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DFG-VK Landesverband Baden-Württemberg

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Newsletter

16 Juli, 2026

Friedensbewegte Presseschau – Juli 2026

Jeden Tag erreichen uns von aufmerksamen und kritischen Friedensaktivist*innen Hinweise auf Berichte und Beiträge aus der Presse, die – teilweise und erfreulicherweise – eine wohltuende Gegenstimme zur allgegenwärtigen Kriegsrhetorik darstellen. Während viele Beiträge in den bekannten Medien mit einem Fokus auf Aufrüstung, Eskalation und Feindbilder daherkommen, zeigen diese Artikel: Es gibt sie noch – die Stimmen für Abrüstung, Dialog und Verständigung. Unsere heutige Presseschau gibt einen Überblick über solche Perspektiven, die Frieden nicht nur fordern, sondern auch konkret denken.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle euch, den Leserinnen dieses Newsletters – denn viele von euch sind nicht nur aufmerksame Beobachterinnen, sondern auch selbst aktive Organisatorinnen von Protesten, Mahnwachen und Friedensaktionen. Einige der hier vorgestellten Artikel verdanken ihre Aufmerksamkeit nicht zuletzt eurem Engagement – dafür ein großes und herzliches Dankeschön!

Damit auch in Zukunft vielfältige und friedensorientierte Stimmen Gehör finden, freuen wir uns weiterhin über eure Hinweise auf lesenswerte Artikel, Interviews oder Medienbeiträge. Hinweise bitte an bar-vue@dfg-vk.de – wir nehmen sie gerne in die nächste Ausgabe unserer Presseschau auf.

Sind ukrainische Kriegsdienstverweigerer noch schutzwürdig? (nd)

Der Beitrag untersucht, ob ukrainische Männer, die sich dem Kriegsdienst entziehen, in Deutschland weiterhin internationalen Schutz erhalten können. Dabei zeigt sich ein wachsender politischer und juristischer Druck, Verweigerung nicht mehr als Gewissensentscheidung, sondern vor allem als Flucht vor einer staatsbürgerlichen Pflicht zu behandeln. Aus friedenspolitischer Sicht muss jedoch gelten: Das Recht, nicht töten und nicht getötet werden zu wollen, darf weder von der Nationalität noch von der jeweiligen Kriegspartei abhängig gemacht werden.

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1200036.ukraine-krieg-sind-ukrainische-wehrdienstverweigerer-noch-schutzwuerdig.html

Erstmals sollen vollständig autonome Drohnen Menschen getötet haben (New Scientist)

Nach einem Bericht von New Scientist sollen ukrainische Streitkräfte bereits 2024 Drohnen eingesetzt haben, die ohne aktive Funkverbindung und ohne menschliche Entscheidung im unmittelbaren Angriff selbstständig Ziele erkannten und russische Soldaten töteten. Die Angaben stammen aus der ukrainischen Drohnenindustrie und sind nicht unabhängig vollständig überprüft; dennoch markieren sie möglicherweise einen historischen und erschreckenden Wendepunkt der Kriegsführung. Maschinen die Entscheidung über menschliches Leben zu überlassen, verwischt Verantwortung und senkt die Schwelle zur Gewalt – deshalb braucht es dringend ein verbindliches internationales Verbot autonomer Tötungssysteme.

Fully autonomous drones have killed human soldiers for the first time

Rolf Mützenich: „Kriegstüchtigkeit sehe ich im Widerspruch zum Grundgesetz“ (Jacobin)

Der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich kritisiert die einseitige Fixierung der deutschen Politik auf militärische Stärke und warnt vor dem Leitbild der sogenannten Kriegstüchtigkeit. Er fordert, Diplomatie, Rüstungskontrolle und internationale Zusammenarbeit wieder als eigenständige politische Instrumente ernst zu nehmen, statt Gespräche als Schwäche abzuwerten. Dass solche Positionen selbst innerhalb der Sozialdemokratie zunehmend an den Rand gedrängt werden, zeigt, wie weit sich der politische Diskurs bereits in Richtung Aufrüstung verschoben hat.

https://jacobin.de/artikel/rolf-muetzenich-diplomatie-spd-aufruestung

Die Linke darf der Kriegslogik nicht nachgeben (Jacobin)

Cem Ince und Lea Reisner wenden sich im Programmprozess der Linkspartei gegen eine Anpassung an den militärpolitischen Konsens der anderen Bundestagsparteien. Sie argumentieren, dass immer neue Waffenlieferungen und Rüstungsausgaben keinen verlässlichen Weg zum Frieden eröffnen und die Linke deshalb an Abrüstung, Diplomatie und ziviler Konfliktlösung festhalten müsse. Eine glaubwürdige Friedenspartei wird gerade dann gebraucht, wenn Aufrüstung als scheinbar alternativlose Staatsräson dargestellt wird.

https://jacobin.de/artikel/linkspartei-programmprozess-krieg-frieden-cem-ince-lea-reisner

Kriegsdienstverweigerung bleibt ein Grundrecht (Bundeszentrale für politische Bildung)

Die Bundeszentrale für politische Bildung erläutert die historischen, rechtlichen und praktischen Grundlagen der Kriegsdienstverweigerung in Deutschland. Auch nach der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht blieb sie ein durch Artikel 4 des Grundgesetzes geschütztes Recht; mit der aktuellen Wehrdienstdebatte steigt zugleich die Zahl der Anträge wieder an. Der Beitrag erinnert daran, dass eine Gewissensentscheidung gegen das Töten kein gesellschaftliches Versagen, sondern ein grundlegender Bestandteil einer demokratischen Friedenskultur ist.

https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/578995/kriegsdienstverweigerung

EU verweigert ukrainischen Kriegsdienstverweigerern künftig Schutz (Connection e. V.)

Connection e. V. warnt vor einer europäischen Rechtsprechung, nach der ukrainische Kriegsdienstverweigerer künftig kaum noch mit Flüchtlingsschutz rechnen können. Damit droht Menschen die Abschiebung, obwohl ihnen in der Ukraine Einberufung, Strafverfolgung und ein Einsatz in einem verlustreichen Krieg bevorstehen können. Wer das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung ernst nimmt, muss Schutz unabhängig davon gewähren, ob die Betroffenen aus Russland, Belarus oder der Ukraine kommen.

https://de.connection-ev.org/article-4755

Gericht: Fahrer muss Tram mit Bundeswehrwerbung steuern (LTO)

Das Arbeitsgericht München entschied, dass ein Kriegsdienstverweigerer eine Straßenbahn mit großflächiger Bundeswehrwerbung fahren muss, obwohl er dies aus Gewissensgründen ablehnte. Nach Auffassung des Gerichts überwiegt das Weisungsrecht des Arbeitgebers, weil eine andere Einteilung organisatorischen Aufwand verursachen würde. Das Urteil wirft die grundsätzliche Frage auf, wie ernst die Gewissensfreiheit genommen wird, wenn Beschäftigte gegen ihren Willen an der öffentlichen Normalisierung und Bewerbung des Militärs mitwirken sollen.

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/arbg-muenchen-4ca1539525-direktionsrecht-gewissensfreiheit-trambahn-werbung-bundeswehr

Sozialstaat oder Rüstungsstaat? Die Prioritätenfrage (Dissens Podcast)

Im Gespräch mit dem Dissens Podcast analysiert der Politikwissenschaftler und Friedensforscher Ingar Solty die aktuellen Aufrüstungspläne der Bundesregierung und deren Folgen für den Sozialstaat. Er argumentiert, dass die enormen Ausgaben für Militär und Verteidigung nicht losgelöst von politischen Prioritätensetzungen betrachtet werden können, sondern langfristig Verteilungskonflikte verschärfen und Druck auf soziale Sicherungssysteme erzeugen. Der Podcast bietet eine fundierte und ausführliche Einordnung der aktuellen Debatten und regt dazu an, die Frage zu stellen, welche Investitionen tatsächlich zu Sicherheit beitragen – mehr Waffen oder eine starke soziale Infrastruktur.

https://podcast.dissenspodcast.de/339-krieg

16 Juli, 2026

Friedensfahrradtour 2026: Gegen den Wind für den Frieden

Die Zeiten sind rau für die Friedensbewegung. Überall wird über Aufrüstung, Abschreckung und Kriegstüchtigkeit gesprochen. Milliarden fließen in Waffen, während friedliche Lösungen immer häufiger an den Rand gedrängt werden. Gerade deshalb wollen wir auch 2026 wieder ein sichtbares Zeichen setzen – auf zwei Rädern, gemeinsam und mit langem Atem.

Vom 31. Juli bis 8. August führt die Friedensfahrradtour 2026 durch Baden-Württemberg und Bayern. Eine Woche lang treten wir gemeinsam für Frieden, Abrüstung und Gewaltfreiheit in die Pedale. Gegen friedenspolitischen Gegenwind. Gegen die Vorstellung, Sicherheit ließe sich mit immer mehr Waffen schaffen. Und für die Überzeugung, dass Frieden nur dort wächst, wo Menschen miteinander statt gegeneinander handeln.

Startpunkt ist der Campingplatz Amalienhof in Bartholomä auf der Ostalb. Von dort führt die Route über Aalen, Schwäbisch Gmünd, Mutlangen, Stuttgart, Geislingen und Ulm. Unterwegs besuchen wir Erinnerungsorte der Friedensbewegung, treffen Initiativen und engagierte Menschen und bringen unsere Botschaft auf die Straßen und Plätze der Region.

Ein besonderer Halt wird Mutlangen sein. Kaum ein Ort steht so sehr für den gewaltfreien Widerstand gegen die atomare Aufrüstung der 1980er Jahre. Dort erinnern wir uns daran, dass gesellschaftliche Veränderungen oft dort beginnen, wo Menschen beharrlich und friedlich für ihre Überzeugungen eintreten.

Die Tour ist dabei weit mehr als eine politische Aktion. Sie ist Gemeinschaft, Austausch und gelebte Hoffnung. Tagsüber wird geradelt, diskutiert und demonstriert. Abends sitzen wir zusammen, lernen uns kennen, planen Aktionen und teilen Erfahrungen. Wer einmal dabei war, weiß: Friedensarbeit kann anstrengend sein – aber sie kann auch Freude machen.

Die Tagesetappen liegen meist zwischen 30 und 70 Kilometern und sind mit normaler Grundkondition gut zu bewältigen. Niemand muss Höchstleistungen vollbringen. Wichtig ist nicht das Tempo, sondern dass wir gemeinsam unterwegs sind.

Aktuell haben sich 13 Personen verbindlich angemeldet. Wir hoffen auf mindestens 20 Teilnehmende und freuen uns über jede weitere Person, die mitfahren möchte. Auch Unterstützung im Begleitteam wird noch gesucht. Für die vorhandenen Begleitfahrzeuge wird insbesondere noch eine weitere Person benötigt.

Frieden entsteht nicht von allein. Er braucht Menschen, die sichtbar werden, Haltung zeigen und bereit sind, sich einzumischen. Die Friedensfahrradtour 2026 bietet dafür eine wunderbare Gelegenheit.

Wer mitfahren möchte, sollte sich möglichst bald anmelden.

Anmeldungen und Rückfragen an:

Willi Rester
rester@dfg-vk.de

Steigen wir also auf die Räder und setzen wir gemeinsam ein Zeichen: für Abrüstung, für Gewaltfreiheit und für eine Welt, in der Konflikte nicht mit Waffen, sondern mit Vernunft, Mut und Menschlichkeit gelöst werden.

