Der Landesverband Baden-Württemberg der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) unterstützt in diesem Jahr ausdrücklich die überregionalen Demonstrationen am 3. Oktober in Stuttgart und Berlin sowie den dazugehörigen Bündnisaufruf.

Diese Entscheidung war das Ergebnis eines transparenten und gemeinschaftlichen Prozesses – und das ist uns wichtig, denn: Im vergangenen Jahr gab es innerhalb der Mitgliedschaft und im Verband unterschiedliche Positionen zum damaligen Aufruf und zur Demonstration.
Vom Dissens zur gemeinsamen Linie
Im Gegensatz zu 2024 haben wir in diesem Jahr von Anfang an auf gemeinschaftliche Vorbereitung gesetzt.
Die verschiedenen Teile der Friedensbewegung haben frühzeitig zusammengearbeitet, um einen Aufruf zu formulieren und eine Demonstration zu organisieren, die breit getragen werden kann.
Auch wir als Landesverband Baden-Württemberg haben unsere Mitglieder aktiv beteiligt – so, wie es auf unserer Mitgliederversammlung im Juni gewünscht wurde.
Beteiligung unserer Mitglieder
Der Beteiligungsprozess sah wie folgt aus:
- Thomas Schwörer aus dem Bundessprecher*innenkreis, der die DFG-VK im bundesweiten Orga-Kreis vertritt, informierte uns in einer eigens organisierten Zoom-Veranstaltung ausführlich über den Stand der Vorbereitungen.
- Zu diesem Termin waren alle Mitglieder unseres Landesverbandes eingeladen.
- Rund 25 Mitglieder nahmen teil und stimmten nach der Präsentation ohne Gegenstimme für die Unterstützung des Aufrufs und der Demonstrationen.
Damit gehört der Landesverband Baden-Württemberg in diesem Jahr zu den Erstunterzeichner*innen des Aufrufs.
Der Aufruf zur Demonstration am 3. Oktober 2025
Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden!
Wir sagen Nein zu allen Kriegen und lehnen die gefährliche Hochrüstung ab. Die Umsetzung des Fünf-Prozent-Ziels, würde bedeuten, dass fast jeder zweite Euro aus dem Bundeshaushalt in Militär und kriegsrelevante Infrastruktur fließt. Die Hochrüstung führt zu massiver Verschuldung, drastischem Sozialabbau und der Militarisierung der Gesellschaft. Dies geht insbesondere auf Kosten der Kinder und Jugendlichen, der Alten und Kranken sowie der arbeitenden Menschen. Die Hochrüstung blockiert zudem den Kampf gegen die Klimakatastrophe, Umweltkrisen und weltweite Armut. Die Politik der Konfrontation setzt unsere Sicherheit aufs Spiel, statt sie zu gewährleisten. Waffenexporte und Eskalationspolitik verschärfen Kriege und Krisen und verlängern sie. Nicht die Kriegstüchtigkeit Deutschlands ist unser Ziel, sondern seine Dialogfähigkeit und seine Bereitschaft zur Abrüstung.
Wir fordern von der Bundesregierung:
· Stopp des Hochrüstungskurses. Stattdessen Abrüstung für Soziales, Klima und Entwicklung.
· Keine Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. Entschlossenen Einsatz für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen.
· Nein zur Wehrpflicht.
· Stopp der Militarisierung der Gesellschaft. Keine Unterordnung von Gesundheitswesen, Bildung und Wissenschaft unter Kriegstüchtigkeit.
· Asyl für Menschen, die sich dem Krieg verweigern und von Krieg bedroht sind.
· Diplomatisches Engagement für ein schnelles Ende der Kriege in Europa und im Nahen und Mittleren Osten.
· Die Bundesregierung darf sich nicht weiter mitschuldig machen an einer von immer mehr Staaten und Organisationen als Völkermord klassifizierten Kriegsführung im Gazastreifen. Sie muss alles tun, damit der Krieg, die Vertreibung der Palästinenserinnen und Palästinenser und der Einsatz von Hunger als Waffe umgehend beendet werden.
· Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag.
Unsere Vision bleibt eine Welt ohne Atomwaffen und Krieg. Wir fordern gemäß der UN-Charta, auf die Anwendung und Androhung von Gewalt in den internationalen Beziehungen zu verzichten. Es braucht die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren.
Wir lehnen alle Kriege ab. Wir trauern um alle Opfer von Kriegen und Gewalt und verurteilen alle Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Wir wollen:
· Diplomatische Initiativen. Nur Verhandlungen und Abrüstung schaffen Sicherheit.
· Eine neue Entspannungspolitik für Europa, die die Friedens- und Sicherheitsinteressen aller Beteiligten berücksichtigt.
· Politische Konfliktlösungen, Friedenslogik und eine Kultur des Friedens.
Frieden braucht die Verteidigung der Demokratie und das Engagement jedes Einzelnen. Frieden braucht Bewegung.
Frieden ist die Grundlage für ein gutes Leben künftiger Generationen.
Deswegen demonstrieren wir am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart!
Unterstützt die bundesweite Demonstration mit eigenen Aufrufen und Appellen.
Werbt und mobilisiert für eine große Aktion!
Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lehnen wir ab. Deshalb gibt es keine Zusammenarbeit mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften. Diese können auch nicht Teil unseres Bündnisses sein. Wir bitten auf Parteifahnen zu verzichten. Einverstanden sind wir mit Transparenten und Schildern (auch mit Parteilogo), die Inhalt und Zielen der Demonstration entsprechen.
Vorbereitungskreis: Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden
Dieses Bündnis ist entstanden aus der Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“ und einem Aktionsbündnis innerhalb der Friedensbewegung, an dem u.a. ICAN, DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative, Ohne Rüstung Leben und pax christi beteiligt sind. Wir wollen zwei bundesweite große Demonstrationen zeitgleich in Berlin und Stuttgart durchführen, die die verschiedenen Flügel der Friedensbewegung gemeinsam repräsentieren.
Warum wir dabei sind
Die politischen Entwicklungen machen es notwendig, dass wir am 3. Oktober ein kraftvolles Zeichen setzen:
- Hochrüstung auf 5 % des Bruttoinlandsprodukts
- Militarisierung in Schulen, Ferienlagern und durch militärisches Heldengedenken wie den „Veteranentag“
- neuer Wehrdienst
- Angriffe auf die freie Wissenschaft durch Abschaffung der Zivilklausel
- Rüstungsfreundliche Wirtschaftspolitik
- Die Erosion des Völkerrechts
- und die massive Eskalation weltweiter Konflikte
Wir sagen dazu klar:
Wir sind gegen alle Kriege. Wir sind gegen Militarisierung. Wir sind friedlich – und wir wollen nicht kriegstüchtig werden.
Wir wollen mit der Hoffnung auf Frieden leben, nicht mit der Angst vor Krieg.
Gemeinsam nach Stuttgart: Jetzt mobilisieren
Liebe Mitglieder in Baden-Württemberg: Tragt den Aufruf in Eure Betriebe, Vereine, Gemeinden und Freundeskreise. Sprecht Eure Netzwerke an, organisiert Mitfahrgelegenheiten und bringt Kolleginnen, Freundinnen und Nachbar*innen mit.
Wir als Landesverband gehen voran: Der DFG-VK-Bus und das aufblasbare, zerbrochene Gewehr sind bestellt und am 3. Oktober in Stuttgart dabei. Vor Ort wollen wir einen großen, schlagkräftigen DFG-VK-Block bilden, der unsere Forderungen unübersehbar und unüberhörbar kommuniziert.
Kommt zahlreich, bringt Schilder und Fahnen mit – für Abrüstung, für Frieden, für eine Zukunft ohne Krieg. Wir sehen uns um 13:00 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart.