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Ekiba

16 Juli, 2026

Ulli-Thiel-Friedenspreis 2026: Wenn Kinder uns zeigen, wie Frieden geht

Es gibt Termine im Jahr, auf die wir uns als DFG-VK Baden-Württemberg ganz besonders freuen. Die Verleihung des Ulli-Thiel-Friedenspreises gehört ohne Zweifel dazu. Denn kaum eine Veranstaltung macht so viel Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft wie dieser Wettbewerb, bei dem Kinder und Jugendliche ihre Gedanken, Ideen und Visionen für Frieden und gewaltfreies Zusammenleben einbringen.

Unter dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ wurden am 26. Juni 2026 im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart bereits zum siebten Mal Schülerinnen und Schüler für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Das Motto geht auf den Friedensaktivisten und Namensgeber des Preises Ulli Thiel zurück und hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Schon Stunden vor Beginn herrschte geschäftiges Treiben. Das Team der den Preis ausrichtenden Organisationen war früh vor Ort, um gemeinsam die letzten Vorbereitungen zu treffen. Technik wurde aufgebaut, die Ausstellung der eingereichten Arbeiten im Lichthof gestaltet und die Preisverleihung vorbereitet.

Selbst ein kurzfristiger Stromausfall in der Stuttgarter Innenstadt konnte die gute Stimmung nicht trüben. Besonders beeindruckt hat uns dabei die Ruhe und Professionalität des Teams vom Haus der Katholischen Kirche. Trotz großer Hitze blieb alles entspannt und lösungsorientiert. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Für das ausgezeichnete Catering, das die Gäste während des Nachmittags versorgte, gilt unser Dank ebenso den beteiligten Caterer*innen.

Nach und nach trafen die ersten Schulklassen ein. Einige probten noch ihre musikalischen Beiträge, andere bauten Präsentationen auf oder bereiteten die Vorstellung ihrer Arbeiten vor. Im Lichthof entstanden viele Gespräche zwischen Schülerinnen, Lehrkräften, Eltern, Gästen und den Vertreterinnen der veranstaltenden Organisationen. Diese Begegnungen sind ein wichtiger Teil des Ulli-Thiel-Friedenspreises. Bewusst möchten wir dabei nicht nur auszeichnen, sondern mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen, ihre Gedanken kennenlernen und erfahren, wie sie auf die Welt blicken. Bei Getränken und kleinen Snacks konnten die ausgezeichneten Werke betrachtet werden, bevor die eigentliche Preisverleihung begann.

Und dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten.

Wer dabei war, wird die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen nicht so schnell vergessen. Wenn Grundschülerinnen und Grundschüler ihre Friedensideen vorstellen und darüber sprechen, was sie selbst für ein gutes und friedliches Leben brauchen, wenn selbstgeschriebene Lieder gesungen oder Kunstwerke erklärt werden, dann wird deutlich, wie viel Kreativität, Mitgefühl und Nachdenklichkeit in der jungen Generation steckt. Oft sind es gerade die einfachen Gedanken und Botschaften, die besonders berühren und auf die wir Erwachsenen selbst nicht gekommen wären. Vielleicht sollten wir tatsächlich häufiger den Kindern zuhören, wenn wir über Frieden sprechen.

Genauso bewegend waren die Beiträge älterer Schülerinnen und Schüler. In Poetry-Slams, Liedern, Wortbeiträgen und Kunstprojekten formulierten sie ihre Kritik an Ausgrenzung, Ungerechtigkeit, Krieg und den politischen Verhältnissen unserer Zeit. Dabei verbanden sie Fragen von Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz miteinander. Es ist beeindruckend und oft auch augenöffnend zu erleben, mit welcher Klarheit junge Menschen gesellschaftliche Missstände benennen und zugleich den Mut haben, Hoffnung und Veränderung einzufordern.

Insgesamt wurden in diesem Jahr mehr als 60 Arbeiten von 28 Schulen eingereicht. Die Jury zeichnete 14 Beiträge aus und vergab zusätzlich zehn Anerkennungspreise. Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt Kyra Brand vom Nellenburg-Gymnasium Stockach für ihre berührende Geschichtensammlung „Geschichten eines Kindes“. Darin schildert sie die Schrecken des Krieges aus der Perspektive von Kindern und macht eindrucksvoll deutlich, dass junge Menschen oft die größten Leidtragenden bewaffneter Konflikte sind.

Die weiteren ausgezeichneten Arbeiten zeigten, wie vielfältig Kinder und Jugendliche sich dem Thema Frieden nähern. Friedensspiele, Kunstwerke, Lieder, Gedichte, Geschichten und Gemeinschaftsprojekte machten deutlich, dass Frieden weit mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Frieden entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, zuhören, respektvoll miteinander umgehen und sich für andere einsetzen.

Für alle teilnehmenden Schulen, Klassen und Gruppen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Themen Krieg, Frieden und Gewaltfreiheit weiter zu vertiefen. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen bieten wir an, Schulen zu besuchen und mit Schülerinnen und Schülern über Friedenspolitik, Kriegsdienstverweigerung, Konfliktlösung und gewaltfreie Alternativen zu Krieg zu sprechen. Interessierte Schulen können sich hierfür gerne an den Landesverband der DFG-VK Baden-Württemberg wenden.

Im Rahmen der Preisverleihung hielt auch Bischof Dr. Klaus Krämer eine Laudatio und würdigte das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die Worte von Sonnhild Thiel, der Ehefrau des verstorbenen Namensgebers des Preises. Sie gab den jungen Menschen einen Satz mit auf den Weg, der gerade in den heutigen Zeiten aktueller kaum sein könnte:

„Folgt nie einem Befehl, informiert euch, denkt selbst nach und entscheidet freiwillig nach eurem Gewissen und nach den Prinzipien der Menschenrechte.“

Der Preis trägt den Namen von Ulli Thiel (1943–2014). Er war Sonderpädagoge, Friedensaktivist, langjähriger Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg, in der GEW engagiert und den Kirchen eng verbunden. Als Mitinitiator der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm im Jahr 1983 prägte er die Friedensbewegung in Baden-Württemberg nachhaltig. Von ihm stammt der Satz „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zum Motto des Wettbewerbs wurde. Dass heute kirchliche Organisationen, Friedensgruppen und Bildungsverbände gemeinsam diesen Preis vergeben, spiegelt auch das wider, wofür Ulli Thiel selbst stand: die Zusammenarbeit unterschiedlicher Menschen und Organisationen für eine friedliche und gerechte Gesellschaft.

Für uns als DFG-VK Baden-Württemberg war dieser Nachmittag vor allem eines: eine Erinnerung daran, warum sich Friedensarbeit lohnt. Während vielerorts über Aufrüstung, Abschreckung und Kriegstüchtigkeit diskutiert wird, zeigen Kinder und Jugendliche, dass es auch andere Perspektiven gibt – Perspektiven, die von Mitgefühl, Kreativität, Menschlichkeit und dem Wunsch nach einer friedlicheren Welt geprägt sind.

Deshalb möchten wir allen danken, die den Ulli-Thiel-Friedenspreis möglich machen: den beteiligten Organisationen, den vielen Ehrenamtlichen, den Jurymitgliedern, den Lehrkräften, die das Thema Frieden in ihre Schulen tragen, und natürlich den Eltern, die ihre Kinder dabei unterstützen.

Vor allem aber danken wir den Schülerinnen und Schülern selbst. Sie sind das Herz dieses Wettbewerbs. Ihre Arbeiten zeigen, dass Friedensbildung wirkt und dass die Idee „Frieden schaffen ohne Waffen“ auch mehr als vierzig Jahre nach ihrer Formulierung nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Für uns ist dieses Motto weit mehr als ein Slogan. Denn nur ohne Waffen und nur durch Gewaltfreiheit kann der eskalative Spiralcharakter von Gewalt und Krieg durchbrochen werden.

Wer die ausgezeichneten Arbeiten selbst entdecken möchte, findet sie auf der Homepage des Ulli-Thiel-Friedenspreises. Ein Besuch lohnt sich. Die Beiträge zeigen eindrucksvoll, wie junge Menschen heute über Frieden, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung nachdenken.

Dokumentation der Friedenspreise

Wir hoffen, dass sich im kommenden Wettbewerbsjahr noch mehr junge Menschen beteiligen und ihre Ideen für eine friedliche Zukunft einreichen. Denn eine demokratische und friedliche Gesellschaft entsteht nicht von selbst – sie wächst dort, wo Menschen lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Und genau das konnten wir an diesem wunderbaren Nachmittag in Stuttgart erleben.

Besonders bedanken möchten wir uns zum Schluss bei Ruth Scheel, die den Ulli-Thiel-Friedenspreis für die DFG-VK Baden-Württemberg betreut. Wir glauben, sagen zu dürfen, dass sie weit darüber hinaus auch diejenige ist, die mit großem Engagement, viel Herz und einem bemerkenswerten Organisationstalent dafür sorgt, dass dieser Preis Jahr für Jahr so liebevoll gestaltet wird, weiterwächst und immer mehr junge Menschen erreicht.