Fr, 31. 7.Bartholomä, Camping Amalienhof0 kmAnkunft , erste Besprechung
Sa, 1.8.Bartholomä – Aalen – Oberkochen – evt. Königsbronn – Bartholomä42 km600m Steigung vor Lauterburg, 7%; 300 m Steigung  nach Königsbronn 9%; 1,5 km Steigung 9 – 3 % vor Grenzstock-Hütte 
So, 2.8.Batholomä – Möglingen – Schwäbisch Gmünd – Mutlangen28,5 km600m Steigung vor Lauterburg, Stadtrundfahrt SG, 1,9 km Steigung nach Mutlangen 10%,  Besichtigung ex-Raketendepot Mutlangen, 
Mo, 3. 7.Mutlangen – Schorndorf – Stuttgart-Degerloch62 kmAn der Rems entlang, Mittag in Schorndorf, nach 26,5 km, Treffen mit FI? 2 Km Steigung nach Degerloch 4-10%, hier eine Zahnradbahn, Verpflegung durch NF,
Di, 4.8Aktionstag in Stuttgart25 km 
Mi, 5. 8.Stuttgart – Geislingen66 km1km Steigung in Stuttgart, 4-7 %, Treffen in Esslingenmit FI/MfP?,  Treffen in Plochingen mit Lebenshaus Schwäbische Alb, 
Do, 6.8.Geislingen – Ulm-Wiblingen44 kmTreffen zu KZ-Außenlager Geislingen, Steigung Geislingen Ortsausgang 400 m mit ca 8%; Steigung nach Geislingen (Steige) 900 m mit 8%, Mittag in Amstetten (nach 9 km) oder Lonsee (15 km) ,2 x Steigung 400 m mit 4-6%,  Halt in Dornstadt (Rüstungsbetrieb, Kaserne) nach 27 km, Ulmer Marktplatz. Übernachtung TV Wiblingen
Fr. 7. 8.Aktionstag in Ulm35 km 
Sa. 8. 8.Abschluß, Abfahrt  

Hier nachfolgend Streckenskizzen für die einzelnen Tage (komoot.de)

https://www.komoot.com/de-de/tour/3066198538?share_token=amTOYGcFlONZT58AaCnD4eHNh358dhO9B4mH8oNZUfcBnEQdfp&ref=wtd&t_s=referral&t_cid=route_share&t_ref_username=4911421059258

https://www.komoot.com/de-de/tour/3066214985?share_token=aiAml7LC8DiSI7QpJZhQPkHh81st23MLyJIXAH3L256P9Jtuwi&ref=wtd&t_s=referral&t_cid=route_share&t_ref_username=4911421059258

https://www.komoot.com/de-de/tour/3066226336?share_token=aWIabMh1TUovqOwPjyinPpHxhIuZ9f16EWQcfwwv153Qy2yl1n&ref=wtd&t_s=referral&t_cid=route_share&t_ref_username=4911421059258

https://www.komoot.com/de-de/tour/3066230912?share_token=aoYeD7c1QSXqI5uukqBZ31ws2gJwsdq4L5JlitFxwqc329Baj9&ref=wtd&t_s=referral&t_cid=route_share&t_ref_username=4911421059258

https://www.komoot.com/de-de/tour/3066242772?share_token=aMB2vOpZgPcoOAVmc4AvRsXstz56vM2PFRxwgTVgz9Ouepf3RG&ref=wtd&t_s=referral&t_cid=route_share&t_ref_username=4911421059258

https://www.komoot.com/de-de/tour/3066394464?share_token=a9vQAY4IzLx05jV59hCvRrtKmkj50GT527HHRBmegpXSrcYJY3&ref=wtd&t_s=referral&t_cid=route_share&t_ref_username=4911421059258

https://www.komoot.com/de-de/tour/3066398534?share_token=a1k7jUr55lGB8td4d4HQeM3yvunLI8ajQKxRTBWnT0ksM3Ve2g&ref=wtd&t_s=referral&t_cid=route_share&t_ref_username=4911421059258

16 Juli, 2026

Ulli-Thiel-Friedenspreis 2026: Wenn Kinder uns zeigen, wie Frieden geht

Es gibt Termine im Jahr, auf die wir uns als DFG-VK Baden-Württemberg ganz besonders freuen. Die Verleihung des Ulli-Thiel-Friedenspreises gehört ohne Zweifel dazu. Denn kaum eine Veranstaltung macht so viel Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft wie dieser Wettbewerb, bei dem Kinder und Jugendliche ihre Gedanken, Ideen und Visionen für Frieden und gewaltfreies Zusammenleben einbringen.

Unter dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ wurden am 26. Juni 2026 im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart bereits zum siebten Mal Schülerinnen und Schüler für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Das Motto geht auf den Friedensaktivisten und Namensgeber des Preises Ulli Thiel zurück und hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Schon Stunden vor Beginn herrschte geschäftiges Treiben. Das Team der den Preis ausrichtenden Organisationen war früh vor Ort, um gemeinsam die letzten Vorbereitungen zu treffen. Technik wurde aufgebaut, die Ausstellung der eingereichten Arbeiten im Lichthof gestaltet und die Preisverleihung vorbereitet.

Selbst ein kurzfristiger Stromausfall in der Stuttgarter Innenstadt konnte die gute Stimmung nicht trüben. Besonders beeindruckt hat uns dabei die Ruhe und Professionalität des Teams vom Haus der Katholischen Kirche. Trotz großer Hitze blieb alles entspannt und lösungsorientiert. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Für das ausgezeichnete Catering, das die Gäste während des Nachmittags versorgte, gilt unser Dank ebenso den beteiligten Caterer*innen.

Nach und nach trafen die ersten Schulklassen ein. Einige probten noch ihre musikalischen Beiträge, andere bauten Präsentationen auf oder bereiteten die Vorstellung ihrer Arbeiten vor. Im Lichthof entstanden viele Gespräche zwischen Schülerinnen, Lehrkräften, Eltern, Gästen und den Vertreterinnen der veranstaltenden Organisationen. Diese Begegnungen sind ein wichtiger Teil des Ulli-Thiel-Friedenspreises. Bewusst möchten wir dabei nicht nur auszeichnen, sondern mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen, ihre Gedanken kennenlernen und erfahren, wie sie auf die Welt blicken. Bei Getränken und kleinen Snacks konnten die ausgezeichneten Werke betrachtet werden, bevor die eigentliche Preisverleihung begann.

Und dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten.

Wer dabei war, wird die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen nicht so schnell vergessen. Wenn Grundschülerinnen und Grundschüler ihre Friedensideen vorstellen und darüber sprechen, was sie selbst für ein gutes und friedliches Leben brauchen, wenn selbstgeschriebene Lieder gesungen oder Kunstwerke erklärt werden, dann wird deutlich, wie viel Kreativität, Mitgefühl und Nachdenklichkeit in der jungen Generation steckt. Oft sind es gerade die einfachen Gedanken und Botschaften, die besonders berühren und auf die wir Erwachsenen selbst nicht gekommen wären. Vielleicht sollten wir tatsächlich häufiger den Kindern zuhören, wenn wir über Frieden sprechen.

Genauso bewegend waren die Beiträge älterer Schülerinnen und Schüler. In Poetry-Slams, Liedern, Wortbeiträgen und Kunstprojekten formulierten sie ihre Kritik an Ausgrenzung, Ungerechtigkeit, Krieg und den politischen Verhältnissen unserer Zeit. Dabei verbanden sie Fragen von Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz miteinander. Es ist beeindruckend und oft auch augenöffnend zu erleben, mit welcher Klarheit junge Menschen gesellschaftliche Missstände benennen und zugleich den Mut haben, Hoffnung und Veränderung einzufordern.

Insgesamt wurden in diesem Jahr mehr als 60 Arbeiten von 28 Schulen eingereicht. Die Jury zeichnete 14 Beiträge aus und vergab zusätzlich zehn Anerkennungspreise. Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt Kyra Brand vom Nellenburg-Gymnasium Stockach für ihre berührende Geschichtensammlung „Geschichten eines Kindes“. Darin schildert sie die Schrecken des Krieges aus der Perspektive von Kindern und macht eindrucksvoll deutlich, dass junge Menschen oft die größten Leidtragenden bewaffneter Konflikte sind.

Die weiteren ausgezeichneten Arbeiten zeigten, wie vielfältig Kinder und Jugendliche sich dem Thema Frieden nähern. Friedensspiele, Kunstwerke, Lieder, Gedichte, Geschichten und Gemeinschaftsprojekte machten deutlich, dass Frieden weit mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Frieden entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, zuhören, respektvoll miteinander umgehen und sich für andere einsetzen.

Für alle teilnehmenden Schulen, Klassen und Gruppen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Themen Krieg, Frieden und Gewaltfreiheit weiter zu vertiefen. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen bieten wir an, Schulen zu besuchen und mit Schülerinnen und Schülern über Friedenspolitik, Kriegsdienstverweigerung, Konfliktlösung und gewaltfreie Alternativen zu Krieg zu sprechen. Interessierte Schulen können sich hierfür gerne an den Landesverband der DFG-VK Baden-Württemberg wenden.

Im Rahmen der Preisverleihung hielt auch Bischof Dr. Klaus Krämer eine Laudatio und würdigte das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die Worte von Sonnhild Thiel, der Ehefrau des verstorbenen Namensgebers des Preises. Sie gab den jungen Menschen einen Satz mit auf den Weg, der gerade in den heutigen Zeiten aktueller kaum sein könnte:

„Folgt nie einem Befehl, informiert euch, denkt selbst nach und entscheidet freiwillig nach eurem Gewissen und nach den Prinzipien der Menschenrechte.“

Der Preis trägt den Namen von Ulli Thiel (1943–2014). Er war Sonderpädagoge, Friedensaktivist, langjähriger Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg, in der GEW engagiert und den Kirchen eng verbunden. Als Mitinitiator der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm im Jahr 1983 prägte er die Friedensbewegung in Baden-Württemberg nachhaltig. Von ihm stammt der Satz „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zum Motto des Wettbewerbs wurde. Dass heute kirchliche Organisationen, Friedensgruppen und Bildungsverbände gemeinsam diesen Preis vergeben, spiegelt auch das wider, wofür Ulli Thiel selbst stand: die Zusammenarbeit unterschiedlicher Menschen und Organisationen für eine friedliche und gerechte Gesellschaft.

Für uns als DFG-VK Baden-Württemberg war dieser Nachmittag vor allem eines: eine Erinnerung daran, warum sich Friedensarbeit lohnt. Während vielerorts über Aufrüstung, Abschreckung und Kriegstüchtigkeit diskutiert wird, zeigen Kinder und Jugendliche, dass es auch andere Perspektiven gibt – Perspektiven, die von Mitgefühl, Kreativität, Menschlichkeit und dem Wunsch nach einer friedlicheren Welt geprägt sind.

Deshalb möchten wir allen danken, die den Ulli-Thiel-Friedenspreis möglich machen: den beteiligten Organisationen, den vielen Ehrenamtlichen, den Jurymitgliedern, den Lehrkräften, die das Thema Frieden in ihre Schulen tragen, und natürlich den Eltern, die ihre Kinder dabei unterstützen.

Vor allem aber danken wir den Schülerinnen und Schülern selbst. Sie sind das Herz dieses Wettbewerbs. Ihre Arbeiten zeigen, dass Friedensbildung wirkt und dass die Idee „Frieden schaffen ohne Waffen“ auch mehr als vierzig Jahre nach ihrer Formulierung nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Für uns ist dieses Motto weit mehr als ein Slogan. Denn nur ohne Waffen und nur durch Gewaltfreiheit kann der eskalative Spiralcharakter von Gewalt und Krieg durchbrochen werden.

Wer die ausgezeichneten Arbeiten selbst entdecken möchte, findet sie auf der Homepage des Ulli-Thiel-Friedenspreises. Ein Besuch lohnt sich. Die Beiträge zeigen eindrucksvoll, wie junge Menschen heute über Frieden, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung nachdenken.

Dokumentation der Friedenspreise

Wir hoffen, dass sich im kommenden Wettbewerbsjahr noch mehr junge Menschen beteiligen und ihre Ideen für eine friedliche Zukunft einreichen. Denn eine demokratische und friedliche Gesellschaft entsteht nicht von selbst – sie wächst dort, wo Menschen lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Und genau das konnten wir an diesem wunderbaren Nachmittag in Stuttgart erleben.

