspreis verliehen. 2023 erschien ihr Buch „Friedenslogik verstehen. Frieden hat man nicht, Frieden muss man machen“.

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