Alle Fotos von Peter Axmann ©

27 Juni, 2026

PM: KYRA BRAND AUS DEM NELLENBURG GYMNASIUM STOCKACH ERHÄLT DEN ULLI THIEL FRIEDENSPREIS 2026

KYRA BRAND AUS DEM NELLENBURG GYMNASIUM STOCKACH
ERHÄLT DEN ULLI THIEL FRIEDENSPREIS 2026

Der „Ulli-Thiel-Friedenspreis“ für Schüler:innen in Baden-Württemberg wurde zum siebten Mal verliehen und stärkt die Friedensbildung an Schulen. Dies wurde bei der Preisverleihung am 26. Juni 2026 im Haus der katholischen Kirche in Stuttgart deutlich.

Es gab mehr als 60 Einsendungen von 28 verschiedenen Schulen. Insgesamt wurden dieses Jahr 14 Beiträge ausgezeichnet. Darunter waren vielfältige kreative und literarische Arbeiten, die von hohem Engagement zeugen. Die Jury hatte daher eine schwierige Entscheidung zu treffen. Deshalb entschied sie sich, noch zehn Anerkennungspreise zu verleihen.

Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt Kyra Brand für ihre „Geschichten eines Kindes“.

Kyra Brand besucht die Kursstufe 1 des Nellenburg-Gymnasiums in Stockach. In ihrer Geschichtensammlung setzt sie sich damit auseinander, dass Kinder am schlimmsten von Kriegen betroffen sind. Sie schreibt in ihrer Bewerbung: „Ich wollte nicht einfach nur über den Frieden schreiben, sondern vielmehr auch den Horror und die Schrecken des Krieges aus der Perspektive eines Kindes darstellen. Damit endlich Frieden entstehen kann“. Es sind Geschichten, die unter die Haut gehen und berühren.

Die weiteren Preise, jeweils mit 150 Euro dotiert, gehen an 13 unterschiedliche Schulen. Mal sind es Einzelpreise, wie für Lennox Ahlskog vom Isolde-Kurz-Gymnasium Reutlingen, dessen Bild eine Rakete in einem Käfig zeigt. Seine Aussage dazu: „Wer Frieden will, muss umdenken.“ Friedensspiele, die die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema fördern, wurden von Schüler:innen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Weinheim und der Gewerblichen Schule in Schwäbisch Hall entwickelt.

Die Arbeiten der Steinlachschule Mössingen zeigen, dass Frieden bunt und kreativ ist. Die Klasse zeichnete in Anlehnung an James Rizzi friedvolle Städte. Die Kunst-AG der Lindenrain-Schule Ebhausen stellte Friedenssymbole aus Ytong her und machte sich zu ihrer Bedeutung Gedanken. Lieder gegen den Krieg und für den Frieden wurden von einer Klasse der Erich-Kästner-Realschule Offenburg und der Song-AG des Hohenstaufen-Gymnasium Göppingen eingereicht. Die Frage „Was braucht ein Kind?” versuchten Grundschüler:innen der Grundschule Kreuzäcker und der Sonnenhofschule Schwäbisch Hall in einem kleinen Büchlein darzustellen. Ebenso ausgezeichnet wurden beeindruckende Texte oder Gedichte, eingereicht von der Hilde-Domin-Schule Herrenberg, der Europäischen Schule Karlsruhe, dem Schlossgymnasium Künzelsau und Fanny Rupel aus dem Suso-Gymnasium Konstanz.

Bischof Dr. Klaus Krämer hielt die Laudatio: „Eure Arbeiten sind für mich und viele Menschen ein Zeichen der Hoffnung, da sie zeigen, dass jede und jeder etwas für den Frieden tun kann. Sie geben jedem Menschen den Impuls mit, dass es sich lohnt, die Chance auf Mitgestaltung eines friedlichen Zusammenlebens zu ergreifen. Ihr seid damit auch Vorbilder für andere, auch über eure Schule hinaus.“ Damit wurde die Wertschätzung dieser Arbeiten deutlich.

Sonnhild Thiel, Ehefrau des verstorbenen Namensgebers des Preises, betonte in ihrer Rede: „Folgt nie einem Befehl, informiert euch, denkt selbst nach und entscheidet freiwillig nach eurem Gewissen und nach den Prinzipien der Menschenrechte.“

Die neue Ausschreibung für den Wettbewerb 2026/ 27 startet am Weltfriedenstag, 21. September 2026.

Zum Hintergrund:

Der Preis wird von der Evangelischen Landeskirche in Baden, der DFG-VK Baden-Württemberg, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), „pax an!“ – Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und Völkerverständigung, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und pax christi Freiburg und Rottenburg-Stuttgart ausgelobt.

Ulli Thiel (1943 – 2014) war Sonderschullehrer, Friedensaktivist und Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm 1983, der bislang

größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland. Von ihm stammt der Spruch „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zum Motto des Preises geworden ist.

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