Besonders bedanken möchten wir uns zum Schluss bei Ruth Scheel, die den Ulli-Thiel-Friedenspreis für die DFG-VK Baden-Württemberg betreut. Wir glauben, sagen zu dürfen, dass sie weit darüber hinaus auch diejenige ist, die mit großem Engagement, viel Herz und einem bemerkenswerten Organisationstalent dafür sorgt, dass dieser Preis Jahr für Jahr so liebevoll gestaltet wird, weiterwächst und immer mehr junge Menschen erreicht.

Alle Fotos von Peter Axmann ©

28 Mai, 2026

Friedensbewegte Presseschau – Mai 2026


Jeden Tag erreichen uns von aufmerksamen und kritischen Friedensaktivist*innen Hinweise auf Berichte und Beiträge aus der Presse, die – teilweise und erfreulicherweise – eine wohltuende Gegenstimme zur allgegenwärtigen Kriegsrhetorik darstellen. Während viele Beiträge in den bekannten Medien mit einem Fokus auf Aufrüstung, Eskalation und Feindbilder daherkommen, zeigen diese Artikel: Es gibt sie noch – die Stimmen für Abrüstung, Dialog und Verständigung.

Unsere heutige Presseschau gibt einen Überblick über solche Perspektiven, die Frieden nicht nur fordern, sondern auch konkret denken.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle euch, den Leserinnen dieses Newsletters – denn viele von euch sind nicht nur aufmerksame Beobachterinnen, sondern auch selbst aktive Organisatorinnen von Protesten, Mahnwachen und Friedensaktionen.

Damit auch in Zukunft vielfältige und friedensorientierte Stimmen Gehör finden, freuen wir uns weiterhin über eure Hinweise auf lesenswerte Artikel, Interviews oder Medienbeiträge.

☢️ Militarisierung, Aufrüstung & Zeitenwende

·       Das kämpfende Geschlecht
Militarisierte Männlichkeitsbilder prägen weiterhin Politik und Gesellschaft.
https://www.das-parlament.de/kultur/politisches/das-kaempfende-geschlecht

·       Krieg – Normalfall oder Störfall der Menschheitsgeschichte?
Der Beitrag widerspricht der Vorstellung, Krieg sei naturgegeben.
https://www.graswurzel.net/gwr/2025/10/krieg-normalfall-oder-stoerfall-der-menschheitsgeschichte/

·       Greenpeace-Studie zur Aufrüstung
Die Studie kritisiert soziale Folgen steigender Militärhaushalte.
https://taz.de/Greenpeace-Studie/!6181841/

·       Gesamtkonzeption militärische Verteidigung
Das Papier beschreibt eine umfassende Militarisierung staatlicher Strukturen.
https://www.bmvg.de/de/grundlagendokumente-strategische-ausrichtung/gesamtkonzeption-fuer-militaerische-verteidigung-aus-einem-guss-6092138

·       Innere Zeitenwende
Die Analyse warnt vor einer gesellschaftlichen Normalisierung militärischer Logik.
https://neu.bv-opfer-ns-militaerjustiz.de/uploads/Dateien/Buchtipps/vsa-Solty-Leseprobe-Innere-Zeitenwende.pdf

·       Protest gegen die Rüstungsindustrie
Aktivist*innen protestieren gegen Waffenproduktion und Kriegsprofite.
https://taz.de/Protest-gegen-die-Ruestungsindustrie/!6165623/

·       Waffenproduktion in Berlin
Die taz beleuchtet die Rolle Berlins als Standort der Rüstungsindustrie.
https://taz.de/Waffenproduktion-in-Berlin/!6084311/

·       Rheinmetall und Fregattenprojekt
Der Vorgang zeigt die enge Verflechtung von Politik und Rüstungsindustrie.
Hinweis: Artikel teilweise hinter Bezahlschranke.
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/rheinmetall-will-fregatten-debakel-der-bundeswehr-fuer-12-milliarden-euro-uebernehmen-a-cdf313b9-00a3-409b-b548-c941a6f82233

🇺🇦 Ukrainekrieg, NATO & Diplomatie

·       Russland legt Vorschläge für Feuerpause vor
Der Beitrag zeigt die Bedeutung diplomatischer Gesprächskanäle.
Hinweis: Artikel teilweise hinter Bezahlschranke.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-05/russland-ukraine-vorschlaege-feuerpause

·       Trump und Putin schlagen Waffenruhe vor
Erneut rücken diplomatische Lösungen stärker in den Fokus.
https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-donald-trump-und-wladimir-putin-schlagen-sich-gegenseitig-waffenruhe-vor-a-620101c2-3f64-49bb-9474-7d52eceb2390

·       EU-Drohnenallianz für Ukraine
Die EU setzt verstärkt auf technologische Aufrüstung.
https://www.n-tv.de/politik/Ukraine-Krieg-Bruessel-ruft-zu-neuer-EU-Ukraine-Drohnenallianz-auf-article23143824.html

·       Endlich am Tisch sitzen
Das IPG-Journal fordert neue diplomatische Initiativen.
https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/endlich-am-tisch-sitzen-9058/

·       Russland-Analysen 481
Die Analyse beschreibt autoritäre Dynamiken und Kriegswirtschaft.
https://laender-analysen.de/russland-analysen/481/russlandanalysen481.pdf

·       Ukraine-Analysen 332
Thematisiert werden Kriegsmüdigkeit und gesellschaftliche Folgen.
https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/332/ukraineanalysen332.pdf

·       Nord-Stream-Debatte
Die politische Aufarbeitung bleibt geopolitisch aufgeladen.
Hinweis: Artikel teilweise hinter Bezahlschranke.
https://www.nzz.ch/meinung/nord-stream-sprengung-warum-merz-vor-der-ukraine-kuscht-ld.10004761

·       Schulstreik gegen Wehrpflicht
Jugendliche protestieren gegen Wehrpflicht und Militarisierung.
https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/

·       KDV-Beratungen steigen
Die Zahl der Beratungen zur Kriegsdienstverweigerung nimmt zu.
https://www.evangelische-friedensarbeit.de/meldungen-friedensarbeit/eak-zahl-der-kdv-beratungen-steigt-weiter-deutlich

🔥 Nahost, Gaza & internationale Kritik

·       Amnesty-Bericht zu Gaza
Amnesty dokumentiert massive Menschenrechtsverletzungen.
https://www.amnesty.de/israel-gaza-genozid-voelkermord-amnesty-bericht-informationen-hintergruende

·       EU-Sanktionen gegen Siedlerorganisationen
Die EU reagiert auf Gewalt im Westjordanland.
Hinweis: Artikel teilweise hinter Bezahlschranke.
https://www.sueddeutsche.de/politik/eu-sanktionen-siedler-westjordanland-israel-li.3482004

·       Peace Now zu EU-Sanktionen
Die israelische Friedensorganisation begrüßt die Sanktionen.
https://peacenow.org.il/en/the-eu-council-decides-to-impose-sanction-on-four-settler-organizations

·       Deutschland und Italien blockieren EU-Kurs
Die EU ringt um einen härteren Umgang mit Israel.
https://www.berliner-zeitung.de/article/israel-eu-abkommen-blockade-deutschland-italien-10031977

·       Parents Circle / Families Forum
Israelische und palästinensische Familien setzen auf Dialog.
https://wings-of-hope.de/veranstaltung/begegnung-und-dialog-mit-dem-parents-circle-families-forum-pcff/

·       Palestinians and Jews for Peace
Die Initiative erhält den Aachener Friedenspreis.
https://www.propeace.de/de/palestinians-jews-peace-aachener-friedenspreis

·       Über 400 Diplomaten fordern härteren Kurs
Ehemalige Diplomaten drängen die EU zu Konsequenzen.
Hinweis: Artikel teilweise hinter Bezahlschranke.
https://www.welt.de/politik/ausland/article6980c80ef0e62064809e25f6/nahost-ueber-400-fruehere-diplomaten-draengen-eu-zu-haerterem-kurs-gegen-israel-darunter-19-aus-deutschland.html

☢️ Iran, Großmachtpolitik & Eskalation

·       Iran-Krieg und seine Folgen
Die SWP warnt vor globalen Folgen einer Eskalation.
https://www.swp-berlin.org/publikation/der-iran-krieg-und-seine-folgen-fuer-den-mittleren-osten-die-grossmaechte-und-die-weltwirtschaft

·       Hormus-Militäreinsatz
Die Militarisierung zentraler Handelsrouten verschärft Spannungen.
https://www.spiegel.de/ausland/iran-krieg-donald-trump-setzt-militaer-einsatz-fuer-sichere-hormus-durchfahrt-aus-a-09110b24-5de9-4643-9a3d-c701250ab14f

·       Iran: Repression im Schatten des Krieges
Der Krieg verstärkt autoritäre Dynamiken im Iran.
https://www.dw.com/de/iran-repression-im-schatten-des-krieges/a-77064911

·       Operation gewaltiger Irrtum
Das IPG-Journal warnt vor weiterer Eskalation.
https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/operation-gewaltiger-irrtum-9043/

🏙️ Friedensarbeit, Dialog & Zivilgesellschaft

·       Friedensstadt Freiburg
Die Initiative bündelt lokale Friedensarbeit und Dialog.
https://friedensstadt-freiburg.de/

·       Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden
Die Friedensschrift betont die Bedeutung von Diplomatie.
https://www.ack-in-freiburg.de/detail/termin/id/1038077-oekumenische-friedensschrift-wer-frieden-will-muss-mit-dem-feind-reden/?vt=1&cb-id=233983

·       Rotstift bei Frieden und Entwicklung
Kritisiert werden Kürzungen bei ziviler Friedensarbeit.
https://www.propeace.de/de/rotstift-bei-frieden-und-entwicklung

·       Die 100-Milliarden-Euro-Frage
Diskutiert wird die gesellschaftliche Logik wachsender Aufrüstung.
https://www.propeace.de/de/die-100-milliarden-euro-frage

28 Mai, 2026

Petition: Frieden in den Lehrplan!

Wir haben inzwischen unterschrieben. Du/ihr auch?

An die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz

Anna Stolz

Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus

Die aktuellen Kriege betreffen junge Menschen in besonderer Weise: Sie sollen Wehrdienst leisten. Die riesigen Schulden für Aufrüstung gehen zulasten von Investitionen in ihre Zukunft – etwa in Bildung oder Klimaschutz. Gleichzeitig spiegeln sich internationale Konflikte wie der Krieg in der Ukraine oder die Situation im Nahen Osten längst im Schulalltag wider.

Junge Menschen haben ein Recht auf Mitsprache. Um dieses Recht informiert ausüben und eine friedliche Zukunft aktiv mitgestalten zu können, brauchen sie die Möglichkeit, sich differenziert mit den Themen Krieg und Frieden auseinanderzusetzen.

Darum fordern wir: Frieden in den Lehrplan!

  • Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe verbindlich in die Curricula aufnehmen
  • Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
  • Mehr Fachleute für Friedensbildung an Schulen – statt ausschließlich Jugendoffiziere der Bundeswehr

Warum das wichtig ist

1. Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufnehmen

Friedensbildung bedeutet weit mehr als die Vermittlung von Wissen über Krieg und Frieden. Sie stärkt Kompetenzen für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten – zwischen Menschen ebenso wie in der Gesellschaft insgesamt. Darüber hinaus fördert sie friedensorientierte Haltungen und verantwortungsbewusstes Handeln im eigenen Umfeld.

Gerade angesichts eskalierender Konflikte weltweit und zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung brauchen wir diese Kompetenzen dringender denn je.

Friedensbildung sollte deshalb bereits in der Grundschule beginnen und in allen Schulformen kontinuierlich bis zur Oberstufe verankert werden.

2. Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken

Gesellschaftliche und internationale Konflikte machen auch vor Schulen nicht halt. Lehrkräfte erleben diese Spannungen täglich im Unterricht und im sozialen Miteinander der Schülerinnen und Schüler.

Deshalb sollte Friedensbildung bereits im Lehramtsstudium, im Referendariat und in der Fortbildung von Lehrkräften deutlich stärker berücksichtigt werden.

Dafür braucht es:

  • Lehrstühle für Friedensbildung an Hochschulen und Universitäten
  • Fachstellen für Friedensbildung in allen Bundesländern
  • Fortbildungsangebote und Materialien für Schulen und Lehrkräfte
  • Eine stärkere Vernetzung schulischer und außerschulischer Akteure

3. Mehr Fachleute für Friedensbildung an Schulen – statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr

Derzeit dominiert die Bundeswehr über ihre Jugendoffiziere als außerschulischer Akteur bei Fragen zu Krieg und Frieden. Dabei haben einzelne Bundesländer bereits beschlossen, unterschiedliche Perspektiven ausgewogen zu repräsentieren.

Die Bildungspolitik muss daher Strukturen wie Servicestellen für Friedensbildung stärken und entsprechende Förderprogramme ausbauen. Ziel muss sein, dass mehr unabhängige Fachleute für Friedensbildung an Schulen tätig werden können.

Warum sich die Petition an die Bildungsministerkonferenz richtet

Bildungspolitik ist in Deutschland Ländersache. Gemeinsame Beschlüsse der Bildungsministerinnen und Bildungsminister haben jedoch eine hohe Verbindlichkeit und prägen Lehrpläne sowie die Ausbildung von Lehrkräften in allen Bundesländern.

Deshalb richtet sich diese Petition an die Bildungsministerkonferenz. Sie soll einen Beschluss zur Friedensbildung fassen und einen entsprechenden Orientierungsrahmen entwickeln.

Für Themen wie Demokratiebildung oder Bildung für nachhaltige Entwicklung existieren bereits vergleichbare Empfehlungen. Für Friedensbildung fehlen solche bundesweiten Leitlinien bislang.

Angesichts der wachsenden Bedeutung friedens- und sicherheitspolitischer Fragen für die Lebensrealität junger Menschen ist es notwendig, Friedensbildung in allen Bundesländern deutlich zu stärken.

Was ist Friedensbildung?

Friedensbildung vermittelt Kompetenzen für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten – sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher und internationaler Ebene.

Frieden wird dabei nicht nur als Abwesenheit von Krieg verstanden, sondern als fortlaufender Prozess, in dem Gewalt reduziert und Gerechtigkeit gestärkt wird. Friedensbildung vermittelt somit die Haltung, dass Frieden eine gemeinsame und dauerhafte Aufgabe ist.

Internationale Verpflichtung Deutschlands

Deutschland ist international verpflichtet, Friedensbildung auszubauen.

Die UNESCO verabschiedete im Jahr 2023 eine „Empfehlung für Friedensbildung“. Darin heißt es:

„Im Zentrum der neuen UNESCO-Empfehlung steht das moderne, umfassende Friedensverständnis. Frieden ist demnach nicht nur die Abwesenheit von Krieg und unmittelbarer Gewalt, sondern ein Prozess, in dem Menschen zusammenwirken, um eine gerechte, nachhaltige und inklusive Zukunft aktiv mitzugestalten. Aufgabe der Bildung ist nach dem neuen Völkerrecht, allen Menschen das Handwerkszeug zu vermitteln, Frieden zu leben.“

Deutschland ist aufgefordert, diese Empfehlungen umzusetzen und Friedensbildung entsprechend zu stärken.

Aufrufende Organisationen

(Stand: 16.04.2026)

  • Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V.
  • Bildungswerk der DFG-VK Hessen
  • Bund für Soziale Verteidigung
  • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner NRW
  • Friedensdorf Bildungswerk
  • KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V.
  • Peace for Future
  • Pro Peace – Forum Ziviler Friedensdienst e.V.
  • Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Mitmachen

Die Petition soll Ende Mai auf OpenPetition starten. Bis dahin können Organisationen das Bündnis unterstützen und mit ihrem Logo auf der Petitionsseite erscheinen. Außerdem werden Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner gesucht – insbesondere Personen aus Wissenschaft und Schule.

Für Organisationen

Unterstützung der Petition erklären

Für Einzelpersonen

Jetzt Erstunterzeichner*in werden

Kontakt

Pro Peace

Christoph Bongard
Leiter Kommunikation & Politik
E-Mail: christoph.bongard@propeace.de

Christine Lieser
Referentin für Friedensbildung
E-Mail: christine.lieser@propeace.de

Hannah Sanders
Referentin für Medien und politische Kommunikation
E-Mail: hannah.sanders@propeace.de

27 Mai, 2026

Veteranentag 2026 – Gegen den neuen Heldenkult

Am 15. Juni 2026 findet in Deutschland zum zweiten Mal der sogenannte Veteranentag statt. Eingeführt wurde dieser Gedenk- und Aktionstag mit dem erklärten Ziel, die Bundeswehr und ehemalige Soldat*innen stärker in der Gesellschaft zu verankern und ihnen mehr öffentliche Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen. Städte, Kommunen, Reservistenverbände und andere Organisationen sind dazu aufgerufen, Veranstaltungen, Empfänge und „Begegnungsformate“ für Veteran*innen zu organisieren.

Was auf den ersten Blick wie reine Wertschätzung ehemaliger Soldat*innen erscheinen mag, passiert allerdings nicht im luftleeren Raum. Der Veteran*innentag findet in einer Zeit statt, in der Deutschland massiv aufrüstet, von „Kriegstüchtigkeit“ gesprochen wird und Bundeskanzler Friedrich Merz offen die „konventionell stärkste Armee Europas“ fordert. Gleichzeitig wird die Wehrpflicht vorbereitet, die Bundeswehr drängt verstärkt an Schulen und Hochschulen und militärisches Denken soll wieder selbstverständlicher Teil des gesellschaftlichen Alltags werden.

Genau in diesem politischen Klima wird nun versucht, Veteran*innenkultur auch in Deutschland stärker zu etablieren. Dabei geht es aus unserer Sicht eben nicht nur um die individuelle Anerkennung ehemaliger Soldat*innen, sondern auch darum, Militär und Militarisierung gesellschaftlich aufzuwerten, das öffentliche Bild der Bundeswehr zu verbessern und langfristig gesellschaftlichen Rückhalt für Aufrüstung und Kriegspolitik zu schaffen.

Deutlich wird das auch in Baden-Württemberg. Hier organisieren nicht nur Reservistenverbände Veranstaltungen, sondern zunehmend auch Kommunen, Museen oder öffentliche Einrichtungen. Der Veteranentag wird mit Konzerten, Frühschoppen, Familienprogrammen, Fahrzeugausstellungen oder Kinderangeboten bewusst niedrigschwellig und volksfestartig inszeniert. In Unlingen werden beispielsweise Panzerfahrzeuge, Fallschirmabsprünge, Bundeswehr-Feldküche und Lasergewehrschießen für Kinder angeboten.

Wir als DFG-VK Baden-Württemberg sehen diese Entwicklung äußerst kritisch. Gerade mit der deutschen Geschichte halten wir es für gefährlich, Militär wieder stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und neue Formen von Heldenkult zu etablieren. Wir brauchen keine gesellschaftliche Gewöhnung an Militär, keine Verherrlichung soldatischer Rollenbilder und keine weitere Militarisierung des öffentlichen Lebens.

Dabei richtet sich unsere Kritik ausdrücklich nicht gegen einzelne Menschen, die traumatisiert, verletzt oder mit schweren Erfahrungen aus Bundeswehreinsätzen zurückkehren. Selbstverständlich müssen diese Menschen Unterstützung und medizinische Versorgung erhalten. Allerdings sehen wir das in allererster Linie als Verantwortung des Staates und der Bundeswehr selbst — nicht als Aufgabe öffentlicher Militärfeste oder gesellschaftlicher Heldeninszenierungen.

Trotzdem muss natürlich auch die Frage erlaubt sein, warum Menschen überhaupt Soldat*in werden wollen — also bereit sind, im Ernstfall andere Menschen zu töten oder selbst für nationale Interessen zu sterben. Gerade deshalb halten wir eine kritische gesellschaftliche Kontrolle des Militärs für notwendig. Die vielen Skandale in der Bundeswehr rund um Rechtsextremismus, Sexismus, rassistische Vorfälle und Gewaltfantasien zeigen immer wieder, dass bewaffnete Institutionen nicht automatisch demokratische Orte sind. Viel zu oft entsteht der Eindruck, dass manche Menschen dort vor allem von Gewalt, Waffen und patriarchaler und militärischer Machtstrukturen angezogen werden.

Unser Ziel ist nicht eine bessere Versorgung zukünftiger Kriegseinsätze, sondern eine Politik, die solche Einsätze gar nicht erst hervorbringt. Denn jeder verhinderte Krieg verhindert auch neue Tote, neues Leid, neue Traumata und neue Verstümmelungen.

Während vielerorts soziale Einrichtungen kaputtgespart werden, Kommunen unter Finanzdruck stehen und gesellschaftliche Konflikte zunehmen, werden gleichzeitig unbeschränkt Milliarden für Aufrüstung bereitgestellt und Militärpräsenz öffentlich immer mehr normalisiert. Wir brauchen deshalb keinen neuen Heldenkult, sondern mehr soziale Gerechtigkeit, Investitionen in Bildung und eine Politik ziviler Konfliktlösung.

Veranstaltungen zum Veteran*innentag in Baden-Württemberg 2026

13. Juni

·       Kehl – Veteranentag Ortenau, Marktplatz Kehl, 11–18 Uhr

·       Kehl – Wednesday Big Band Benefizkonzert, Badstraße 29, 19–21 Uhr

·       Vogtsburg – Veteranentag, Sportplatz Niederrottweil hinter der Mühle, 8:30–16:30 Uhr

·       Ludwigsburg – Infoveranstaltung Veteranentag, Garnisonsmuseum, Asperger Straße 52

·       Walddorfhäslach (Reutlingen) – Veteranen-Frühschoppen, 10–15 Uhr

14. Juni

·       Mannheim – Veteranentag / Empfang der Stadt Mannheim, Toulonplatz / Zeughaus, Florian-Waldeck-Saal

·       Filderstadt/ Stuttgart – Zweiter Nationaler Veteranentag, Philharmonie Filderstadt, Tübinger Straße, 16–18 Uhr

·       Unlingen – Veteran*innentag 2026 & 60 Jahre RK-Unlingen, Gemeindehalle Unlingen, Daugendorfer Straße 39, ab 8:30 Uhr

·       Gernsbach – Grillfest der Mitglieder mit Gästen, Veranstalter Bad Herrenalb, 12–20 Uhr

15. Juni

·       Laupheim – Veteranentag-Infostand, Walpertshofer Straße 13, 8–18 Uhr

·       Kirchheim unter Teck – Veteranentag, Teckkeller, Jesinger Straße 82, 12–17 Uhr

20. Juni

·       Niedereschach – Veteranentag, Eschachhalle, 10–18 Uhr

·       Linkenheim-Hochstetten – RAG-Sommerfest mit Drohnenvorführungen, 14–23 Uhr

21. Juni

·       Bad Krozingen – Veteranentag Markgräferland, Lammplatz, 11–17 Uhr

Unterstützt den Protest gegen die Militarisierung Deutschlands

Wir brauchen keine neuen Heldenkulte. Wir brauchen keinen Veteran*innentag. Was wir brauchen, sind Investitionen in soziale Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheitsversorgung und zivile Konfliktlösung — nicht immer neue Versuche, Militär wieder als normalen Bestandteil gesellschaftlichen Lebens zu etablieren.

