Jürgen Grässlin, DFG-VK-Bundessprecher und Kampagnensprecher der »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«, hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der er auf die alarmierenden neuen Daten des internationalen Friedensforschungsinstituts SIPRI zur weltweiten Rüstungsentwicklung hinweist. Da wir diese Informationen für von größter Bedeutung halten, teilen wir sie hiermit vollständig auf Deutsch.
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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
die weltweite Aufrüstungsspirale dreht sich in schwindelerregende Höhen, wie das aktuelle Ranking des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI für die Top-100-Konzerne belegt. Während zur Bekämpfung der dramatisch voranschreitenden Klimakatastrophe, des weltweiten Hungers, der Bildung aller Menschen und auch in den Bereichen Pflege und Gesundheit das dringend benötigte Geld fehlt, wird weltweit in nie gekanntem Maße hochgerüstet!
Unter den Top Ten der Rüstungsgiganten sind sechs Konzerne aus den USA, zwei aus China, einer aus Großbritannien und einer aus Russland. Derweil werden (und wurden) mehr als 25 Kriege geführt und finanziert – die bekanntesten sind der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine (mit massiver Waffenhilfe der NATO) und der Israel–Gaza-Krieg.
Gerade die deutschen Kriegsprofiteure verzeichnen in Zeiten wie diesen einzigartig hohe Einnahmen – allen voran Rheinmetall (im SIPRI-Ranking gestiegen von Platz 26 (2023) auf Platz 20 (2024) mit einer Einnahmesteigerung von +46,6 %), ThyssenKrupp (63 > 61, +12,3 %), Hensoldt (70 > 62, +17,9 %) und Diehl (80 > 67, +52,9 %). Außerdem rangiert der britisch-deutsche Kampfflugzeughersteller Airbus auf Platz 12 (zuvor 13, +1,2 %)! Diese Daten beziehen sich in Deutschland auf die sogenannte »Zeitenwende« unter der Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP.
Siehe unten die Informationen mit den jeweiligen Links.
Was wir ganz dringend brauchen, ist eine Widerstandsbewegung in nie gekannter Breite: der Gewerkschaften, Kirchen, sozialen Bewegungen und Abertausenden von Aktivistinnen und Aktivisten!!!
Unser Ziel muss sein: Mit massivem Druck eine »Zeitenwende der Zeitenwende« zu erreichen und damit Friedensverhandlungen herbeizuführen, in denen neue Abrüstungsverträge verabschiedet werden. Rüstung muss runter, Soziales muss rauf!!!
Herzlichst
Jürgen Grässlin, Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!, DFG-VK, RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.)
P.S.: Schon heute zeichnet sich ab: Der Rüstungs- und Rüstungsexportwahn schreitet hierzulande auch unter der Großen Koalition von CDU/CSU und SPD ungebremst voran!
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SIPRI für die Medien – Deutsche Übersetzung
SIPRI Top 100 Waffenhersteller verzeichnen gemeinsamen Umsatzanstieg, während Staaten sich beeilen, Arsenale zu modernisieren und auszubauen
1. Dezember 2025
(Stockholm, 1. Dezember 2025)
Die Einnahmen aus dem Verkauf von Waffen und militärischen Dienstleistungen durch die 100 größten Waffenhersteller der Welt stiegen im Jahr 2024 um 5,9 Prozent und erreichten mit 679 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Dies geht aus den heute veröffentlichten neuen Daten des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) hervor, abrufbar unter www.sipri.org.
Hier klicken, um die interaktive Tabelle der SIPRI Top 100 (Waffen- und Militärdienstleistungsunternehmen weltweit, 2024) zu erkunden.
Den SIPRI-Factsheet können Sie hier herunterladen.
Die globalen Rüstungseinnahmen stiegen 2024 stark an, da die Nachfrage durch die Kriege in der Ukraine und Gaza, globale und regionale geopolitische Spannungen sowie immer höhere Militärausgaben befeuert wurde. Zum ersten Mal seit 2018 steigerten alle fünf größten Waffenunternehmen ihre Rüstungseinnahmen.
Obwohl der Großteil des globalen Anstiegs auf Unternehmen mit Sitz in Europa und den Vereinigten Staaten zurückzuführen war, gab es in allen in den Top 100 vertretenen Weltregionen jährliche Zuwächse. Die einzige Ausnahme war Asien und Ozeanien, wo Probleme innerhalb der chinesischen Rüstungsindustrie den regionalen Gesamtwert nach unten zogen.
Der Anstieg der Einnahmen und neuen Aufträge veranlasste viele Rüstungsunternehmen dazu, Produktionslinien auszubauen, Einrichtungen zu vergrößern, neue Tochtergesellschaften zu gründen oder Übernahmen durchzuführen.
