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Allgemein

14 August, 2025

Keine Militarisierung unserer Kinder – DFG-VK protestiert gegen Bundeswehr-Ferienlager in Kellmünz

Am 13.08. bis zum 14.08.2025 fand in Kellmünz an der Iller ein Ferienlager für Kinder von 6 bis 12 Jahren statt – organisiert von der Stadt in Kooperation mit der Bundeswehr.

Morgens halb neun in Kellmünz
Wir müssen wieder mahnen

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Baden-Württemberg protestierte gemeinsam mit anderen Friedensorganisationen wie pax christi entschieden dagegen. Denn was hier als harmlose Ferienfreizeit präsentiert wird, ist in Wahrheit Frühmilitarisierung: Kinder werden an militärische Strukturen, Drill, Uniformen und Kriegstechnologie gewöhnt – Werte, die im krassen Widerspruch zu einer gewaltfreien Erziehung stehen.

Warum wir protestieren

Die Kindheit ist eine prägende Lebensphase. Pädagog*innen und Wissenschaft warnen seit Jahren davor, dass der frühe Kontakt mit Militär Gewalt als legitimes Mittel normalisieren kann. Kinder brauchen Vorbilder, die Konflikte friedlich lösen – nicht solche, deren Beruf auch das Töten umfasst.
Es gibt viele bessere Alternativen für Ferienfreizeiten: Kooperationen mit Sportvereinen, Musik- und Kunstschulen, Jugendringen oder Bildungsinitiativen, die soziale Kompetenzen, Teamgeist und Empathie fördern.

Jutta Dorsch von der Friedensgruppe Heidenheim / DFG-VK Ortsgruppe


Dass die Stadt Kellmünz behauptet, ohne die Bundeswehr kein Ferienlager anbieten zu können, ist nicht nur fragwürdig – es ist ein fatales Signal.

Teil einer größeren Entwicklung

Dieses Ferienlager ist kein Einzelfall, sondern spiegelt eine gesellschaftliche Tendenz wider:
Unter dem Schlagwort Zeitenwende werden Aufrüstung, militärische Abschreckung und massive Investitionen in Rüstungsprojekte als alternativlos dargestellt. Milliarden fließen an Unternehmen, die ihr Geld mit Krieg verdienen – und damit ein Interesse an einer kriegerischen Gesellschaft haben. Auch in Schulen nimmt die Anwesenheit von sogenannten Jugendoffizieren zu und wird von immer mehr Politiker*innen sogar gefordert. In Mannheim beispielsweise sollen sich, laut einem Antrag der CDU-Fraktion, Schulen, die bisher kein Militär in ihren Klassenzimmern haben wollten, dafür rechtfertigen und es soll darauf gedrungen werden, deren Einstellung zu ändern und die Anwesenheit der Bundeswehr in allen Schulen zu garantieren. Deutschland 2025.

In ländlichen Gemeinden wie Kellmünz führt das zu einer besonderen Problematik: Kritik an solchen Projekten stößt schnell auf Widerstand aus der Dorfgemeinschaft. So organisierten einige Anwohner*innen angeführt vom Bürgermeister Reserveleutnant Obst sogar eine Gegendemonstration gegen unseren friedlichen Protest. Hohe Tiere der Bundeswehr wurden dorthin mit ihren Staatskarossen chauffiert.

Ablauf unseres Protests

Bereits um 7:30 Uhr trafen die ersten Friedensbewegten aus Baden-Württemberg und Ulm in Kellmünz ein – darunter auch unser Bulli mit dem großen, aufblasbaren, zerbrochenen Gewehr als klares Symbol gegen Militarisierung.
Im Vorfeld hatten wir ausdrücklich darum gebeten, friedlich, freundlich und kreativ zu demonstrieren: mit Seifenblasen, Straßenmalkreide, Fahnen und Liedern. Unser Ziel war es, die Kinder nicht zu verunsichern, sondern unsere Kritik an die Erwachsenen und die Politik zu richten. Das gelang uns auch.

Rede von Rainer Schmidt, der den Protest angemeldet hatte

Um 8:15 Uhr hielt Rainer Schmidt von der DFG-VK Ulm eine Rede. Er erinnerte daran, wie in Schulen, Kitas und Jugendzentren in den letzten Jahrzehnten konsequent an gewaltfreier Kommunikation, Empathie und Konfliktlösung gearbeitet wurde – und wie absurd es ist, diese Werte bei internationalen Konflikten durch das Prinzip „Abschreckung“ und militärische Drohkulissen zu ersetzen und damit all diese emanzipatorischen, demokratischen, friedlichen Konzepte da absurdum zu führen. Das sei schlicht nicht intelligent, und dem ganzen fehle der Segen, sagte der studierte Theologe.
Bis 9:45 Uhr standen wir im Ort, diskutierten mit interessierten Menschen und machten deutlich, dass Gewalt nicht das Fundament einer sicheren Zukunft sein kann. Danach endete unser Protest, und das Ferienlager begann.

Ein Zeichen setzen

Trotz teils ablehnender Stimmung im Ort hat unser Protest große mediale Aufmerksamkeit erhalten – von regionaler bis bundesweiter Presse. Das zeigt: Das Thema bewegt.
Unsere Hoffnung ist, dass dieser öffentliche Druck dazu führt, dass es im nächsten Jahr keine Kooperation zwischen der Stadt Kellmünz und der Bundeswehr mehr gibt. Stattdessen wünschen wir uns Ferienangebote, die von pädagogisch geschulten Fachkräften geleitet werden – frei von militärischen Inhalten. Und wenn nicht, dann wird die DFG-VK ihren Protest gegen (Früh-)Militarisierung fortsetzen, so lange es nötig ist. Ab jetzt auch jedes Jahr in Kellmünz.

Gewaltfreiheit für Kinder – jetzt und in Zukunft.
Die Kindheit darf kein Rekrutierungspool sein. Unsere Kinder sind kein zukünftiges Kanonenfutter.


Hier auch nochmal unsere Pressemitteilung, die auf unseren Protest in Kellmünz verweist und eingeladen hatte darüber zu berichten:

PRESSEMITTEILUNG

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen (DFG-VK) Landesverband Baden-Württemberg

Kinder brauchen Frieden – kein Ferienlager mit der Bundeswehr!

Friedlicher Protest am 13. August 2025 in Kellmünz

Stuttgart, 6. August 2025 –

Die DFG-VK Baden-Württemberg ruft zum friedlichen Protest gegen ein Ferienlager der Stadt Kellmünz auf, das in Kooperation mit der Bundeswehr stattfindet.

Das Ferienprogramm richtet sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren – eine besonders schützenswerte Altersgruppe.

Wir sagen klar: Keine Früh-Militarisierung! Keine Werbung für Krieg bei Kindern!

Militär hat in Kinderfreizeiten nichts zu suchen

Soldatische Strukturen und militärische Inhalte haben in der Freizeitgestaltung von Kindern nichts verloren. Das Ferienlager vermittelt frühzeitig ein Bild von militärischer Normalität – das halten wir für unverantwortlich.

Auch die GEW Bayern hat das Projekt in einer Pressemitteilung deutlich kritisiert und bezeichnet es aus pädagogischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht als hochproblematisch.

Bürgermeister kündigt Gegendemonstration an

Statt sich der inhaltlichen Kritik zu stellen, hat der Bürgermeister von Kellmünz eine Gegendemonstration gegen unseren friedlichen Protest angekündigt. Dies ist aus demokratischer Perspektive ein fragwürdiges Signal.

Friedlicher Protest in Kellmünz

Datum: Mittwoch, 13. August 2025
Uhrzeit: 8:15 bis 9:45 Uhr
Ort: Vor der Grundschule, 89293 Kellmünz
Anreise: Mit dem Zug gut möglich

Die Protestaktion ist bewusst gewaltfrei, bunt und kindgerecht – mit Seifenblasen, Straßenmalkreide, Friedensliedern und Friedensfahnen. Wir setzen ein klares Zeichen gegen die Militarisierung des zivilen Lebens.

Unsere Forderungen:

  • Keine Kooperation mit der Bundeswehr in Kinder- und Jugendprogrammen
  • Keine Werbung für Militäreinsätze bei Minderjährigen
  • Klare Trennung von Bildung, Erziehung und Militär

Kinder brauchen Frieden, nicht Uniformen. Sie haben ein Recht auf eine gewaltfreie und zivile Erziehung – frei von jeder militärischen Einflussnahme.

Pressekontakt und Anmelder unseres Protestes:

Rainer Schmid
Ochsengasse 25
89077 Ulm
Telefon: 0176 3678 5211

E-Mail: rainer.schmid@ELKW.de


Und hier noch erste Presseberichte von unserem Protest:

  • https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/bundeswehr-ferienfreizeit-demonstration-kellmuenz-100.html
  • https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-zwischen-huepfburg-und-tarnnetz-kritik-an-kinderferienprogramm-der-bundeswehr-100.html
  • https://www.ardmediathek.de/video/abendschau-der-sueden/kellmuenz-kinderferienprogramm-mit-der-bundeswehr/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDE3Mjg5QTAvc2VjdGlvbi9mMzliZjlhYy1jZGFjLTQyNDYtODY3MS1jNTAyZmU4YTYyNjE
  • https://www.ardmediathek.de/video/quer-mit-christoph-suess/militaer-im-ferienlager-kellmuenz-und-die-bundeswehr/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDEyNDgyQTAvc2VjdGlvbi9mMGEzNzJiYy1kMDhlLTQ1NmUtYmUyNC1iZTFlOGIyMzAzMzI
    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/kinderferienprogramm-der-bundeswehr-swr-community-diskutiert-100.html
  • https://www.br.de/nachrichten/bayern/bundeswehr-streit-ueber-ferienaktion-frueh-militarisierung,UpvCOTu
  • https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/abendschau-der-sueden/as-kinderferienprogramm-korr-100.html
  • https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/kinderferienprogramm-der-bundeswehr-swr-community-diskutiert-100.html

1 August, 2025

Gemeinsame Erklärung: Hungerkrise in Gaza beenden

Dringender Aufruf:

Über 100 Organisationen schlagen Alarm und fordern sofortige Hilfe, um Leben zu retten. In Gaza breitet sich eine Massenhungersnot aus und unsere Kolleg*innen und die Menschen, denen wir helfen, siechen dahin. Während die Belagerung durch die israelische Regierung die Bevölkerung von Gaza aushungert, stehen nun auch Helfer*innen in denselben Schlangen für Lebensmittel an und riskieren erschossen zu werden, nur um ihre Familien zu ernähren. Da die Vorräte nun vollständig aufgebraucht sind, müssen humanitäre Organisationen mit ansehen, wie ihre eigenen Kolleg*innen und Partner*innen vor ihren Augen dahinsiechen.

Genau zwei Monate, nachdem die von der israelischen Regierung kontrollierte „Gaza Humanitarian Foundation“ ihre Arbeit aufgenommen hat, schlagen 115 Organisationen Alarm und fordern die Regierungen zum Handeln auf: Öffnung aller Landgrenzübergänge, Wiederherstellung uneingeschränkter Versorgung mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, medizinischen Hilfsgütern, Unterkünften und Treibstoff durch prinzipientreue von den Vereinten Nationen geleitete Mechanismen, Beendigung der Belagerung und sofortige Einigung auf einen Waffenstillstand.

„Jeden Morgen hallt dieselbe Frage durch den Gazastreifen: Werde ich heute etwas zu essen bekommen?“, sagte ein Vertreter einer Hilfsorganisation. Fast täglich kommt es zu Massakern an Lebensmittelverteilungsstellen in Gaza. Bis zum 13. Juli bestätigten die Vereinten Nationen 875 Palästinenser*innen, die auf der Suche nach Lebensmitteln getötet wurden, 201 auf Hilfsrouten, der Rest an Verteilungsstellen. Tausende weitere wurden verletzt. Unterdessen haben israelische Streitkräfte fast zwei Millionen erschöpfte Palästinenser*innen gewaltsam vertrieben. Der jüngste Befehl zur Massenvertreibung wurde am 20. Juli erlassen und beschränkte die Palästinenser*innen nun auf weniger als 12 Prozent des Gazastreifens. Das Welternährungsprogramm warnt, dass die derzeitigen Bedingungen Hilfseinsätze unmöglich machen. Das Aushungern von Zivilist*innen als Kriegsmittel ist ein Kriegsverbrechen.

Vor den Toren des Gazas-Streifens, in Lagerhäusern – und sogar innerhalb des Gazas-Streifens selbst – lagern Tonnen von Lebensmitteln, sauberem Wasser, medizinischen Hilfsgütern und Treibstoff unberührt, da humanitären Organisationen der Zugang oder die Auslieferung dieser Güter verwehrt wird. Die Beschränkungen, Verzögerungen und Zersplitterung durch die vollständige Belagerung seitens der israelischen Regierung haben zu Chaos, Hunger und Tod geführt. Ein Helfer, der psychosoziale Unterstützung leistet, sprach von den verheerenden Auswirkungen auf Kinder: „Kinder sagen ihren Eltern, dass sie in den Himmel wollen, weil es dort wenigstens Essen gibt.“

Ärztinnen und Ärzte berichten von Rekordzahlen akuter Unterernährung, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen. Krankheiten wie akuter wässriger Durchfall breiten sich aus, die Märkte sindleer, Müll türmt sich, Erwachsene brechen auf den Straßen vor Hunger und Dehydrierung zusammen.

Die Verteilung in Gaza erfolgt durchschnittlich mit nur 28 Lastwagen pro Tag, was bei weitem nicht ausreicht für über zwei Millionen Menschen, von denen viele seit Wochen ohne Hilfe auskommen müssen. Das humanitäre System unter der Führung der Vereinten Nationen ist nicht gescheitert, es wurde daran gehindert, zu funktionieren. Humanitäre Organisationen verfügen über die Kapazitäten und Vorräte, um in großem Umfang zu helfen. Aber da uns der Zugang verwehrt wird, können wir die Bedürftigen nicht erreichen, darunter auch unsere eigenen erschöpften, hungrigen Teams. Am 10. Juli kündigten die EU und Israel Maßnahmen zur Ausweitung der Hilfe an. Aber diese Versprechen des „Fortschritts“ klingen hohl, wenn es vor Ort keine wirklichen Veränderungen gibt. Jeder Tag ohne kontinuierliche Hilfslieferungen bedeutet, dass mehr Menschen an vermeidbaren Krankheiten sterben. Kinder hungern, während sie auf Versprechen warten, die nie eintreffen.

Die Palästinenser*innen sind in einem Teufelskreis aus Hoffnung und Enttäuschung gefangen, während sie auf Hilfe und Waffenstillstände warten, nur um dann in noch schlechteren Verhältnissen aufzuwachen. Es handelt sich nicht nur um physische, sondern auch um psychische Qualen. Das Überleben ist wie eine Fata Morgana. Das humanitäre System kann nicht auf falschen Versprechungen basieren. Humanitäre Helfer*innen können nicht mit wechselnden Zeitplänen arbeiten oder auf politische Zusagen warten, die keinen Zugang gewährleisten.

Die Regierungen dürfen nicht länger auf die Erlaubnis zum Handeln warten. Wir können nicht weiterhin darauf hoffen, dass die derzeitigen Vereinbarungen funktionieren. Es ist Zeit, entschlossen zu handeln: Fordern Sie einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand; heben Sie alle bürokratischen und administrativen Beschränkungen auf; öffnen Sie alle Grenzübergänge; gewährleisten Sie den Zugang zu allen Menschen in ganz Gaza; lehnen Sie militarisierte Verteilungsmodelle ab; stellen Sie eine prinzipientreue, von den Vereinten Nationen geleitete humanitäre Hilfe wieder her und finanzieren Sie weiterhin prinzipientreue und unparteiische humanitäre Organisationen. Die Staaten müssen konkrete Maßnahmen zur Beendigung der Belagerung ergreifen, wie beispielsweise die Einstellung des Transfers von Waffen und Munition.

Fragmentarische Vereinbarungen und symbolische Gesten wie Luftabwürfe oder mangelhafte Hilfsabkommen dienen als Vorwand für Untätigkeit. Sie können die rechtlichen und moralischen Verpflichtungen der Staaten, palästinensische Zivilisten zu schützen und einen sinnvollen Zugang in großem Umfang zu gewährleisten, nicht ersetzen. Die Staaten können und müssen Leben retten, bevor es keine mehr zu retten gibt.

Unterzeichnende Organisationen:

1. American Friends Service Committee (AFSC)

2. A.M. Qattan Foundation

3. A New Policy

4. ACT Alliance

5. Action Against Hunger (ACF)6. Action for Humanity

7. ActionAid International

8. American Baptist Churches Palestine Justice Network

9. Amnesty International

10. Asamblea de Cooperación por la Paz

11. Associazione Cooperazione e Solidarietà (ACS)

12. Bystanders No More

13. Campain

14. CARE

15. Caritas Germany

16. Caritas Internationalis

17. Caritas Jerusalem

18. Catholic Agency for Overseas Development (CAFOD)

19. Center for Mind-Body Medicine (CMBM)

20. CESVI Fondazione

21. Children Not Numbers

22. Christian Aid

23. Churches for Middle East Peace (CMEP)

24. CIDSE- International Family of Catholic Social Justice Organisations

25. Cooperazione Internazionale Sud Sud (CISS)

26. Council for Arab‐British Understanding (CAABU)

27. DanChurchAid (DCA)

28. Danish Refugee Council (DRC)

29. Development and Peace – Caritas Canada

30. Doctors against Genocide

31. Episcopal Peace Fellowship

32. EuroMed Rights

33. Friends Committee on National Legislation (FCNL)

34. Forum Ziviler Friedensdienst e.V.

35. Gender Action for Peace and Security

36. Glia37. Global Legal Action Network (GLAN)

38. Global Witness

39. Health Workers 4 Palestine

40. HelpAge International

41. Human Concern International

42. Humanity & Inclusion (HI)

43. Humanity First UK

44. Indiana Center for Middle East Peace

45. Insecurity Insight

46. International Media Support

47. International NGO Safety Organisation

48. Islamic Relief

49. Jahalin Solidarity

50. Japan International Volunteer Center (JVC)

51. Justice for All

52. Kenya Association of Muslim Medical Professionals (KAMMP)

53. Kvinna till Kvinna Foundation

54. MedGlobal

55. Medico International

56. Medico International Switzerland (medico international schweiz)

57. Medical Aid for Palestinians (MAP)

58. Mennonite Central Committee (MCC)

59. Medicine for the People – Belgium (MPLP/GVHV)

60. Médecins Sans Frontières (MSF)

61. Médecins du Monde France

62. Médecins du Monde Spain

63. Médecins du Monde Switzerland

64. Mercy Corps

65. Middle East Children’s Alliance (MECA)

66. Movement for Peace (MPDL)

67. Muslim Aid68. National Justice and Peace Network in England and Wales

69. Nonviolence International

70. Norwegian Aid Committee (NORWAC)

71. Norwegian Church Aid (NCA)

72. Norwegian People’s Aid (NPA)

73. Norwegian Refugee Council (NRC)

74. Oxfam International

75. Pax Christi England and Wales

76. Pax Christi International

77. Pax Christi Merseyside

78. Pax Christi USA

79. Pal Law Commission

80. Palestinian American Medical Association

81. Palestinian Children’s Relief Fund (PCRF)

82. Palestinian Medical Relief Society (PMRS)

83. Peace Direct

84. Peace Winds

85. Pediatricians for Palestine

86. People in Need

87. Plan International

88. Première Urgence Internationale (PUI)

89. Progettomondo

90. Project HOPE

91. Quaker Palestine Israel Network

92. Rebuilding Alliance

93. Refugees International

94. Saferworld

95. Sabeel‐Kairos UK

96. Save the Children (SCI)

97. Scottish Catholic International Aid Fund

98. Solidarités International99. Støtteforeningen Det Danske Hus i Palæstina

100. Swiss Church Aid (HEKS/EPER)

101. Terre des Hommes Italia

102. Terre des Hommes Lausanne

103. Terre des Hommes Nederland

104. The Borgen Project

105. The Center for Mind-Body Medicine (CMBM)

106. The Global Centre for the Responsibility to Protect (GCR2P)

107. The International Development and Relief Foundation

108. The Institute for the Understanding of Anti‐Palestinian Racism

109. Un Ponte Per (UPP)

110. United Against Inhumanity (UAI)

111. War Child Alliance

112. War Child UK

113. War on Want

114. Weltfriedensdienst e.V.

115. Welthungerhilfe (WHH)

14 Juli, 2025

DIE GEWERBLICHE SCHULE SCHWÄBISCH HALL ERHÄLT DEN ULLI-THIEL-FRIEDENSPREIS 2025

Der „Ulli-Thiel Friedenspreis“ für Schüler:innen in Baden-Württemberg erfreute sich zum sechsten Mal in Folge großer Beliebtheit und stärkt die Friedensbildung an Schulen. Das wurde bei der 6. Preisverleihung am 11. Juli 2025 im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe deutlich. Aus allen Schularten kamen insgesamt 50 Einsendungen. Dieses Jahr wurden insgesamt 13 Beiträge ausgezeichnet, darunter vielfältige kreative Arbeiten, die von hohem Engagement zeugen, so dass die Jury eine herausfordernde Aufgabe hatte.


Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt die Gewerbliche Schule Schwäbisch Hall

Die Schüler:innen der Klasse AVD3 Vorqualifizierung Arbeit und Beruf gestalteten einen Friedens-Kalender. „Ich bin die Taube, die ihr Nest verlassen hat, und zum Frieden geflogen ist“, beschrieb ein Schüler aus Afghanistan seine Holzstift-Zeichnung einer Taube, die aus einer offenen Hand der Sonne entgegenfliegt. Und ein Schüler aus der Ukraine malte mit Bleistift seine Metapher eines Handschlags, der eine Brücke zum Frieden wird. Die Klasse besteht aus jungen Männern aus acht verschiedenen Nationen. Jeder Monat wurde von einem anderen Schüler künstlerisch mit verschiedenen Techniken gestaltet und mit einem Text zu seinen persönlichen Gedanken zum Thema Frieden versehen. Der Kalender wurde in einer kleinen Auflage gedruckt und in der Schule an vielen Stellen aufgehängt. Mit großer Freude nahmen die Schüler aus Schwäbisch Hall und ihr Lehrer Stefan Hartelt, der schon seit mehreren Jahren Arbeiten zum Ulli-Thiel-Friedenspreis einreicht, den Preis entgegen.


Den ersten Preis in der Kategorie Kunst erhielt Jule Hambrecht vom Schlossgymnasium in Künzelsau für ihr plastisches Kunstwerk unserer zerstörten in Scherben liegenden Welt und der dazugehörigen Bildbeschreibung, die davon spricht, wo Menschen trotz allem Hoffnung finden.


In der Kategorie Literatur ging der erste Preis an Lia Poth vom Heisenberg- Gymnasium in Bruchsal. Sie hat sich in einem Poetry-Slam Gedanken dazu gemacht, dass Frieden nicht durch Waffen, sondern durch Kommunikation und Haltung erreicht werden kann.


In der in diesem Jahr neu definierten Kategorie Schulprojekte erhielt die Verbundschule Neckarsulm den ersten Preis. Die Schüler:innen haben ein Buch vom Frieden erdacht, das Stimmen zum Frieden aus der Schüler- und Lehrerschaft, aber auch aus der Politik, darunter von Landes-Bildungsministerin Theresa Schopper und Bundeskanzler Friedrich Merz, versammelt. Das Buch wird auf einem eigens dafür hergestellten Olivenholztisch im Eingangsbereich der Schule ausgestellt.


Zwei Grundschulen aus Stuttgart teilen sich den Grundschulpreis: Die Falkert-Grundschule hat ein herausragendes Theaterstück nach dem Bilderbuch „Das Sonnenblumenschwert“ eingereicht, die Wilhelm-Hauff-Grundschule eine Collage aus 40 Einzelarbeiten, die am Haupteingang des Schulhauses angebracht wurde.


Weitere Auszeichnungen gingen an das Schlossgymnasiums Künzelsau, das Heisenberg- Gymnasium Bruchsal, das Gymnasium Karlsruhe Neureut, die Lindenrainschule Ebhausen, die Schule beim Jakobsweg der Paulinenpflege in Winnenden und das Nellenburg-Gymnasium in Stockach. Auch 7 Anerkennungspreise und 2 Buchpreise wurden vergeben. Alle anderen Teilnehmer:innen erhalten eine Urkunde.


Prälatin Heide Reinhard hielt die Laudatio. Sie zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und der Kreativität der eingereichten Arbeiten und dem Mut der Schüler:innen mit ihren Werken beherzt für den Frieden einzutreten.


Sonnhild Thiel, Ehefrau des verstorbenen Namensgebers des Preises, betonte in ihrer Rede die Hoffnung, die die Preisträger*innen ausstrahlen, und ermutigte sie: „Lasst euch nichts weiß machen und seht nicht schwarz. Achtet auf die Grautöne, füllt diese mit Farbe, denn das Leben ist bunt und Leben heißt hoffen. Ihr habt euer Leben vor euch und ihr wollt leben. Das macht mir Mut, dafür dank ich euch.“


Die neue Ausschreibung für den Wettbewerb 2025 / 26 startet am Weltfriedenstag, 21. September 2025.

Zum Hintergrund:

Der Preis wird von der Evangelischen Landeskirche in Baden, der DFG-VK Baden-Württemberg, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), „pax an!“ – Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und Völkerverständigung, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und pax christi Freiburg und Rottenburg-Stuttgart ausgelobt.

Ulli Thiel (1943 – 2014) war Sonderschullehrer, Friedensaktivist und Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm 1983, der bislang größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland. Von ihm stammt der Spruch „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zum Motto des Preises geworden ist.

Weitere Impressionen von der friedlichen, fröhlichen und für uns rührenden Preisverleihung. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Danke an alle Teilnehmenden

11 Juli, 2025

Protest gegen Ferienlager der Bundeswehr für Kinder von 6-12 Jahren in Kellmünz

Die Marktgemeinde Kellmünz an der Iller bietet diesen August ein „Kinderferienprogramm mit der Bundeswehr“ an.

Für nur 12 Euro können Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren zwei Tage lang mit einer Einheit verbringen, die sonst Kriegseinsätze in Litauen oder Norwegen mitkoordiniert.

Veranstaltet wird das Programm in Kooperation mit der Gefechtsstandstaffel des NATO-Kommandos der Bundeswehr in Ulm.

Das ist kein harmloses Ferienprogramm. Das ist gezielte Gewöhnung an Militärstrukturen im Grundschulalter.

👉 Die Einheit, mit der Kinder da „spielen“ sollen, ist verantwortlich für die operative Führung von NATO-Einsätzen mit bis zu 60.000 Soldat*innen.

👉 Es ist ein weiteres Beispiel für die wachsende Militarisierung unserer Gesellschaft – diesmal mitten in der Kinderfreizeit.

„Die Bundeswehr ist kein Träger der Jugendarbeit“

Oliver Danner, Sozialpädagoge und Mitglied im Landesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern (GEW), kritisiert das Programm deutlich:

„Ein Ferienprogramm mit der Bundeswehr ist nicht altersgemäß. Der Themenkomplex ist in diesem Alter schwer pädagogisch vermittelbar. Angst und Verunsicherung sind vorprogrammiert – anstatt Spiel und Schutz.“

Die GEW Bayern fordert seit Jahren:

  • Keine Bundeswehr in Schulen und Jugendprogrammen
  • Keine Rekrutierung von Minderjährigen
  • Schluss mit Kriegs-PR bei unter 18-Jährigen

Denn: Deutschland hat die Pariser Prinzipien der Vereinten Nationen unterzeichnet, die den Einsatz von Kindersoldat*innen verbieten. Trotzdem ist heute jede zehnte rekrutierte Person in der Bundeswehr minderjährig – viele davon aus Bayern.

Protest am 13.08. – Kommt zur Mahnwache!

Wir sagen: Waffen sind keine Spielzeuge. Krieg ist kein Ferienabenteuer. Die Bundeswehr hat in Kinderfreizeiten nichts verloren!

Deshalb rufen wir zur Mahnwache auf:

🗓 Dienstag, 13. August

🕘 9:00 Uhr

📍 Kellmünz an der Iller

Der Protest wird organisiert von unserem Mitglied Rainer Schmid aus Ulm.

👉 Wer sich beteiligen oder unterstützen möchte, kann sich gerne bei ihm melden:

📧 rainer.schmid@elkw.de

Kinder brauchen Frieden – nicht Uniformen.

Zeigt Haltung. Kommt zur Mahnwache.

11 Juli, 2025

80 Jahre Hiroshima & Nagasaki – Baden-Württemberg erinnert

Wie im ersten Artikel beschrieben, wird in Deutschland im Jahr 2025 wieder ernsthaft darüber diskutiert, sich mit einer eigenen Atombombe zu bewaffnen. Während also in Berlin über eine „Eurobombe“ nachgedacht wird, gedenkt die Welt in diesen Tagen zum 80. Mal den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki – Menschheitsverbrechen, deren Folgen bis heute sichtbar und spürbar sind.

Gerade deshalb ist dieses Gedenken nicht nur Rückblick, sondern Widerstand. Es ist unsere Antwort auf atomare Fantasien: Erinnerung, Mahnung, Widerspruch.

🗓️ Veranstaltungen zum Hiroshima-/Nagasaki-Gedenken 2025 in Baden-Württemberg:

🕯️ 6. August – Hiroshima-Tag

  • Stuttgart, 12:00 Uhr – Kundgebung auf dem Schlossplatz
    Veranstalter: IPPNW & Ohne Rüstung Leben
  • Stuttgart, 17:00 Uhr – Ausstellungseröffnung im Rathaus
    Veranstalter: IPPNW Stuttgart
  • Karlsruhe, 17:00 Uhr – Mahnwache Kaiserstraße/Herrenstraße
    Veranstalter: Friedensbündnis Karlsruhe
  • Offenburg-Fessenbach, ab 6. August – Friedensfasten & Ausstellung im Liebfrauenhof
    Veranstalter: Friedenswege, Evangelische Erwachsenenbildung Ortenau
  • Überlingen – Hiroshima-Gedenken der Friedensregion Bodensee
    Veranstalter: Friedensinitiative Überlingen
  • Mosbach – Gedenken geplant
    Veranstalter: Lokale Friedensinitiative
    (Details offen)
  • Villingen-Schwenningen, 19:00 Uhr – Innenstadt-Mahnwache
    Veranstalter: Regionales Friedensbündnis VS
    (Zeit/Ort ggf. noch in Abstimmung)

🕯️ 9. August – Nagasaki-Tag

  • Radolfzell – Mahnwache der Friedensregion Bodensee
    Veranstalter: Friedensregion Bodensee
    (Details folgen)
  • Mannheim – Gedenken auf dem Paradeplatz
    Veranstalter: Friedensbündnis Mannheim
    vorauss. 15:00 Uhr
  • Offenburg-Fessenbach – Abschluss-Friedenszeremonie
    Veranstalter: Friedenswege / LocalPEACE Offenburg

🖼️ Begleitende Ausstellungen & Aktionen

  • Heilbronn – Ausstellung „Hiroshima–Nagasaki“ (1.–15.8.)
    Veranstalter: Heilbronner Friedensrat
  • Karlsruhe, 30. Juli – Vortrag & Film „Schwarzer Regen“ in der Kinemathek Link Inhaltsbeschreibung „Schwarzer Regen“
    Veranstalter: DFG-VK Karlsruhe, Anti-Atom-Gruppe Karlsruhe
  • Mannheim, 14. August – Filmabend „Als die Sonne vom Himmel fiel“ im Atlantis-Kino
    Veranstalter: Atlantis Kino Mannheim & Partnergruppen

💬 Eure Aktion fehlt?