In Mannheim ist bereits Protest angekündigt. Dort wird unter anderem das DFG-VK-Mobil mit dem zerbrochenen Gewehr präsent sein, anschließend ist eine Demonstration geplant. Vor Ort hat sich dafür bereits ein Bündnis zusammengeschlossen. Und auch an anderen Orten wird es hoffentlich Protest geben — wenn wir ihn gemeinsam organisieren.

Für die dezentralen Proteste gibt es inzwischen auch ein Banner mit dem Motto „Nein zum neuen Heldenkult – Nein zum Veteranentag“. Entstanden ist dieses Banner aus Überlegungen der Organisator*innen der Proteste gegen den Veteran*innentag im vergangenen Jahr in Karlsruhe. Aus dort übrig gebliebenen Geldern — unter anderem aus dem Verkauf von Orden und Solidaritätsmaterialien — kann nun über den DFG-VK-Shop ein Banner für künftige Proteste bestellt werden.

Menschen und Gruppen aus Baden-Württemberg können das Banner für die reinen Portokosten von 4,90 Euro beziehen. Die Bestellung soll dafür direkt per Mail an material@dfg-vk.de erfolgen und nicht über den Shop.

Unser Protest richtet sich nicht gegen einzelne Menschen. Aber wir wenden uns entschieden gegen den Versuch, Militär, Krieg und soldatische Rollenbilder wieder stärker gesellschaftlich zu normalisieren. Gerade mit der deutschen Geschichte halten wir das für einen brandgefährlichen Weg. Und wenn wir gleichzeitig auf die hohen Umfragewerte rechtsextremer Parteien schauen, wird diese Entwicklung noch deutlich bedrohlicher.

26 Mai, 2026

Schulstreiks gegen Wehrpflicht – Junge Menschen wollen nicht töten und sterben für Deutschland

In zahlreichen Städten Baden-Württembergs beteiligten sich am 8. Mai hunderte Schüler*innen an den bundesweiten Schulstreiks gegen Wehrpflicht und Militarisierung. Proteste und Kundgebungen fanden unter anderem in Mannheim, Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe, Konstanz, Ulm, Heidelberg, Tübingen, Reutlingen, Heilbronn, Ravensburg, Offenburg, Schwäbisch Gmünd und weiteren Städten statt. Die Aktionen waren Teil eines bundesweiten Schulstreiks mit zehntausenden Teilnehmer*innen in über 150 Städten.

Die Forderungen der Schüler*innen waren dabei deutlich: Nein zur Wehrpflicht. Nein zur Militarisierung von Schulen und Hochschulen. Keine Bundeswehrwerbung an Bildungseinrichtungen. Statt Milliarden für Aufrüstung forderten viele Investitionen in Bildung, Soziales und Klimaschutz. Immer wieder wurde auch betont, dass junge Menschen nicht auf Krieg vorbereitet, sondern zu Frieden, Demokratie und ziviler Konfliktlösung befähigt werden sollten.

Gerade der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus spielte für viele Aktionen eine wichtige symbolische Rolle. Zahlreiche Redebeiträge erinnerten daran, wohin Militarismus, Nationalismus und gesellschaftliche „Kriegstüchtigkeit“ historisch geführt haben – und warum ein „Nie wieder“ auch heute bedeuten müsse, sich gegen neue Wehrpflichtmodelle und gegen gesellschaftliche Militarisierung zu stellen.

Auch wir als DFG-VK Baden-Württemberg haben die Schulstreiks unterstützt, dort wo wir angefragt wurden und helfen konnten – unter anderem in Mannheim, Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Konstanz, Reutlingen und Tübingen. Uns ist dabei wichtig, die Proteste der Schüler*innen solidarisch zu begleiten, ohne sie zu vereinnahmen oder uns aufzudrängen. Die jungen Menschen organisieren diese Aktionen selbstbestimmt und mit großer Ernsthaftigkeit. Unsere Aufgabe sehen wir eher darin, Unterstützung anzubieten, Erfahrungen weiterzugeben und Räume zu öffnen.

Dazu gehört für uns auch, unsere Beratung zur Kriegsdienstverweigerung anzubieten. Denn zumindest der Kriegsdienst an der Waffe kann verweigert werden – und wir unterstützen alle Schüler*innen und jungen Menschen gerne dabei, ihre Rechte wahrzunehmen und sich über Möglichkeiten der Kriegsdienstverweigerung zu informieren.

Gleichzeitig beobachten wir mit Sorge, dass es bereits erste Repressionen gegen streikende Schüler*innen gibt. Teilweise wurden wegen Schildern oder politischer Aussagen Ordnungsgelder angedroht oder verhängt. An manchen Schulen wurde das Fernbleiben vom Unterricht repressiv behandelt. Wir stellen uns klar gegen solche Einschüchterungsversuche.

Wir finden: Junge Menschen haben ein demokratisches Recht darauf, gegen Wehrpflicht und Militarisierung zu protestieren. Lehrer*innen, Schulleitungen und alle Menschen, die mit jungen Menschen arbeiten, sollten sie dabei unterstützen, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen – und sie nicht dafür bestrafen. Wer politische Bildung ernst meint, darf demokratischen Protest nicht sanktionieren.

Im Vorfeld der Proteste wurden die Schulstreiks zudem von verschiedenen politischen Stimmen diffamiert. Teilweise wurde behauptet, die Proteste seien keine echten Schüler*innenproteste, sondern würden allein von der SDAJ gesteuert oder organisiert. Diese Darstellung weisen wir klar zurück.

Wir beobachten vielmehr, dass der Widerstand gegen Wehrpflicht und Militarisierung aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen kommt. Neben der SDAJ beteiligten sich beispielsweise auch junge Menschen aus kirchlichen Gruppen, aus Gewerkschaftsjugenden, von der Linksjugend solid, aus antifaschistischen Zusammenhängen, aus Klimagruppen oder einfach viele parteiunabhängige Schüler*innen. Auch die DGB-Jugend unterstützte die Proteste.

Die pauschale Darstellung der Schulstreiks als „extremistisch“ wirkt deshalb weniger wie eine ernsthafte Analyse, sondern eher wie der Versuch, junge Protestbewegungen politisch zu delegitimieren und ihre gesellschaftliche Wirkung abzuschwächen. Dass bereits Schüler*innenproteste gegen Wehrpflicht auf diese Weise angegriffen werden, zeigt aus unserer Sicht vor allem eines: Die Debatte um Wehrpflicht und Militarisierung ist längst nicht so unumstritten, wie manche Regierende es gerne darstellen würden.

Die Bundeswehr verschickt inzwischen bereits Fragebögen zur Wehrerfassung an junge Menschen. Wir haben großes Verständnis dafür, wenn sich Jugendliche entscheiden, diese Formulare nicht beantworten zu wollen. Ziviler Ungehorsam gehört zur demokratischen Geschichte dieses Landes. Deshalb unterstützen wir Menschen, die sich gegen Militarisierung stellen, solidarisch – auch durch Spendensammlungen zur Unterstützung möglicher Strafzahlungen. Gleichzeitig ist selbstverständlich klar: Die Entscheidung dafür muss jede Person selbst treffen, und die Verantwortung dafür können wir niemandem abnehmen.

Die vielen jungen Menschen auf den Straßen haben deutlich gemacht: Es gibt Widerstand gegen die gesellschaftliche Militarisierung – auch und gerade unter Jugendlichen. Und das ist ein wichtiges Signal. Der nächste Schulstreik ist bereits wieder in Planung.

PS: Besuch aus den USA – Edward Hasbrouck bei den Schulstreiks in Mannheim

Besonders gefreut hat uns in diesem Zusammenhang der Besuch von Edward Hasbrouck in Mannheim. Edward gehört zu den wenigen Menschen in den USA, die wegen ihrer Weigerung, sich für den Militärdienst registrieren zu lassen, tatsächlich im Gefängnis waren. Seit Jahrzehnten engagiert er sich gegen Wehrpflicht, Militärregistrierung und Militarisierung und ist über die War Resisters’ International (WRI) auch mit der DFG-VK verbunden.

Da Edward sich gerade ohnehin in Europa aufhielt, hatte er im Vorfeld gefragt, ob er einen der Schulstreiks besuchen und mit den Schüler*innen ins Gespräch kommen könne. Das haben wir natürlich gerne ermöglicht. In Mannheim konnte er die dortigen Jugendlichen kennenlernen, Fragen beantworten und von seinen Erfahrungen aus den USA erzählen – von Widerstand gegen Militärregistrierung, zivilem Ungehorsam und den persönlichen Konsequenzen, die solche Entscheidungen manchmal haben können.

Wir hoffen, dass dieser Austausch für die jungen Menschen vor Ort ermutigend war. Gerade in einer Zeit, in der Proteste gegen Wehrpflicht oft belächelt oder diffamiert werden, kann es vielleicht Kraft geben zu sehen, dass Menschen sich seit Jahrzehnten weltweit gegen Militarisierung engagieren und damit nicht alleine sind.

Gleichzeitig hoffen wir auch, dass Edward etwas aus Mannheim und von den Schulstreiks in Baden-Württemberg mit zurück in die USA nehmen konnte: den Eindruck, dass auch hier wieder junge Menschen beginnen, sich gegen Wehrpflicht und gesellschaftliche Militarisierung zu organisieren, Fragen zu stellen und öffentlich Widerspruch zu formulieren.

Edward schreibt regelmäßig auf  Waging Nonviolence über Wehrpflicht, Militarisierung und zivile Widerstandsbewegungen. Seine Texte und Analysen sind absolut lesenswert.

23 April, 2026

Friedensbewegte Presseschau – April 2026

Einleitung

Jeden Tag erreichen uns von aufmerksamen und kritischen Friedensaktivist*innen Hinweise auf Berichte und Beiträge aus der Presse, die – teilweise und erfreulicherweise – eine wohltuende Gegenstimme zur allgegenwärtigen Kriegsrhetorik darstellen. Während viele Beiträge in den bekannten Medien mit einem Fokus auf Aufrüstung, Eskalation und Feindbilder daherkommen, zeigen diese Artikel: Es gibt sie noch – die Stimmen für Abrüstung, Dialog und Verständigung. Unsere heutige Presseschau gibt einen Überblick über solche Perspektiven, die Frieden nicht nur fordern, sondern auch konkret denken.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle euch, den Leserinnen dieses Newsletters – denn viele von euch sind nicht nur aufmerksame Beobachterinnen, sondern auch selbst aktive Organisatorinnen von Protesten, Mahnwachen und Friedensaktionen. Einige der hier vorgestellten Artikel verdanken ihre Aufmerksamkeit nicht zuletzt eurem Engagement – dafür ein großes und herzliches Dankeschön!

Damit auch in Zukunft vielfältige und friedensorientierte Stimmen Gehör finden, freuen wir uns weiterhin über eure Hinweise auf lesenswerte Artikel, Interviews oder Medienbeiträge. Hinweise bitte an bar-vue@dfg-vk.de – wir nehmen sie gerne in die nächste Ausgabe unserer Presseschau auf.

🌍 Nahost, Iran, Israel/Palästina & Völkerrecht

Selektive Empörung (IPG Journal)

Der Beitrag kritisiert die Doppelstandards westlicher Politik im Umgang mit dem Iran. Während Völkerrechtsverstöße selektiv verurteilt werden, geraten die Folgen von Krieg, Sanktionen und Instabilität für den Globalen Süden schnell aus dem Blick.

🔗 Zum Artikel

Bundestags-Expert*innen sehen Iran-Krieg als Völkerrechtsverstoß

Der Bericht hebt hervor, dass ein Angriffskrieg gegen den Iran auch aus Sicht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags völkerrechtlich hoch problematisch ist. Das ist ein wichtiger Kontrapunkt zu all jenen Stimmen, die militärische Eskalation als scheinbar legitimes Mittel der Politik behandeln.

🔗 Zum Artikel

Flexible Allianzen (IPG Journal)

Der Text beschreibt, wie brüchig und interessengeleitet viele Bündnisse im Nahen Osten inzwischen geworden sind. Gerade diese kurzfristige Bündnispolitik erschwert aber jede verlässliche Friedensordnung und fördert neue Unsicherheiten.