„Im vergangenen Jahr erreichten die globalen Rüstungseinnahmen den höchsten Wert, der jemals von SIPRI erfasst wurde, da Hersteller von der hohen Nachfrage profitierten“, sagte Lorenzo Scarazzato, Forscher im SIPRI-Programm für Militärausgaben und Waffenproduktion. „Obwohl Unternehmen ihre Produktionskapazitäten ausbauen, stehen sie weiterhin vor einer Reihe von Herausforderungen, die Kosten und Lieferpläne beeinflussen könnten.“
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US-Rüstungseinnahmen wachsen, aber Verzögerungen und Kostenüberschreitungen bestehen fort
Im Jahr 2024 stiegen die kombinierten Rüstungseinnahmen der US-Waffenunternehmen in den Top 100 um 3,8 Prozent auf 334 Milliarden US-Dollar, wobei 30 der 39 US-Unternehmen im Ranking steigende Rüstungseinnahmen verzeichneten. Dazu gehörten große Waffenhersteller wie Lockheed Martin, Northrop Grumman und General Dynamics.
Allerdings behindern weit verbreitete Verzögerungen und Budgetüberschreitungen weiterhin die Entwicklung und Produktion wichtiger US-geführter Programme wie des F-35-Kampfjets, des U-Boots der Columbia-Klasse und der interkontinentalen ballistischen Rakete „Sentinel“. Mehrere der größten US-Waffenhersteller sind von Überschreitungen betroffen, was Unsicherheit darüber schafft, wann wichtige neue Waffensysteme und Modernisierungen geliefert und einsatzbereit sein können.
„Die Verzögerungen und steigenden Kosten werden unweigerlich die militärische Planung und die Militärausgaben der USA beeinflussen“, sagte Xiao Liang, Forscher im SIPRI-Programm für Militärausgaben und Waffenproduktion. „Dies könnte sich auf die Bemühungen der US-Regierung auswirken, übermäßige Militärausgaben zu senken und die Budgeteffizienz zu verbessern.“
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Europa: Aufrüstung im Gange, aber Gefahr von Lieferkettenproblemen wächst
Von den 26 in Europa (ohne Russland) ansässigen Unternehmen der Top 100 verzeichneten 23 steigende Rüstungseinnahmen. Ihre aggregierten Einnahmen stiegen um 13 Prozent auf 151 Milliarden US-Dollar. Dieser Anstieg war an die Nachfrage gebunden, die sich aus dem Krieg in der Ukraine und der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland ergab.
Das tschechische Unternehmen Czechoslovak Group verzeichnete den stärksten prozentualen Anstieg der Rüstungseinnahmen aller Top-100-Unternehmen im Jahr 2024: um 193 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen schreibt den Großteil seiner Einnahmen der Ukraine zu. Die Czechoslovak Group profitierte von der Tschechischen Munitionsinitiative, einem staatlich geführten Projekt zur Beschaffung von Artilleriegranaten für die Ukraine.
Ukraines eigenes Unternehmen JSC Ukrainian Defense Industry steigerte seine Rüstungseinnahmen um 41 Prozent auf 3,0 Milliarden US-Dollar.
„Europäische Rüstungsunternehmen investieren in neue Produktionskapazitäten, um die steigende Nachfrage zu bedienen“, sagte Jade Guiberteau Ricard, SIPRI-Forscherin. „Aber die Beschaffung von Materialien könnte eine wachsende Herausforderung darstellen. Insbesondere die Abhängigkeit von kritischen Mineralien wird die europäischen Aufrüstungspläne wahrscheinlich erschweren.“
Ein Beispiel für solche Risiken: Das gesamteuropäische Unternehmen Airbus und Frankreichs Safran deckten bis 2022 die Hälfte ihres Titanbedarfs durch Importe aus Russland und mussten neue Lieferanten finden. Angesichts chinesischer Exportbeschränkungen für kritische Mineralien warnten Unternehmen wie Thales (Frankreich) und Rheinmetall (Deutschland) 2024 vor potenziell hohen Kosten bei der Umstrukturierung ihrer Lieferketten.
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Russland: Rüstungseinnahmen steigen trotz Sanktionen und Fachkräftemangel
Die beiden russischen Rüstungsunternehmen in den Top 100, Rostec und United Shipbuilding Corporation, steigerten ihre kombinierten Rüstungseinnahmen um 23 Prozent auf 31,2 Milliarden US-Dollar, trotz internationaler Sanktionen, die zu Komponentenknappheit führten. Die inländische Nachfrage reichte aus, um den Verlust aus sinkenden Rüstungsexporten mehr als auszugleichen.
„Neben Sanktionen stehen russische Rüstungsunternehmen vor einem Mangel an Fachkräften. Dies könnte die Produktion verlangsamen und Innovationen begrenzen“, sagte Diego Lopes da Silva, leitender SIPRI-Forscher. „Allerdings sollten wir mit solchen Vorhersagen vorsichtig sein, da sich die russische Rüstungsindustrie während des Ukrainekrieges widerstandsfähiger gezeigt hat, als erwartet.“
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Asien und Ozeanien: Probleme in Chinas Rüstungsindustrie drücken den Gesamtwert
Asien und Ozeanien war die einzige Weltregion, die 2024 einen Rückgang der Rüstungseinnahmen unter den Top-100-Unternehmen verzeichnete – sie fielen auf 130 Milliarden US-Dollar, 1,2 Prozent weniger als 2023.
