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Konstanz

13 März, 2026

Ostermärsche 2026 – Für Frieden auf die Straße

Die weltpolitische Lage wird immer gefährlicher. Regierungen sprechen weiter von Aufrüstung und „Kriegstüchtigkeit“. Die Gefahren und Risiken dieser Forderungen werden viel zu wenig reflektiert. Militärische Stärke ist wieder zur zentralen politischen Antwort geworden.

Gleichzeitig geraten Diplomatie, Völkerrecht und internationale Zusammenarbeit immer stärker unter Druck und verlieren an Durchsetzungskraft. Statt die Grundlage für eine friedliche internationale Ordnung zu bilden, erscheinen Institutionen wie die Vereinten Nationen vielen politischen Entscheidungsträger*innen nur noch wie Relikte aus einer anderen Zeit. Das „Zeitalter der Großmächte“, so heißt es inzwischen offen, sei angebrochen.

Deshalb ist es auch in diesem Jahr an Ostern wichtig, auf die Straße zu gehen. Wenn wieder von einem „Zeitalter der Großmächte“ gesprochen wird, braucht es Stimmen, die dieser Logik widersprechen. Die Ostermärsche sind eine Gelegenheit, sichtbar zu machen, wie gefährlich dieses Denken in militärischen Lösungen ist – und gemeinsam für eine friedlichere Zukunft zu demonstrieren.

Auch in Baden-Württemberg finden rund um Ostern wieder zahlreiche Aktionen statt. Sicher ist auch eine Veranstaltung in eurer Nähe.

Also: Bildet Banden, organisiert Fahrgemeinschaften und kommt gemeinsam zu den Ostermärschen.

Ostermärsche in Baden-Württemberg

Samstag, 4. April (Karsamstag)

Ellwangen – 10:00 Uhr

10:00 Uhr Auftakt am Bahnhof
11:00 Uhr Kundgebung am Fuchseck

Redner*innen:

  • Dr. Dietrich Böhme (Mahnwache Ellwangen)
  • Josef Baumann (Friedensforum Ellwangen)
  • Susanne Büttner (Dekanin im Justizvollzug – Schwäbisch Gmünd)
  • Safiyet Brucks („Ostalb für Palästina“ – Schwäbisch Gmünd)
  • Jutta Dorsch (DFG-VK Friedensgruppe Heidenheim)

Musik: Andrea Bartz, Walter Belge, Up-surdo

Flyer Ostermarsch Ellwangen

Stuttgart – ab 10:45 Uhr

Auftakt um 10:45 Uhr am EUCOM in Stuttgart‑Vaihingen (Radauftakt). Anschließend Fahrradkorso für den Frieden in die Innenstadt.

Auftakt Innenstadt:

11:58 Uhr – Kundgebung Schlossplatz
13:00 Uhr – Auftaktkundgebung auf dem Schlossplatz
ca. 14:00 Uhr – Abschlusskundgebung

Redner*innen u.a.:

·       Emil und Tizi (Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“)

·       Clara Meier (DFG‑VK Kriegsdienstverweigerungsberatung)

·       Jürgen Wagner (Informationsstelle Militarisierung – IMI)

·       Maike Schollenberger (ver.di Landesbezirk)

·       Michael von der Schulenburg (ehem. UN‑Diplomat, MdEP)

Musik: The Chunk Funk Connection, Bernd Köhler und ewo2

Aufruf Ostermarsch Stuttgart

Freiburg – 11:00 Uhr

Auftakt 11:00 Uhr, Platz der Alten Synagoge.

Redner*innen u.a.:

·       Jürgen Grässlin (DFG‑VK)

·       Dr. Helmut Lohrer (IPPNW)

·       Vertreter*in des Schulstreiks gegen Wehrpflicht

Musik: Roma‑Band. Anschließend Demonstration durch die Innenstadt (Ende ca. 13 Uhr).

Mannheim – 13:00 Uhr

Start der Demonstration am Paradeplatz. Demonstration durch die Innenstadt.

Abschlusskundgebung 14:30 Uhr am Alten Messplatz mit Redebeiträgen und Musik.