🔗 Zum Artikel

Unter Beschuss (IPG Journal)

Der Beitrag schildert die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten aus einer Perspektive, die vor allem die Folgen für Zivilgesellschaft und regionale Stabilität in den Blick nimmt. Deutlich wird: Militärische Logik drängt politische Lösungen immer weiter an den Rand.

🔗 Zum Artikel

Drohnen-Diplomatie (IPG Journal)

Hier geht es um den Zusammenhang von technologischer Aufrüstung und außenpolitischer Machtprojektion. Der Text zeigt, wie bewaffnete Drohnen nicht nur Kriege verändern, sondern auch Diplomatie selbst unter militärische Vorzeichen stellen.

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Unersetzbar (IPG Journal)

Der Beitrag arbeitet heraus, welche Akteure und Vermittlungsinstanzen in der Region für Deeskalation besonders wichtig sind. Er macht deutlich, dass Friedensprozesse gerade dann scheitern, wenn alles auf militärische Stärke und zu wenig auf politische Vermittlung gesetzt wird.

🔗 Zum Artikel

Nur eine Pause (IPG Journal)

Die Analyse warnt davor, Waffenruhen vorschnell mit Frieden zu verwechseln. Solange die politischen Ursachen des Konflikts unangetastet bleiben, ist eine Feuerpause oft nur die Unterbrechung vor der nächsten Eskalation.

🔗 Zum Artikel

Vorherrschaft durch Chaos (IPG Journal)

Der Artikel beschreibt eine Strategie regionaler Dominanz, die auf Instabilität und kontrolliertem Chaos beruht. Friedenspolitisch ist das eine Warnung: Wer Ordnung durch Zerstörung schaffen will, produziert nur neues Leid und neue Gewaltspiralen.

🔗 Zum Artikel

Liveticker Iran-Krieg (RND)

Der Ticker bündelt die täglichen Wendungen rund um Waffenruhe, Drohungen und politische Reaktionen. Gerade in seiner Unübersichtlichkeit zeigt er, wie schnell Eskalation heute geschieht und wie schwach dagegen oft die diplomatischen Gegenkräfte sind.

🔗 Zum Artikel

Iran-Konflikt – aktuelle Entwicklungen (NPR)

Der Beitrag bietet einen laufenden Überblick über die regionalen und internationalen Reaktionen auf die Eskalation. Sichtbar wird vor allem, wie eng militärische Entwicklungen, Energiesicherheit und Großmachtpolitik inzwischen verknüpft sind.

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USA übergeben Militärbasen in Syrien (New York Times)

Der Bericht über die Übergabe von US-Stützpunkten in Syrien verweist auf eine mögliche Neuordnung regionaler Machtverhältnisse. Solche Schritte können Entspannung bringen, aber ebenso neue Unsicherheiten und Stellvertreterkonflikte auslösen.

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Irischer Appell an Kaja Kallas

Irland drängt auf eine klarere europäische Linie zur Lage im Nahen Osten. Der Fokus auf Völkerrecht und politische Verantwortung ist ein wichtiges Signal gegen die Normalisierung militärischer Ausnahmezustände.

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Bundesregierung genehmigt Rüstungsexporte nach Israel (n-tv)

Der Bericht zeigt, dass Deutschland weiterhin Waffenexporte nach Israel genehmigt. Angesichts der humanitären Katastrophe in Gaza verschärft das die Frage nach politischer Mitverantwortung und nach der Glaubwürdigkeit deutscher Menschenrechtsrhetorik.

🔗 Zum Artikel

DW: USA, Vatikan, Italien und der Iran-Krieg

Der Text macht sichtbar, wie unterschiedlich die Reaktionen internationaler Akteure ausfallen – von machtpolitischer Positionierung bis zu moralischen Friedensappellen. Gerade dieser Kontrast zeigt, wie weit geopolitisches Kalkül und friedensethische Perspektive oft auseinanderliegen.

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Trump, Papst Leo XIV. und der Streit um Krieg und Frieden (Tagesschau)

Der Bericht beleuchtet den Konflikt zwischen politischer Machtlogik und kirchlicher Friedensbotschaft. Er erinnert daran, dass religiöse Stimmen gerade in Zeiten der Eskalation ein notwendiges Gegengewicht zur Sprache der Abschreckung sein können.

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Gaza-Flottille startet aus Spanien (Euronews)

Die Hilfsflottille ist humanitäres Zeichen und politischer Protest zugleich. Sie macht sichtbar, dass Solidarität mit der Zivilbevölkerung nicht warten darf, bis Regierungen sich endlich zu einer Politik der Menschlichkeit durchringen.

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Deutschlands Rolle im Iran-Konflikt (Tagesspiegel)

Der Kommentar fragt nach deutscher Mitverantwortung und nach den Möglichkeiten einer friedensorientierten Außenpolitik. Er legt den Finger auf den wunden Punkt: Wer militärische Eskalation kritisiert, muss auch den Mut zu diplomatischen Alternativen haben.

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Warum eine Seeblockade gegen den Iran so riskant wäre (FR)

Die Analyse zeigt, wie schnell eine Seeblockade selbst zum Brandbeschleuniger werden könnte. Militärische Drohgebärden erzeugen keine Sicherheit, sondern erhöhen das Risiko einer unkontrollierbaren regionalen Eskalation.

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Waffenruhe zwischen Israel, Iran und Libanon – aber wie tragfähig? (SZ)

Der Artikel beschreibt die Fragilität eines möglichen Waffenstillstands. Er verdeutlicht, dass echte Entspannung nicht aus militärischer Erschöpfung allein entsteht, sondern nur aus politischer Verständigung und rechtsstaatlicher Bindung.

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Iran: Internetblockade und wirtschaftliche Schäden (SZ)

Der Beitrag zeigt, wie eng Krieg, Repression und soziale Not zusammenhängen. Wenn Kommunikation gekappt und wirtschaftliche Lebensgrundlagen zerstört werden, trifft die Eskalation vor allem die Bevölkerung.

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US-Geheimdienste, Iran und China (CNN)

Die Meldung verknüpft den Iran-Konflikt mit globaler Blockbildung und neuer Rüstungsdynamik. Gerade solche Konstellationen zeigen, wie schnell regionale Kriege in größere geopolitische Machtkonflikte eingebettet werden.

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Eskalation durch Bombardierung? (SZ-Kommentar)

Der Kommentar kritisiert die Logik, militärische Gewalt als Weg zur Befriedung zu verkaufen. Er erinnert daran, dass Bomben keine politischen Lösungen schaffen, sondern die Voraussetzungen für neue Kriege legen.

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Netanjahus neue Kriegsdoktrin (der Freitag)

Der Freitag analysiert eine ideologisch aufgeladene Politik, in der sich religiöser Nationalismus und militärische Härte verbinden. Das ist nicht nur für die Region brandgefährlich, sondern auch für jede Perspektive auf gleiche Rechte und Koexistenz.

🔗 Zum Artikel

Chronik des iranischen Atomprogramms (bpb)

Die Chronik ordnet den Konflikt historisch ein und zeigt, wie lange Atomfrage, Sanktionen und Drohpolitik die Region bereits prägen. Gerade dieser lange Blick macht deutlich, dass militärische Zuspitzung noch nie zu einer tragfähigen Lösung geführt hat.

🔗 Zum Artikel

Papst kontert Trump: „Selig sind die Friedfertigen“ (BR)

Der Bericht stellt einer Logik der Stärke bewusst eine Logik des Friedens entgegen. Solche Stimmen mögen machtpolitisch oft schwach erscheinen, sind aber unverzichtbar, wenn Menschlichkeit und Deeskalation überhaupt noch Gehör finden sollen.

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Italien setzt Verteidigungsabkommen mit Israel aus (Berliner Zeitung)

Die Entscheidung zeigt, dass politische Konsequenzen gegenüber Israel inzwischen auch innerhalb Europas diskutiert werden. Wer Völkerrecht ernst meint, darf es nicht nur gegenüber Gegnern, sondern muss es auch gegenüber Partnern anwenden.

🔗 Zum Artikel

Trumps Iran-Kurs und die Rolle von JD Vance (Merkur)

Der Beitrag macht die Widersprüche innerhalb der US-Politik sichtbar. Zwischen Deal-Rhetorik, Druckpolitik und innenpolitischem Kalkül bleibt offen, ob Diplomatie hier ernst gemeint ist oder nur taktisch eingesetzt wird.

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USA, Iran und Pakistan im Gespräch (ZEIT)

Der Bericht verweist auf diplomatische Kontakte, die trotz Eskalation weiterlaufen. Gerade solche Kanäle sind entscheidend, weil Verhandlungen oft erst dann möglich werden, wenn militärische Optionen bereits an ihre Grenzen stoßen.

🔗 Zum Artikel

Frieden als Produkt kühlen Pragmatismus? (Spiegel Geschichte)

Der Text erinnert daran, dass Friedensschlüsse selten aus moralischer Einsicht allein entstehen. Das ist ernüchternd, aber wichtig: Auch unvollkommene Kompromisse sind oft humaner als die Fortsetzung von Krieg.

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USA massiv unter Druck – Deal mit dem Iran? (n-tv)

Der Beitrag deutet an, dass die Vereinigten Staaten unter wachsendem Druck eher zu Verhandlungen bereit sein könnten. Er zeigt damit auch, dass selbst harte Machtpolitik am Ende oft doch wieder auf Diplomatie zurückverwiesen wird.

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Trumps 15-Punkte-Plan für das Ende des Iran-Kriegs (Morgenpost)

Der Plan wird als Versuch präsentiert, Kontrolle über eine eskalierende Lage zurückzugewinnen. Auffällig ist jedoch, wie stark auch hier militärische Drohkulissen und politische Selbstinszenierung ineinandergreifen.

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Warum Trumps Iran-„Friedensplan“ nach Verzweiflung riecht (Morgenpost)

Der Kommentar liest die Initiative weniger als Friedensstrategie denn als Krisenmanagement unter Druck. Das verweist auf ein Grundproblem vieler Großmächte: Verhandelt wird oft erst, wenn die Eskalation außer Kontrolle zu geraten droht.

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Trump säuselt von Frieden und schickt Fallschirmjäger (Spiegel)

Der Titel bringt die Widersprüchlichkeit der US-Politik auf den Punkt. Zwischen Friedensrhetorik und militärischer Machtdemonstration bleibt unklar, ob überhaupt noch Raum für glaubwürdige Deeskalation vorhanden ist.

🔗 Zum Artikel

15-Punkte-Plan für Waffenruhe im Nahen Osten (Tages-Anzeiger)

Auch dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, ob ein politischer Plan den Krieg stoppen könnte. Seine wichtigste Lehre: Papier allein schafft keinen Frieden, wenn Vertrauen, Rechtssicherheit und politische Teilhabe fehlen.

🔗 Zum Artikel

Einfluss der Israel-Lobby auf die US-Iran-Politik (Foreign Policy)

Der Artikel arbeitet heraus, wie stark innenpolitische Machtgruppen außenpolitische Entscheidungen prägen. Das ist gerade für Friedenspolitik zentral, weil Kriegsentscheidungen eben nicht nur an Fronten, sondern auch in politischen Apparaten vorbereitet werden.

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Deutsche Nahostpolitik und Völkerrecht (ZEIT)

Der Text problematisiert die Haltung deutscher Spitzenpolitiker gegenüber den Angriffen auf den Iran. Er macht deutlich, dass Völkerrecht nicht zur Verfügungsmasse geopolitischer Loyalitäten werden darf.

🔗 Zum Artikel

Stellungnahme zur deutschen Außenpolitik nach den Angriffen auf den Iran (Verfassungsblog)

Die juristische Einordnung kritisiert die deutsche Reaktion als zu wenig rechtsgebunden und zu sehr bündnispolitisch geprägt. Gerade aus friedenspolitischer Sicht ist das bedeutsam: Wer Recht relativiert, stärkt am Ende die Gewalt.