Ihr plant noch eine Mahnwache, Lesung, Kranichaktion oder Ausstellung,…? Dann schickt uns Ort, Datum, Uhrzeit und eine kurze Info an:

📧 ba-wue@dfg-vk.de

Wir aktualisieren diesen Artikel laufend, und tragen neue Termine in unseren Veranstaltungskalender ein.

✊ Erinnern heißt handeln

80 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki dürfen wir nicht schweigen. Nicht zusehen, wenn in Berlin die Bombe zurückgedacht wird. Nicht wegsehen, wenn andere wegsehen.

Lasst uns erinnern. Lasst uns widersprechen. Lasst uns handeln.

Für eine atomwaffenfreie Welt. Für das Leben. Jetzt.

11 Juli, 2025

Sadakos Kraniche – Falten für den Frieden

Hiroshima, 6. August 1945. Eine Atombombe zerstört eine ganze Stadt, über 140.000 Menschen sterben. Sadako Sasaki, damals zwei Jahre alt, überlebt – und erkrankt Jahre später an Leukämie. Im Krankenhaus beginnt sie, Origami-Kraniche zu falten. Einer Legende nach erfüllen 1.000 Kraniche einen Wunsch. Sadako wünscht sich zu leben – und wird zur weltweiten Symbolfigur gegen Atomwaffen.

Zum 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe ruft die DFG-VK zur Aktion „Sadakos Kraniche“ auf: Wir falten Origami-Kraniche für eine Welt ohne atomare Bedrohung – für Sadako, für Hiroshima, für uns alle.

In Karlsruhe trafen sich Friedensbewegte zum gemeinsamen Basteln in der Kinemathek. Gemeinsam falteten sie hunderte Kraniche, kamen ins Gespräch, erinnerten an Hiroshima – und zeigten: Sadakos Hoffnung lebt weiter. So wie sie einst gegen die Angst anfaltete, falten heute Menschen überall gegen das Vergessen und für eine Welt ohne Atomwaffen.

Die Karlsruher Kraniche werden auf die Reise geschickt

Der Einsendeschluss für die Gedenkveranstaltung in Hiroshima ist zwar vorbei – aber das heißt nicht, dass eure jetzt noch gebastelten Kraniche sinnlos wären!

Alle jetzt gefalteten Kraniche werden weiterhin in Friedensaktionen in Deutschland eingesetzt – zum Beispiel bei Kundgebungen, Mahnwachen oder politischen Aktionen für den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag.

Also: Jetzt noch schnell losbasteln und losschicken! Jeder Kranich zählt. Jeder Kranich zeigt: Wir vergessen nicht – und wir fordern Abrüstung.

📦 So kannst du mitmachen:

🧷 Faltanleitung & Aktionsmaterial

➡️ shop.dfg-vk.de

📬 Kraniche senden an:

Sadakos Kraniche – c/o Netzwerk Friedenskooperative

Mackestraße 30, 53119 Bonn

🌐 Mehr Infos: sadakos-kraniche.dfg-vk.de

Falten wir weiter. Für Sadako. Für alle, die unter Atomwaffen gelitten haben. Und für eine Zukunft ohne Atomwaffen.

11 Juli, 2025

KDV-Berater:innen-Schulung 27.September in Stuttgart

Unser Landesvorsitzender und KDV-Experte Klaus Pfisterer bietet am Samstag, 27. September von 12-16 Uhr im DFG-VK Büro in Stuttgart, Arndtstraße 31 eine KDV-Berater:innen-Schulung für Neulinge in die KDV-Beratung an. Schwerpunkt wird die Beratung von Ungedienten sein, es wird auch auf die Beratung von Reservist:innen eingegangen.

Der Gesetzentwurf für einen Neuen Wehrdienst will Verteidigungsminister Pistorius (SPD) noch vor der Sommerpause auf den Weg bringen. Wir werden in der Schulung darauf eingehen und wie Ungediente künftig beraten werden müssen. Anhand von Fallbeispielen werden die KDV-Antragstellung und Begründung besprochen.

Die Zahl der KDV-Anfragen ist seit 2022 sprunghaft gestiegen und wird mit dem vorgesehenen Neuen Wehrdienst weiter steigen. Dafür benötigen wir weitere Berater:innen, möchten diese ausbilden und unser Beratungsnetz ausbauen.

Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Du kannst dich bis 15. September bei Klaus Pfisterer, mail: pfisterer@dfg-vk.de verbindlich für die Schulung in Stuttgart anmelden. Kommt bitte mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da es im Viertel kaum Parkplätze gibt.

Nach der Anmeldung erhaltet ihr die Wegbeschreibung zum Büro und weitere Angaben zum Schulungsablauf.

10 Juli, 2025

Die Waffen nieder – bevor es zu spät ist

Atomwaffen töten. Sofort und generationenübergreifend. Hiroshima und Nagasaki forderten über 200.000 Tote. In Semipalatinsk (Kasachstan), auf dem Bikini-Atoll, in Nevada, Algerien, Polynesien verseuchten über 2.000 Tests Land, Wasser, Körper. Zehntausende Kinder kamen mit Missbildungen zur Welt. Hunderttausende sterben an Krebs. Ganze Regionen werden unbewohnbar. Der radioaktive Niederschlag erreicht jedes Ökosystem. Noch heute trägt jedes Menschenkind Spuren der Tests im Blut.

Und trotz allem wächst das atomare Wahnsystem weiter. Die USA, Russland, Frankreich, China, Großbritannien, Indien, Pakistan, Nordkorea – sie modernisieren ihre Arsenale. Deutschland, das keine besitzt, beteiligt sich an der nuklearen Teilhabe, und diskutiert inzwischen auch über eigene Atomwaffen. Neue US-Mittelstreckenraketen, potentiell atomar, stehen ab 2026 auf deutschem Boden. Und kein Mensch darf mitreden.