Flyer Ostermarsch Mannheim

Heidelberg – 14:00 Uhr

Auftakt im Park bei der Stadtbücherei (Poststraße). Demonstration durch die Innenstadt.

Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz.

Redner*innen u.a.:

·       Maximilian Heßlein (KDA)

·       Prof. Dr. Ulrich Duchrow

·       Joachim Guilliard (Friedensbündnis Heidelberg)

Musik: Zaki Darya (Gitarre und Gesang).

Flyer Ostermarsch Heidelberg

Kehl / Strasbourg – 14:00 Uhr

Deutsch‑französischer Ostermarsch. Auftaktkundgebung in Kehl und Demonstration über die Rheinbrücke nach Strasbourg.

Flyer Ostermarsch Kehl-Strasbourg

Alpirsbach / Freudenstadt – 14:30 Uhr

Kundgebung im Kurgarten Alpirsbach (neben dem Kloster).

Programm u.a.:

·       Musik: Tobias Steeg & Co.

·       Lieder: Theodor Ziegler

·       Theaterszenen: Edith Koerber und Kinder

·       Vortrag: Dr. Ulrich Bausch

Montag, 6. April (Ostermontag)

Ulm – 11:00 Uhr

Start an der Wilhelmsburg‑Kaserne. Demonstration in die Innenstadt mit Zwischenstopp am ehemaligen Garnisons‑Arresthaus.

Abschlusskundgebung auf dem Münsterplatz.

Redner*innen u.a.:

·       Tobias Pflüger (IMI)

·       Christiane Reymann (Journalistin)

Flyer Ostermarsch Ulm

Konstanz / Kreuzlingen – 13:00 Uhr

Internationaler Bodensee‑Friedensweg. Start an der Konzertmuschel im Stadtgarten Konstanz.

Redner*innen u.a.:

·       Jürgen Grässlin (DFG-VK)

·       Helena Nyberg (WILPF)

Flyer Internationaler Bodensee-Friedensweg

Müllheim – 14:00 Uhr

Auftakt an der Robert‑Schuman‑Kaserne. Demonstration in die Innenstadt mit Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz.

Aufruf Ostermarsch Müllheim

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen: https://bawue.dfg-vk.de/events/

Fehlt ein Ostermarsch in Baden-Württemberg? Dann schreibt uns gerne – wir ergänzen ihn.

16 Dezember, 2025

Schulstreiks gegen die Wehrpflicht – Wir unterstützen den Widerstand

Slogans des Tages:

„Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft“

„Uns kriegt ihr nicht“

„Bevor ihr uns mustert, mustert euch selber“

Am 5. Dezember haben bundesweit Schulstreiks gegen die drohende Wiedereinführung der Wehrpflicht stattgefunden. In über 100 Städten gingen mehr als 55.000 junge Menschen auf die Straße – die meisten von ihnen Schülerinnen und Schüler. Anlass war das Wehrdienstmodernisierungsgesetz, das viele als Einfallstor für eine neue Wehrpflicht bewerten.

Auch in Baden-Württemberg gab es zahlreiche Schulstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen. Im Folgenden dokumentieren wir die Aktionen, von denen wir als DFG-VK Baden-Württemberg Kenntnis haben. Vermutlich gab es weitere – falls eine Aktion hier fehlt, bitten wir um Entschuldigung und freuen uns über Hinweise.

Schulstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen in Baden-Württemberg

Stuttgart

In Stuttgart demonstrierten fast 1.000 Schüler*innen gegen die drohende Wiedereinführung der Wehrpflicht. Auch aus umliegenden Städten wie Backnang oder Heilbronn wurde mobilisiert. Auf dem Kronprinzenplatz stellten Redner*innen die zentrale Frage:

„Haben wir nicht ein Recht darauf, in Frieden zu leben?“

Beteiligt waren u.a. SDAJ, Internationale Jugend, Young Struggle, SOLID sowie viele Schulen. Die DFG-VK begleitete die Demo solidarisch und gab praktische Hinweise zum Widerstand gegen den neuen Wehrdienst – von politischer Organisierung über zivilen Ungehorsam bis zur Kriegsdienstverweigerung.

Freiburg

Am Platz der Alten Synagoge kamen rund 1.000 Schüler*innen zusammen. Viele äußerten Angst davor, töten oder sterben zu müssen, und kritisierten, nicht in politische Entscheidungen einbezogen zu werden. Mehrere Redebeiträge benannten den Widerspruch zwischen dem schulischen Grundsatz „Gewalt ist keine Lösung“ und dem aktuellen politischen Handeln.

Auch in Freiburg war die DFG-VK solidarisch auf der Straße und verwies auf die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerungsberatung.

Karlsruhe

In Karlsruhe versammelten sich rund 700 Menschen, überwiegend Schüler*innen. Aufgerufen hatte das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Der Ort war bewusst gewählt: vor dem Bundesverfassungsgericht.

Schilder wie „Bevor ihr uns mustert, mustert euch selber“ richteten sich direkt an die Regierenden. Für die DFG-VK Karlsruhe sprach Stefan Lau und versicherte den Jugendlichen volle Solidarität – politisch gegen Wehrpflicht und praktisch bei der Verweigerung.

Tübingen

In Tübingen kamen rund 700 junge Menschen zu Kundgebung und Demonstration zusammen. Protestiert wurde gegen die drohende Wehrpflicht und die Aufrüstungsdynamik, die als „Dynamik des Todes“ beschrieben wurde.

Kreative und deutliche Schilder forderten Politiker*innen auf, selbst Verantwortung zu übernehmen, statt junge Menschen in den Militärdienst zu zwingen. Die Botschaft:

„Wir sterben nicht in euren Kriegen – wir wollen eine echte Zukunftsperspektive.“

Heidelberg

In Heidelberg versammelten sich über 600 Menschen, die meisten Schüler*innen, am Friedrich-Ebert-Platz. Parolen wie „Unser Leben kriegt ihr nicht“ machten die Ablehnung der Wehrpflicht deutlich.

Auf der Demo Richtung Universitätsplatz kritisierten Redner*innen, dass politische Entscheidungen über junge Menschen hinweg getroffen werden. Auch hier steht die DFG-VK-Regionalgruppe den Jugendlichen mit Beratung und Unterstützung zur Seite.

Konstanz

In Konstanz streikten rund 250 Schüler*innen auf dem Münsterplatz. Sie lehnten das Wehrdienstmodernisierungsgesetz klar ab und machten deutlich, dass sie nicht gegen andere Menschen kämpfen wollen – „nicht für Deutschland und auch sonst nicht“.

Die DFG-VK unterstützt die Proteste solidarisch und praktisch. In Konstanz wird zudem eine Beratungsstelle zur Kriegsdienstverweigerung aufgebaut.

Ulm

In Ulm beteiligten sich etwa 120 junge Menschen an einer Demonstration durch die Innenstadt mit Abschlusskundgebung vor dem Rathaus. Viele befürchteten, dass der neue Wehrdienst nur der erste Schritt zur Wiedereinführung der Wehrpflicht sei.

Besonders betont wurde das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung und der Aufruf, dieses Recht aktiv zu verteidigen.

Reutlingen

In Reutlingen protestierten rund 100 junge Menschen auf dem Marktplatz. Banner der DGB-Jugend sowie klare Aussagen gegen Wehrpflicht, Pflichtdienste, Aufrüstung und Militarisierung prägten die lebendige Kundgebung.

Heilbronn

In Heilbronn fand am Nachmittag am Bollwerksturm eine Kundgebung mit rund 70 Teilnehmenden statt. Die Schülerin Sama, die mit ihrer Familie vor dem Krieg in Syrien geflohen ist, berichtete von ihrer Sorge über die zunehmende Bedeutung von Krieg und Militarisierung in Deutschland.

Mitorganisator Benedikt Bihr kritisierte, dass Gelder für Aufrüstung fehlten, während in Bildung und Infrastruktur gespart werde.