🔗 Zum Artikel

Deutschland verzichtet auf Intervention im Genozid-Verfahren gegen Israel (n-tv)

Die Entscheidung der Bundesregierung, sich nicht einzuschalten, wirft Fragen nach politischer Haltung und rechtlicher Verantwortung auf. Sie zeigt erneut, wie vorsichtig Deutschland agiert, wenn Völkerrecht und Bündnispolitik aufeinanderprallen.

🔗 Zum Artikel

Tagesschau: USA und Iran-Konflikt

Der Bericht zeichnet die Verstrickung der USA in die Eskalation nach. Er zeigt zugleich, wie gefährlich es ist, wenn militärische Signale politische Kommunikation ersetzen.

🔗 Zum Artikel

ORF: Entwicklungen im Iran-Konflikt

Die ORF-Berichte fassen die jüngsten Wendungen zusammen und machen die Unübersichtlichkeit der Lage sichtbar. Gerade das spricht für Besonnenheit statt für weitere militärische „Antworten“.

🔗 Zum Artikel

Tagesschau-Liveblog Iran

Der Liveblog dokumentiert, wie dicht politische Signale, militärische Aktionen und mediale Dramatisierung inzwischen aufeinanderfolgen. Die Geschwindigkeit der Eskalation macht deutlich, wie nötig belastbare diplomatische Kanäle wären.

🔗 Zum Artikel

Anzeige gegen Unterstützung des Iran-Krieges (junge Welt)

Der Artikel thematisiert juristische Schritte gegen politische und militärische Unterstützung eines Angriffskrieges. Er erinnert daran, dass Friedenspolitik nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich verteidigt werden muss.

🔗 Zum Artikel

Historische US-Dokumente zum Iran (National Security Archive)

Die Dokumentensammlung zeigt, wie lang die Geschichte von Intervention, Einflussnahme und Eskalationspolitik bereits ist. Gerade historische Tiefenschärfe hilft, aktuelle Kriege nicht als isolierte Ereignisse misszuverstehen.

🔗 Zum Artikel

Iran, Israel und die Kriegsgefahr in der Region (Versöhnungsbund)

Das Hintergrundpapier argumentiert grundlegend gegen militärische Logiken im Nahen Osten. Es plädiert für politische Verständigung, Abrüstung und einen Blick auf die Sicherheitsinteressen aller Seiten.

🔗 Zum Artikel

Israel-Libanon-Spannungen am Litani (Tagesschau)

Der Bericht erinnert daran, dass der Krieg nicht nur zwischen Staaten und Armeen stattfindet, sondern ganze Grenzräume in dauerhafte Unsicherheit stürzt. Regionale Ausweitung bleibt eine reale Gefahr.

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Trump, Netanjahu und Geheimdienstoperationen (New York Times)

Der Beitrag beleuchtet die enge Verzahnung von Geheimdienstpolitik, Kriegsstrategie und politischer Macht. Gerade solche verdeckten Ebenen zeigen, wie wenig demokratische Kontrolle militärischer Eskalation oft noch vorhanden ist.

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Guardian: US-Debatten über Israel und Nahostpolitik

Der Text macht deutlich, wie umkämpft die amerikanische Linie gegenüber Israel inzwischen ist. Selbst in den USA bröckelt die Selbstverständlichkeit, mit der militärische Loyalität lange über Kritik an Menschenrechtsverletzungen gestellt wurde.

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Steffen Seibert und der Streit mit Netanjahus Regierung (Spiegel)

Der Bericht zeigt, wie sensibel bereits moderate Kritik an Israels Regierung geworden ist. Dass selbst ein als israelfreundlich geltender Diplomat unter Druck gerät, sagt viel über die Verengung des politischen Diskurses aus.

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Empörung über einen X-Beitrag des Botschafters (Welt)

Auch dieser Bericht zeigt, wie aufgeladen das politische Klima inzwischen ist. Schon kleine diplomatische Signale werden zum Konfliktfeld – ein Zeichen dafür, wie schwer nüchterne Vermittlung geworden ist.

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🇺🇦 Ukrainekrieg, Europa & Sicherheitsordnung

Pazifist in der Ukraine unter Druck (junge Welt)

Der Artikel berichtet über einen ukrainischen Pazifisten, der mit staatlichem Druck konfrontiert ist. Gerade in Kriegszeiten zeigt sich hier, wie wichtig die Verteidigung von Gewissensfreiheit und antimilitaristischen Stimmen bleibt.

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Selenskyj verärgert über US-Vermittler (Berliner Morgenpost)

Der Bericht macht Spannungen innerhalb des westlichen Lagers sichtbar. Wenn selbst Verbündete öffentlich aneinandergeraten, zeigt das vor allem, wie brüchig die politische Fassade des militärischen Durchhaltens geworden ist.

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Deutschland finanziert Hunderte Patriot-Raketen für die Ukraine (n-tv)

Die Meldung unterstreicht die weitere militärische Verstrickung Deutschlands in den Krieg. Auch wenn Luftabwehr oft als defensiv gilt, bleibt sie Teil einer Eskalationsdynamik, die politische Lösungen nicht ersetzt.

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Zukunftsszenarien für den Ukrainekrieg (Wissenschaft & Frieden)

Der Text entwirft verschiedene Entwicklungspfade des Krieges und fragt nach ihren politischen Konsequenzen. Besonders wertvoll ist, dass er nicht nur militärische, sondern auch diplomatische und gesellschaftliche Perspektiven mitdenkt.

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NATO-Ausbildung und mühsame Umschulung ukrainischer Soldaten (n-tv)

Der Bericht zeigt praktische Probleme der militärischen Kooperation auf. Er macht damit auch deutlich, dass Waffen und Ausbildung allein noch keine kohärente Friedens- oder Sicherheitsstrategie ergeben.

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Sicherheitsgarantien gegen Gebietsverzicht? (Reuters)

Die Meldung verweist auf mögliche westliche Szenarien, in denen Sicherheitszusagen an territoriale Zugeständnisse gekoppelt werden. Sie zeigt, wie eng Diplomatie, Machtpolitik und die Frage nach einem politisch tragfähigen Frieden verknüpft sind.

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Russische Frühjahrsoffensive offenbar gestartet (Tagesspiegel)

Der Beitrag beschreibt die neue militärische Zuspitzung an der Front. Je deutlicher aber der Krieg in eine nächste Runde der Abnutzung geht, desto dringlicher wird die Frage nach ernsthaften Verhandlungen.

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Hunderttausende in Belgorod ohne Strom (Tagesspiegel-Liveblog)

Der Liveblog macht die zivilen Folgen militärischer Angriffe sichtbar. Gerade solche Meldungen erinnern daran, dass Infrastrukturkrieg nie nur militärische Ziele trifft, sondern immer auch die Lebenswelt von Menschen zerstört.

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Ukraine-Analysen 329

Die Ausgabe liefert vertiefte Hintergrundinformationen zur politischen und militärischen Lage. Solche Analysen sind wichtig, weil sie helfen, die oft schrille Tagesberichterstattung in einen nüchternen Zusammenhang zu stellen.

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FCAS – letzter Vermittlungsversuch beim Kampfjetprojekt scheitert (Handelsblatt)

Das Scheitern des Vermittlungsversuchs zeigt, wie konfliktreich und interessengeleitet europäische Aufrüstungsvorhaben sind. Gerade daran wird sichtbar, dass Rüstungsprojekte nicht Sicherheit garantieren, sondern oft selbst politische Spannungen erzeugen.

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Pistorius zur Absicherung einer Waffenruhe im Iran-Konflikt (ZDFheute)

Der Beitrag zeigt, wie militärische Präsenz immer wieder als Voraussetzung von Stabilität präsentiert wird. Friedenspolitisch bleibt dagegen die Frage zentral, warum politische Absicherung so oft erst nach der militärischen Eskalation überhaupt ernsthaft erwogen wird.

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Pistorius in Singapur – U-Boote, TKMS, Rüstung (ZDFheute)

Der Bericht verweist auf die zunehmende globale Vernetzung deutscher Rüstungs- und Sicherheitsinteressen. Gerade diese internationale Ausdehnung zeigt, wie stark Militarisierung längst als normales außenwirtschaftliches Instrument behandelt wird.

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Habermas, Ramstein und die politische Debatte (SZ)

Der Text verweist auf die innenpolitische Auseinandersetzung um Krieg, Bündnispolitik und Verantwortung. Wichtig daran ist, dass kritische Gegenstimmen aus Wissenschaft und Öffentlichkeit weiter sichtbar bleiben.

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✊ Friedensbewegung, Ziviler Widerstand & Gesellschaft

Rundbrief 128 des Lebenshauses Alb

Der Rundbrief versammelt friedenspolitische Analysen, Bewegungsdebatten und praktische Hinweise aus der Zivilgesellschaft. Er steht für eine Form politischer Arbeit, die konsequent auf Gewaltfreiheit, Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung setzt.

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Der Frieden in Kolumbien – zehn Jahre nach dem Friedensabkommen (Radio Dreyeckland)

Der Beitrag zieht eine nüchterne Bilanz: Der Friedensprozess ist widersprüchlich, aber nicht gescheitert. Gerade Kolumbien zeigt, dass Friedensabkommen selten geradlinig verlaufen – und dennoch unendlich viel sinnvoller sind als die Fortsetzung bewaffneter Gewalt.

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Ostermärsche werden jünger (nd-aktuell)

Der Bericht zeigt, dass die Friedensbewegung neue Generationen erreicht. Das ist ermutigend, weil es nahelegt, dass Widerstand gegen Krieg und Aufrüstung keineswegs ein aussterbendes politisches Milieu ist.

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Lebenshaus Alb – Aktion

Die Aktionsseite verweist auf konkrete zivilgesellschaftliche Möglichkeiten, sich gegen Krieg und Militarisierung zu engagieren. Gerade solche niedrigschwelligen Formen des Mitmachens sind wichtig, damit Friedenspolitik nicht abstrakt bleibt.

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Europäische Bürgerinitiative

Die Plattform zeigt, dass friedenspolitisches Engagement auch auf europäischer Ebene demokratisch eingebracht werden kann. Solche Instrumente ersetzen keine Bewegung auf der Straße, können sie aber politisch ergänzen.

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Gewaltfreie Aktion – Sicherheitspolitische Entwicklungen

Der erste Hinweis aus dem Newsletter der Gewaltfreien Aktion ordnet aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen kritisch ein. Er erinnert daran, dass Aufrüstung nicht alternativlos ist und gerade in Krisenzeiten zivile und gewaltfreie Perspektiven sichtbar gemacht werden müssen.

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Gewaltfreie Aktion – Internationale Akteure in aktuellen Konflikten

Dieser Newsletter-Beitrag richtet den Blick auf die Rolle internationaler Akteure in Kriegen und Krisen. Er problematisiert, wie machtpolitische Interessen häufig über zivile Konfliktbearbeitung gestellt werden.

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Gewaltfreie Aktion – Die schleichende Normalisierung militärischer Denkweisen

Der dritte Hinweis aus der Gewaltfreien Aktion thematisiert, wie tief militärische Logiken inzwischen in Alltag, Sprache und Politik eingesickert sind. Gerade diese Normalisierung ist gefährlich, weil sie Krieg als selbstverständliche Option erscheinen lässt.

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Videohinweis (YouTube)

Der eingereichte Video-Link ergänzt die Presseschau um eine audiovisuelle Perspektive auf Krieg, Friedenspolitik und öffentliche Debatte. Solche Formate sind wichtig, weil sie oft auch Menschen erreichen, die klassische Artikel oder Dossiers nicht lesen.