Yannick Kiesel, Friedensreferent der DFG-VK, war vor Ort in Semipalatinsk. In seinem Buch „Kasachstans nukleares Erbe“ lässt er Überlebende der sowjetischen Tests zu Wort kommen – eine lesenswerte Mahnung, die niemand ignorieren kann, der es ernst meint mit Verantwortung.

Und während anderswo Menschen an der nuklearen Geschichte sterben, will Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, Deutschland nuklear aufrüsten. Die „Eurobombe“ – so nennt er seine Fantasie von atomarer Eigenständigkeit. Eine Atombombe mit deutscher Beteiligung. Ausgesprochen nicht von einem Hinterbänkler, sondern vom zweitmächtigsten Mann der größten Regierungspartei.

Die Zeitenwendenlogik

Die Zeitenwende begann 2022 mit 100 Milliarden für die Bundeswehr. Sie eskaliert jetzt in einem Wettrüsten ohne Maß. Die Schuldenbremse fällt – für Militärisches. Die Milliarden sprudeln – für Krieg. Kanzler Friedrich Merz bricht sein Wahlversprechen, schafft Fakten, erklärt: whatever it takes. Seitdem fließen Summen ins Militär, die jedem Sozialetat Hohn sprechen.

Mittelstreckenraketen? Ohne Debatte. Neue Wehrdienstpflicht? Im Gesetz versteckt. Atomwaffenfähigkeit? Kein Thema im Bundestag. Wer fragt, wird belächelt. Wer widerspricht, wird ignoriert. Die Zeitenwende marschiert – an den Menschen, an der Gesellschaft vorbei, und trotzdem sind wir darin gefangen.

Und während die Regierung das Militär aufrüstet, zerfällt das Soziale. Schulen verrotten. Pflegekräfte kündigen. Geflüchtete werden entrechtet. Integration scheitert am Sparzwang. Rassismus wird wieder wählbar. Rechter Protest wächst.

Die Regierung redet von Freiheit und will die Werte der Aufklärung verteidigen – füttert aber die rechten und autoritären Kräfte weltweit (Trump feiert die wirtschaftlichen Folgen durch das 5% Ziel der NATO für die amerikanische Waffenindustrie), und diejenigen hierzulande (Übernahme der migrationspolitischen Forderungen der AFD), die sie bald beerben könnten. Dann bleibt die Atombombe, die Spahn heute fordert, vielleicht nicht mehr nur eine Idee zur Abschreckung anderer aufrüstender Staaten. Wer sie einmal beschafft, schafft sie nie wieder ab.

Chance auf Besinnung? – wir mahnen weiter.

Deutschland steht 2025 an einer Wegscheide. Der eingeschlagene Pfad der Hochrüstung und Konfrontation führt in eine düstere Zukunft aus Unsicherheit und Spannungen. Es gibt jedoch andere Möglichkeiten, wenn man den Tunnelblick verlässt und wieder mit Weitblick differenziert: eine Politik der Entspannung, der Vorsorge und der Menschlichkeit. Die Regierung darf sich nicht länger im Rausch der Aufrüstung verlieren, sondern muss zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückfinden – dem Wohle der Bürger und dem Frieden zu dienen. Statt Panzerplänen braucht es Investitionen in Schulen, Krankenhäuser und erneuerbare Energien. Statt Militarismus braucht es Diplomatie und internationale Kooperation. Und statt Angst und Feindbildern braucht es Mut zur Versöhnung.

In diesem Sinne sollte Deutschland an sein humanistisches Erbe anknüpfen. Der alte pazifistische Aufruf „Die Waffen nieder!“ – Titel des Antikriegsromans von Bertha von Suttner – wirkt heute wieder beklemmend aktuell. Wenn wir wirklich Frieden wollen, müssen wir lieber heute als morgen die Waffen niederlegen – im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Das heißt: Schluss mit der gedankenlosen Aufrüstungsspirale. Stattdessen Abrüstungsschritte und Rüstungskontrolle, Wiederbelebung der Diplomatie und Vertrauensbildung. Es ist an der Zeit, Vernunft über Panik siegen zu lassen. Den Wahnsinn der nuklearen Abschreckung zu beenden, bevor er uns alle endet. Den Militarismus in die Schranken zu weisen und den demokratischen Primat der Politik – der zivilen, sozialen und friedensorientierten Politik – wiederherzustellen.

Die Lehre aus der Zeitenwende muss schon jetzt lauten, dass Frieden nicht mit immer mehr Waffen geschaffen werden kann. Frieden schaffen gelingt nur ohne Waffen. Dieses Motto mag vielen naiv erscheinen, doch letztlich ist es der einzig realistische Weg, eine globale Katastrophe zu verhindern. Die Stimmen der Mahner – von Hiroshima und Nagasaki über Semipalatinsk bis Büchel – rufen uns zu: Besinnt euch!. Sicherheit erreicht man nicht durch Raketensilos, sondern durch Gerechtigkeit, Dialog und Verständigung. Deutschland sollte daher im Schulterschluss mit den internationalen Friedenskräften auf Abrüstung und Ausgleich setzen, anstatt einem zerstörerischen Wettrüsten hinterherzulaufen. Denn wahrer Schutz für unser Land entsteht nicht durch immer neue Waffen, sondern durch Frieden – nach innen und nach außen. Die Waffen nieder! Dieser Aufruf ist heute dringlicher denn je und sollte das Handlungsprinzip von Regierung und Gesellschaft werden. Nur so werden wir eine Zukunft gewinnen, die ihrer Bezeichnung als friedlich und lebenswert gerecht wird.

2 Juli, 2025

Bericht: Landesmitgliederversammlung der DFG-VK Baden-Württemberg am 28. Juni 2025

Bei bestem Sommerwetter traf sich der Landesverband Baden-Württemberg der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) am 28. Juni 2025 im Clara-Zetkin-Haus in Stuttgart zu seiner Landesmitgliederversammlung. Mit Friedensliedern von Theo Ziegler, Kaffee und Brezeln begann ein Tag des intensiven Austauschs und der strategischen Weichenstellungen.

Theo an der Gitarre

Rückblick auf zwei bewegte Jahre

Der Landesvorsitzende Klaus Pfisterer eröffnete die Versammlung mit der Vorstellung des Rechenschaftsberichts. Er blickte zurück auf zwei Jahre, in denen die Friedensbewegung und die DFG-VK vor großen Herausforderungen standen. Die politische Zeitenwende, zunehmende Aufrüstung und geopolitische Spannungen stellen pazifistische Organisationen wie unsere auf eine harte Probe.