Kirchheim/Teck

In Kirchheim/Teck organisierten Jugendliche gemeinsam mit den Jusos und der DFG-VK Neckar-Fils eine Mahnwache gegen Wehrpflicht – direkt gegenüber dem Weihnachtsmarkt, der „Frieden auf Erden“ verkündet.

BEPart – Kinder- und Jugendbeteiligung kritisierte politische Entscheidungen ohne echte Beteiligung junger Menschen. Für die DFG-VK betonte Hans Dörr: Deutschland müsse nicht kriegstüchtig, sondern friedensfähig werden.

Ludwigsburg

Auf dem Akademiehof protestierten zahlreiche junge Menschen gegen neuen Wehrdienst und Militarisierung. Ihre Botschaft: „Wir sind kein Kanonenfutter.“ Kritisiert wurden Aufrüstung und politische Prioritäten, während an Schulen Geld fehle.

Offenburg

In Offenburg war ein Schulstreik geplant, doch wegen angedrohter Repressionen blieb es bei zwei Kundgebungen. Die Kritik am Wehrdienstmodernisierungsgesetz blieb deutlich. Die DFG-VK Mittelbaden unterstützt junge Menschen bei der Kriegsdienstverweigerung und im politischen Widerstand gegen Militarisierung.

Schopfheim & Weil am Rhein

In Schopfheim und Weil am Rhein protestierten Schüler*innen aus der Region gegen die drohende Wehrpflicht. Besonders häufig genannt wurde die Ungerechtigkeit, nicht wählen zu dürfen, aber bereits für den Militärdienst eingeplant zu sein.

Danke – und unsere Solidarität

Wir bedanken uns bei allen Schülerinnen und Schülern, die am 5. Dezember gestreikt, organisiert, mobilisiert und öffentlich Position bezogen haben. In Zeiten zunehmender Militarisierung ist euer Engagement wichtig – und ermutigend.

Als DFG-VK Baden-Württemberg stehen wir solidarisch an eurer Seite:

• Politisch unterstützen wir Streiks, Demonstrationen, Aufrufe und Aktionen gegen Wehrpflicht und Militärzwang – auch Formen zivilen Ungehorsams gegen Musterung und Datenerfassung.

• Praktisch unterstützen wir mit unserer Kriegsdienstverweigerungs-Beratung. Lasst euch beraten, bevor ihr etwas abschickt – oder lasst euren Text prüfen.

📩 Kontakt zur KDV-Beratung:

ba-wue@dfg-vk.de

Der nächste Streiktermin steht bereits fest: 5. März. Auch dann werden wir wieder solidarisch unterstützen.

So long: the old can learn from the young.

3 Dezember, 2025

05 I 12 I Schulstreiks gegen Wehrpflicht

Am 5. Dezember legen bundesweit Schüler*innen die Stifte hin.

Die Regierung sollte besser hinhören, wenn die Zukunft unseres Landes sich gegen die Wehrpflicht organisiert und dass sie sich nicht zu Kanonenfutter machen lassen wollen.

Der Schulstreik wird ein deutliches Zeichen des Widerstands gegen Zwangsdienst, Militarisierung und die Gefährdung ihrer Zukunft. Er richtet sich gegen eine Politik, die fortwährend Entscheidungen über ihr Leben trifft, ohne sie überhaupt ernst zu nehmen.

Wir, die DFG-VK Baden-Württemberg, stehen an der Seite der streikenden Schüler*innen.

Wir unterstützen ihren Widerstand gegen jede Form von Wehrpflicht und Zwangsdiensten. Und wir stehen bereit, wenn sie Kriegsdienst verweigern wollen: informiert euch auf verweigern.info was zu tun ist, wir helfen dann gerne! 

Unsere Mitglieder rufen wir auf:

Begleitet die Streiks. Unterstützt die Schüler*innen. Gebt ihnen Infos zum Umgang mit dem Wehrdienstmodernisierungsgesetz. Sand ins Getriebe der Militärmaschinerie!

UPdate:

  • Ulm I Valckenburg-Schule I 10:30 Uhr (Streik)
  • Offenburg I Re Carre I 17:30 Uhr (solidarische Kundgebung)
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