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Das Friedenszeitalter ist ganz nah (Charles Eisenstein, deutsch)

Der Text formuliert eine hoffnungsvolle Gegenperspektive zu einer von Krieg und Angst geprägten Gegenwart. Auch wenn manche Thesen eher essayistisch als politisch-praktisch sind, ist die Grundidee wichtig: Frieden braucht nicht nur Analyse, sondern auch Vorstellungskraft.

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💶 Kriegswirtschaft, Energie & Profite

Krisenprofite von Energieunternehmen (ZEIT)

Der Beitrag zeigt, wie Unternehmen in Zeiten von Krieg und Energiekrise enorme Gewinne erzielen können. Er macht damit deutlich, dass militärische und geopolitische Eskalationen nicht nur Opfer und Zerstörung produzieren, sondern auch Gewinner.

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Hinweis

Den Verweis „Rundbrief 1/2026 – Bund für Soziale Verteidigung e.V.“ habe ich inhaltlich mitgedacht, aber in deinen Nachrichten war dazu keine eigene URL enthalten. Deshalb ist er hier nicht separat verlinkt.

23 April, 2026

„Best Practice“- Beispiel DFG-VK Gruppe Ludwigsburg

Was macht unsere Gruppe aus: Unsere Gruppe hat 45 Mitglieder. Viele davon sind „altgediente“, die die Arbeit vermutlich seit vielen Jahren unterstützen, aber nicht oder nur sporadisch zu den Treffen kommen und sich auch nicht an der Vorbereitung von Aktionen und Veranstaltungen beteiligen (manche kommen zu den Veranstaltungen). Das ist in Ordnung so. Die Gruppe besteht aus 32 Männern und 13 Frauen. Interessant ist, dass von den Frauen 9 aktiv sind und von den Männern 20! D.h. die Frauen, die v.a. die letzten Jahre dazu gekommen sind, haben ein großes Interesse, aktiv zu sein. Mitglieder ab Jahrgang 1984 haben wir 7 (davon 4 sehr aktiv).

Unser Vorstandsteam besteht aus 5 Personen, 3 Männer und 2 Frauen, ich bin sozusagen die Vorstandsvorsitzende, organisiere die Treffen (Raumreservierung, Moderation, Catering) und verschicke Mails an die Gruppe.

Es stellte sich bei der Klausur der DFG-VK Ba-Wü, zu der ich eingeladen war, um von unserer Gruppe zu berichten, die Frage, weshalb wir als DFG-VK insgesamt nicht mehr jüngere (aktive) Mitglieder haben und nicht mehr Frauen. Es ging v.a. auch um die Mitarbeit in Gremien und Übernahme von „Posten“.

Bzgl. der „wenigen“ Frauen ist sicherlich die Historie der DFG-VK als für die Wehrdienstverweigerung zuständige Organisation ein Grund (3 meiner 4 Brüder haben verweigert, der 4. musste nicht zur Bundeswehr, die 3 Brüder waren auch Mitglied der DFG-VK). Das ist m.E. nicht besorgniserregend. Es gibt auch Vereine und Organisationen, in denen sich mehr Frauen als Männer befinden.

Ein weiterer Punkt ist, dass ein Verband mit Gremien, Beschlüssen etc, vielen jungen Menschen nicht zusagt und ich meine auch vielen Frauen nicht (einschließlich mir). Ich habe mich schon Anfang der 80-er Jahre in der Friedensbewegung engagiert (Organisation und Durchführung der Blockade Großengstingen, Unterstützung der angeklagten DemonstantInnen, meine eigene Verteidigung incl.).

Wir waren damals basisdemokratisch unterwegs, machten Trainings in gewaltfreiem Widerstand und gewaltfreier Kommunikation. Alle Entscheidungen (auch während der Blockade) wurden im Konsensverfahren gefällt (mit Vetorecht). Das lag mir sehr.

In der DFG-VK-Gruppe Ludwigsburg hatten wir folgendes Glück: Wir bekamen Zuwachs von einer gegen den Gazakrieg sehr engagierten relativ jungen Frau (sie ist berufstätig und hat kleine Kinder, gehört also einer Gruppe von Menschen an, die sich normalerweise nicht über die Maßen engagieren kann). Sie war auch schnell bereit, in die Vorstandsgruppe, die wir damals gründeten zu gehen.

Da es schwierig war, in unserer Gruppe einen Konsens über den Umgang mit der Kritik an der israelischen Regierung in Bezug auf den Gazakrieg herzustellen, wurde beschlossen, dass wir das Thema „auslagern“. Wir gründeten eine NahostAG, in der DFG-VK Mitglieder mit Nichtmitgliedern zusammenarbeiten. Diese AG gehört zur DFG-VK Gruppe Ludwigsburg, agiert aber sehr autonom (lediglich größere finanzielle Anfragen werden in der großen Gruppe beschlossen und es wird regelmäßig berichtet). In der NahostAG sind viele junge Menschen und sie kooperiert mit anderen Jugendorganisationen wie der SDAJ. Wir DFG-lerInnen betreiben innerhalb dieser AG keine aktive Anwerbung von Mitgliedern, trotzdem gab es schon einen Eintritt und es könnte sein, dass noch mehr folgen.

Wir sind als Gruppe insgesamt sehr aktiv und die NahostAG organisiert in einer Geschwindigkeit Aktionen und Veranstaltungen, wie es in einem hierarchisch organisierten Verband nicht möglich ist. Das liegt auch daran, dass es in der Gruppe eine große Betroffenheit gibt. Das Organisieren von Aktionen und Veranstaltungen findet überwiegend bei persönlichen Treffen statt (es gibt auch einen regelmäßigen „Stammtisch“) und über SIGNAL.

Durch die vielen Aktionen und Veranstaltungen, die wir machen, sind wir im Landkreis Ludwigsburg und v.a. in der Stadt Ludwigsburg inzwischen sehr bekannt und werden auch als KooperationspartnerInnen angefragt.  Und das, obwohl die Regionalpresse über diese Aktionen und Veranstaltungen nur äußerst sporadisch berichtet. Bzgl. Gaza v.a. wenn kritische jüdische Referenten („Combatants for peace“, Tomer Dotan-Dreyfus) eingeladen wurden.

Ein Fazit für mich ist, dass wir mit Jugendverbänden, – gruppen kommunizieren und kooperieren sollten, ohne zu verlangen, dass sie sich in einem Verband engagieren und sogar Funktionen übernehmen müssen. Was sinnvoll wäre, ist eine gezielte Werbung von Menschen im mittleren Alter. Diese sind i.d.R. noch fit und nicht mehr so stark durch berufliche Karriereambitionen und familiäre Verpflichtungen gebunden. Natürlich sollten auch gezielt Frauen angesprochen werden. Aber v.a. müssen die Veranstaltungen, Aktionen und die Treffen ansprechend gestaltet werden. Bei unseren Mitgliedertreffen und Veranstaltungen gibt es immer ein Catering. Die letzten „Meetings“, die alle 2 Monate stattfinden, haben wir so geplant, dass es auch einen Austausch in Grüppchen oder Arbeitsgruppen zu Themen, die vom Vorstandsteam (auf Anregung von Mitgliedern) eingebracht werden gibt. Entscheidungen über finanzielle Unterstützung oder manch „trockenes“ Thema kann auch im Vorstandsteam getroffen/besprochen werden.

Das was wir machen löst das demografische Problem nicht (Überalterung der DFG-VK und fehlende NachfolgerInnen für FunktionsträgerInnen). Es ist aber evtl. eine Anregung, wie man junge Menschen „integrieren“ kann bzw. wie man sich in Bündnisse, die von jungen Menschen gegründet werden (z.B. das Bündnis gegen die Wehrpflicht in Ludwigsburg) „integrieren lassen“ kann. Durch unsere Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen wir auch, dass wir etwas für die jüngere Generation machen (in diesem Kontext empfehle ich das Buch von Stefan Schulz „Die Altenrepublik“, in dem es neben dem Thema Einsamkeit um Generationengerechtigkeit geht).

Text von Martha Albinger von der DFG-VK Ludwigsburg. Vielen Dank dafür und an die gesamte Regionalgruppe eine großen Dank für eure tolle Arbeit an einer friedlicheren Zukunft. Ihr wollt mehr von der Friedensarbeit der Gruppe Ludwigsburg wissen, dann stellt der Landesgeschäftsführer gerne den Kontakt her 🙂

Eure Gruppe hat auch ein „Best Practice“ oder ihr habt konkrete Ideen oder Aktionen für mehr Frieden, dann schreibt uns gerne (Ba-wue@dfg-vk.de) und wir veröffentlichen die Texte dann auf der Homepage und im Newsletter. Lasst uns für neues offenbleiben, voneinander lernen und gemeinsam neue und mehr Schritte Richtung Frieden gehen. Jede*r ist willkommen mitzumachen und sich einzubringen und uns alle somit ein Stück weiter. Zusammen sind wir stärker.

22 April, 2026

Keine Mittelstreckenwaffen. Nirgends!

In Deutschland droht die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen – mögliche Standorte sind Grafenwöhr und Wiesbaden. Was hier vorbereitet wird, ist eine sicherheitspolitische Eskalation mit enormen Risiken: Diese Waffen verkürzen Vorwarnzeiten drastisch und erhöhen die Gefahr eines militärischen Großkonflikts in Europa.

Doch nicht nur das Vorhaben selbst ist alarmierend – sondern auch, wie darüber entschieden wurde.
Diese weitreichende Entscheidung wurde ohne öffentliche Debatte, ohne breite parlamentarische Auseinandersetzung und ohne gesellschaftliche Beteiligung getroffen.

Das ist ein demokratischer Skandal.

Er zeigt, wie wenig Mitbestimmung gewollt ist, wenn es um „Kriegstüchtigkeit“ geht. Entscheidungen, die unser aller Sicherheit betreffen, werden im Hintergrund getroffen – an der Bevölkerung vorbei.
Diese Intransparenz hat einen Grund:
Mittelstreckenwaffen sind keine „normalen“ Waffen. Sie sind Teil einer militärischen Strategie, die im Ernstfall auch atomare Eskalation einschließt – und Deutschland zum möglichen Schauplatz eines solchen Konflikts macht.
Genau diese Realität soll nicht breit diskutiert werden.
Denn eine ehrliche Debatte würde dem Bild vom sauberen, coolen und gerechten Krieg widersprechen, das insbesondere die Bundeswehr für die Rekrutierung ihrer Soldat*innen nutzt.
Sie würde Ängste sichtbar machen – und Widerstand stärken.

Für uns ist klar:
Keine Mittelstreckenwaffen – weder in Grafenwöhr noch in Wiesbaden, weder in Deutschland noch in Europa.  

👉 Kommt zu den Protesten in Grafenwöhr und Wiesbaden am 30.05.2026 und unterstützt unsere Forderungen:

  • die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu unterbinden
  • das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen
  • das Projekt zur Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen (ELSA) zu stoppen
  • keine Tomahawk-Marschflugkörper und Abschussrampen von den USA zu kaufen
  • Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag und damit auch einen Abzug russischer Mittelstreckenwaffen wie der Oreschnik zu erreichen
  • die allgemeine gesellschaftliche Militarisierung und die Reaktivierung des Kriegsdienstzwangs zu stoppen
  • Kriege und Konflikte diplomatisch statt militärisch zu lösen
  • weltweit für eine sichere und friedliche Zukunft einzutreten und dabei auch mit den Staaten zusammenzuarbeiten, zu denen westliche Länder in machtpolitischer und/oder wirtschaftlicher Konkurrenz stehen

Ihr plant am 30.05. hinzufahren? Dann meldet euch bei uns:

Schreibt gerne eure geplante Anreise an unseren Geschäftsführer Jonas – wir versuchen, Fahrten zu bündeln und euch miteinander zu vernetzen. Gebt dabei bitte an, zu welcher der beiden Demonstrationen ihr fahren wollt.
Bildet Banden. Vernetzt euch. Werdet aktiv gegen Mittelstreckenwaffen in Deutschland und Europa.

Link zum Bündnissflyer (Druckvorlage)

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