Vorstand Klaus Pfisterer (rechts) im Gespräch

Umso mehr würdigte Klaus Pfisterer das Engagement unserer Mitglieder, die sich unermüdlich für Frieden eingesetzt haben. Besonders hervorzuheben ist die jährliche Vergabe des Ulli-Thiel- Friedenspreises, der von Ruth Scheel für die DFG-VK Baden-Württemberg federführend betreut wird. In diesem Jahr wurden so viele Beiträge eingereicht wie noch nie zuvor (50). Die feierliche Verleihung findet am 11. Juli in Karlsruhe statt. Teilnehmende Schulen erhalten zudem das Angebot, dass wir unsere friedenspolitische Bildungsarbeit direkt vor Ort vorstellen.

Eindrücke und Botschaften der LMV

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte

Ein weiterer Fokus lag auf unseren Protesten gegen die fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft. Hier sind besonders unsere Proteste gegen den Tag der Bundeswehr und den Veteranentag zu erwähnen.

Gemeinsam mit dem DFG-VK Landesverband Bayern organisieren wir im Jahr 2025 eine Friedensfahrradtour, die symbolisch wie praktisch den Widerstand gegen Krieg und Aufrüstung auf die Straße bringt.

Zunehmend gefragt ist auch wieder unsere Beratung zur Kriegsdienstverweigerung. Die aktuelle politische Lage hat dazu geführt, dass wir allein in Baden-Württemberg täglich Anfragen von Reservistinnen, Soldatinnen und Ungedienten erhalten, die sich weigern möchten, an militärischen Einsätzen teilzunehmen. Besonders auffällig: Während in den vergangenen Jahren vor allem Reservist*innen unsere Hilfe suchten, wenden sich nun vermehrt Ungediente an uns. Diesem wachsenden Bedarf begegnen wir mit dem gezielten Ausbau unseres Beratungsnetzwerks im Land.

Finanzen

Finanzvorstand Thomas Schild-Dohna stellte im Anschluss den soliden Finanzbericht für die Jahre 2023 und 2024 vor. Die Mitgliederversammlung entlastete daraufhin einstimmig den Landesvorstand sowie den Finanzvorstand.

Thomas Schild-Dona

Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe Zeitenwende

In mehreren Arbeitsgruppen wurde anschließend zu den Themen Zeitenwende / Aufrüstung, Wehrpflicht und Bündnisarbeit intensiv gearbeitet.

Arbeitsgruppe Wehrpflicht

Nach einer Mittagspause mit Gesprächen in kleiner Runde wurden die Diskussionen bis zum Kaffee fortgeführt. Die Arbeitsgruppen präsentierten ihre Ergebnisse anschließend im Plenum, wo sie lebhaft diskutiert und weitergedacht wurden.

Arbeitsgruppe Bündnisse

Dank an Anete Wellhöfer

Nach dem Mittagessen und vor dem Gruppenfoto war es Zeit, sich bei unserer ehemaligen Landesgeschäftsführerin Anete Wellhöfer zu bedanken. Zwei Jahre lang leitete sie die Geschicke des Landesverbandes Baden-Württemberg mit tollem Einsatz und großer Energie. Es wird wohl kein Mitglied geben, dass Anete nicht vermissen wird. Zum Dank bekam sie ein Foto ihrer Panzerbesteigung anlässlich des Tages der Bundeswehr. Vielen lieben Dank, Anete und nur das Beste für deine Zukunft!

Wahlen des Vorstands

Zum Abschluss der Versammlung fanden Wahlen statt, bei denen der bisherige Landesvorstand (Vorsitzender Klaus Pfisterer stellvertretender Vorsitzender Stefan Philipp, Vorsitzender Finanzen, Thomas Schild-Dona) in seinem Amt bestätigt wurde. Ein starkes Zeichen der Kontinuität und des Vertrauens in die gemeinsame Arbeit.

Fazit/Ausblick

Was nehmen wir mit? Dass es guttut, sich persönlich zu begegnen und gemeinsam Strategien gegen die zunehmende Militarisierung zu entwickeln. Dass viele von uns nicht geglaubt hätten, dass wir noch einmal vor solchen Herausforderungen stehen würden. Und dass wir fest entschlossen sind, weiter für eine friedlichere Welt zu arbeiten – Schritt für Schritt, Begegnung für Begegnung.

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen – im Einsatz für den Frieden.

1 Juli, 2025

Liebe Antimilitaristinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

als unterstützende Organisation des heutigen friedenspolitischen Aktionstags „Veteranentag? Nein danke!“ ist es uns vom DGB Kreisverband Karlsruhe-Land ein Anliegen, unsere Solidarität zum Ausdruck zu bringen.

Die Welt wird von immer neuen Kriegen erschüttert. Menschen werden getötet und Länder verwüstet. Das Risiko eines Atomkriegs bedroht die Menschheit. Statt die großen Probleme des Planeten und seiner Bewohner*innen anzugehen, werden irrsinnige Finanzmittel für Aufrüstung verpulvert. 

Die deutsche Regierung spricht von „Kriegstüchtigkeit“, 5% des BIP für Militär ist das Ziel, ebenso die allgemeine Wehrpflicht. US-Mittelstreckenraketen sollen stationiert werden. Mit dem Veteranentag wird versucht, das Werben fürs Sterben salonfähig zu machen, die Bevölkerung auf Krieg einzustimmen. 

Wir Gewerkschafter*innen haben große Aufgaben vor uns. Wir müssen dicke Bretter bohren. Außerhalb und innerhalb unserer Organisationen. Das sozialdemokratische Manifest verdient Aufmerksamkeit. Es könnte Signal sein zu einer friedenspolitischen Neubesinnung. 

Russenhass kann nicht deutsche Staatsräson sein. Ebenso wenig kann mit dem Begriff der deutschen Staatsräson die völkerrechtswidrige Kriegsführung Israels in Gaza und der völkerrechtswidrige Angriffskriegs Israels auf den Iran gerechtfertigt werden.

Für uns geht es darum, dass wir uns laut und entschieden zu Wort melden und unsere Kraft wirksam machen: gegen Kriege, gegen Aufrüstung, gegen die Militarisierung der Gesellschaft.

Wir vom DGB Karlsruhe-Land sind dabei!

Lasst mich schließen mit der Warnung von Bert Brecht:

„Denn der Menschheit drohen Kriege,

gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind,

und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,

wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,

nicht die Hände zerschlagen werden.“

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