Das lag vor allem an einem kombinierten Rückgang von 10 Prozent bei den acht chinesischen Unternehmen in der Liste. Am auffälligsten war der 31-prozentige Rückgangbei NORINCO, Chinas Hauptproduzent für Landsysteme.
„Eine Vielzahl von Korruptionsvorwürfen im chinesischen Rüstungsbeschaffungswesen führte 2024 dazu, dass große Rüstungsverträge verschoben oder abgesagt wurden“, sagte Nan Tian, Direktor des SIPRI-Programms. „Dies verstärkt die Unsicherheit über den Stand der chinesischen Militärmodernisierung und darüber, wann neue Fähigkeiten verfügbar sein werden.“
Im Gegensatz dazu stiegen die Einnahmen japanischer und südkoreanischer Unternehmen weiter an, getragen von starker europäischer und inländischer Nachfrage:
– Japan: +40 %, gesamt 13,3 Mrd. USD
– Südkorea: +31 %, gesamt 14,1 Mrd. USD
Südkoreas größtes Rüstungsunternehmen Hanwha Group verzeichnete einen Umsatzanstieg von 42 Prozent, mehr als die Hälfte daraus aus Exporten.
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Rekordzahl von Unternehmen aus dem Nahen Osten
Zum ersten Mal kamen neun der Top-100-Unternehmen aus dem Nahen Osten, mit gemeinsamen Einnahmen von 31,0 Milliarden US-Dollar. Die Rüstungseinnahmen der Region stiegen um 14 Prozent.
Die drei israelischen Rüstungsunternehmen im Ranking steigerten ihre gemeinsamen Einnahmen um 16 Prozent auf 16,2 Milliarden US-Dollar.
„Der zunehmende internationale Widerstand gegen Israels Handlungen in Gaza scheint wenig Einfluss auf das Interesse an israelischen Waffen gehabt zu haben“, sagte Zubaida Karim, SIPRI-Forscherin. „Viele Länder erteilten 2024 weiterhin neue Aufträge an israelische Unternehmen.“
Die Rangliste 2024 enthält fünf türkische Rüstungsunternehmen (gemeinsam 10,1 Mrd. USD, +11 %), nachdem MKE erstmals in die Top 100 aufgenommen wurde.
Das staatliche Konglomerat EDGE Group der Vereinigten Arabischen Emirate meldete 2024 Rüstungseinnahmen von 4,7 Mrd. USD.
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Weitere bemerkenswerte Entwicklungen
• Die kombinierten Rüstungseinnahmen der drei indischen Unternehmen in den Top 100 stiegen um 8,2 % auf 7,5 Mrd. USD.
• Die vier deutschen Unternehmen in den Top 100 steigerten ihre kombinierten Einnahmen um 36 % auf 14,9 Mrd. USD – getrieben durch höhere Nachfrage nach bodengebundener Luftverteidigung, Munition und gepanzerten Fahrzeugen.
• Das US-Unternehmen SpaceX erschien erstmals in den SIPRI Top 100, nachdem seine Rüstungseinnahmen im Vergleich zu 2023 mehr als verdoppelt wurden und 1,8 Mrd. USDerreichten.
• Zum ersten Mal wurde ein indonesisches Unternehmen in die Top 100 aufgenommen: DEFEND ID meldete einen Anstieg seiner Rüstungseinnahmen um 39 % auf 1,1 Mrd. USD, angetrieben durch Industriekonsolidierung und erhöhte inländische Beschaffungen.
Für Informationen oder Interviewanfragen kontaktieren Sie:
Stephanie Blenckner (blenckner@sipri.org, +46 8 655 97 47).
Siehe:
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SIPRI: Interaktive Tabelle – Deutsche Waffenhersteller unter den Top 100
Die SIPRI-Top-100-Tabelle (Waffen- und Militärdienstleistungsunternehmen weltweit, 2024):
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tagesschau.de vom 01.12.2025
SIPRI-Bericht – Weltweite Rüstungsumsätze auf Rekordhoch
Die weltweite Aufrüstung schreitet voran und beschert den Rüstungsfirmen steigende Verkäufe. Die vier größten deutschen Konzerne steigerten laut SIPRI ihre Einnahmen um mehr als ein Drittel.
„Im Jahr 2024 haben die weltweiten Rüstungsumsätze den höchsten Punkt erreicht, den wir jemals gemessen haben. Sie lagen bei 679 Milliarden US-Dollar“, sagt SIPRI-Forscher Lorenzo Scarazzato. Haupttreiber seien geopolitische Spannungen wie der Gaza-Krieg und der Krieg in der Ukraine gewesen. „Und generell setzen die Staaten weniger auf Diplomatie, sondern eher auf militärische Stärke“, so Scarazzato.
Nämlich auf Aufrüstung und Abschreckung, mit Panzern und anderen traditionellen Waffensystemen ebenso wie mit Drohnen. Davon profitieren gerade die Hersteller in Europa: Fast alle 26 europäischen Rüstungskonzerne auf der SIPRI-Liste melden Umsatzsteigerungen, insgesamt verzeichnen die europäischen Firmen ein Plus von 13 Prozent. [Foto] Player: audioSIPRI-Bericht zu Atomwaffen.
