• Skip to main content

DFG-VK Landesverband Baden-Württemberg

  • Über uns
    • Unser Selbstverständnis
    • Kontakte
    • Grundordnung des DFG-VK Landesbandes Baden-Württemberg
    • Landesvorstand +
    • Geschäftsführer
    • Referent*innen
  • verweigern.info
  • Infos / Aktivitäten
    • Informationen
      • Politische und historische Dimension von KDV
      • Pressemitteilungen
      • SÜDWEST-KONTAKTE
      • Informationen
      • § Recht kurz §
        • § Recht kurz §: Totalverweigerung
        • § Recht kurz §: Bußgeldverfahren
        • § Recht kurz §: schriftliche (statt digitale) Abgabe der Bereitschaftserklärung
        • Recht kurz: Ausländischer (hier: österreichischer) KDV-Status bei Einbürgerung
        • Recht kurz: Wehrpflicht und Änderung des Geschlechteintrags(nach SBGG)
    • Kampagnen
      • Friedensfähig statt erstschlagsfähig
      • Atomwaffenfrei jetzt
      • Unter 18 nie!
      • Aktion Aufschrei -Stoppt den Waffenhandel
      • Sicherheit neu denken
      • Weitere Kampagnen
    • Ulli-Thiel-Friedenspreis
    • Servicestelle Friedensbildung Ba-Wü
    • Pax an
  • Veranstaltungen
  • Suche

Jonas Fehrenbach

15 September, 2026

Großkundgebung am 2. Oktober 2026 in Berlin

K.I.Z, Disarstar und Co. spielen bei „unzwingbar“-Kundgebung gegen Wehrpflicht

Was: Großkundgebung „unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!“
Wann: 2. Oktober, 16 bis ca. 20 Uhr
Wo: Brandenburger Tor, Berlin
Wer: Mit Musik von K.I.Z, Disarstar, Guterzogene Asis, Fruchtiger Beigeschmack, I´m DMA, Skuff Barby u.a. sowie Reden von Laetitia Malotka (IPPNW-Medizinstudierende) und Jürgen Grässlin (Bundessprecher DFG-VK). Weitere Gäste werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

(Die Künstler*innen und Redner*innen können für Interviews angefragt werden.)

Am 2. Oktober wird der Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin zur Bühne des friedenspolitischen Protests. Unter dem Motto „unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!“ rufen Künstler*innen, Friedensorganisationen und zivilgesellschaftliche Bündnisse zu einer Großkundgebung auf. Erwartet werden mehrere Tausend Teilnehmer*innen.

Mit dabei bei diesem einzigartigen Kultur- und Politevent sind K.I.Z, der Hamburger Rapper Disarstar, die Techno-Tekk-Combo Guterzogene Asis, die Münchner Indie-Jazz-Band Fruchtiger Beigeschmack und viele andere. Sie alle stellen sich nicht nur musikalisch hinter die Botschaft: gegen die drohende Wiedereinführung einer Wehrpflicht, Aufrüstung und Kriegsrhetorik!

Doch nicht nur Künstler*innen stellen sich gegen Zwangsdienst und Rüstungswahn. Von der Schulstreikbewegung über Kriegsdienstverweigerer bis hin zu Vertreter*innen der Zivilgesellschaft sind eindringliche Redebeiträge angekündigt. Die Veranstaltung versteht sich als sichtbares Zeichen des Widerstands gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft – und reiht sich ein in die Aktionen, die vom überparteilichen Schulstreikbündnis gegen die Wehrpflicht getragen werden.

Den überregionalen Auftakt bildet dann auch der bundesweite Schulstreik am 25. September. Die Berliner Großkundgebung am 2. Oktober setzt eine Woche später den Protest energisch fort und liefert den Startschuss für ein Wochenende vielfältiger friedenspolitischer Aktivitäten. Sie verleiht mit der zentralen Großkundgebung den friedenspolitischen Forderungen ein kraftvolles, sichtbares Gesicht.

„unzwingbar“ trägt den Unwillen der jungen Menschen auf die Straße, sich am Aufrüstungswahn und der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft zu beteiligen, die von der Bundesregierung vorangetrieben werden. Wir sagen Nein zu Krieg und Zwangsdienst.

Forderungen der Kundgebung „unzwingbar“ am 2. Oktober 2026 in Berlin:

•     Keine Reaktivierung der Wehrpflicht!

•     Keine Rekrutierung von Minderjährigen durch die Bundeswehr!

•     Bundeswehr raus aus den Schulen, Universitäten und der Forschung!

•     Vollumfängliche Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht und Asylgrund für Menschen weltweit!

•     Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales statt für Aufrüstung und Krieg!

Es rufen auf: die Friedensorganisationen DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative und Ohne Rüstung Leben gemeinsam mit Attac, Medico International, Naturfreunde Deutschlands, der DGB-Jugend, der DIDF-Jugend, dem Internationalen Jugendverband (IJV) sowie Aktiven der Schulstreiks gegen Wehrpflicht. Unterstützt wird das Event von zahlreichen weiteren Verbänden wie z.B. Connection e.V., Sea-Watch, der Naturschutzjugend, Greenpeace und pax christi.

Mehr Informationen: www.unzwingbar.de

Pressekontakt (nicht zur Veröffentlichung):

Marek Voigt, IPPNW-Pressereferent, 030-698074-15, voigt (at) ippnw.

31 Juli, 2026

Gesucht: Project Officer (all genders) – Servicestelle Friedensbildung / Service Center Peace Education

Die Mission

Stellenüberblick:
Umfang: Teilzeit (75%, 29,25 h / Woche)
Start ab: 01.09.2026
Ort: Tübingen
Dein Department & Manager: Peace Education, Head of Unit

Gehaltstufe: TVÖD Bund, Entgeltgruppe E10

Deine Aufgaben:

  • Du koordinierst das Netzwerk von freien Mitarbeitenden der Servicestelle Friedensbildung
  • Du unterstützt das Projektteam bei Konzeption und Aktualisierung unserer Workshopformate
  • Du unterstützt die freien Mitarbeitenden bei der Durchführung von Workshops und Veranstaltungen mit Schulklassen
  • Du bist zuständig für eine maßgeschneiderte und verlässliche Organisation sowie inhaltliche Vorbereitung von Workshops und Veranstaltungen
  • Du unterstützt das Projektteam bei der Erstellung von Lernmedien und anderen Publikationsformaten
  • Du sorgst für pünktliche, zielführende und zielgruppenorientierte Kommunikation und Zusammenarbeit mit Projektpartnern und Teilnehmenden
  • Du unterstützt bei Monitoring und Evaluation der Workshopformate

Dein Profil

  • Du hast einen Master Abschluss einer relevanten Studienausrichtung (u.a. Friedenspädagogik, Friedens- und Konfliktforschung, Soziologie, Politikwissenschaften, Internationale Beziehungen u.ä.)
  • Erste Berufserfahrung in ähnlichen Rollen ist von Vorteil
  • Du hast erste Vorkenntnisse in Projekttätigkeiten im Schulkontext, in der Jugendarbeit oder der politischen Bildungsarbeit
  • Du arbeitest strukturiert, eigenständig und lösungsorientiert und bringst dich aktiv in unser Team in Tübingen und der Servicestelle Friedensbildung ein
  • Ausgezeichnete Sprachkenntnisse in Deutsch und sehr gutes Englisch sind Voraussetzung
  • Ausgezeichnete Anwenderkenntnisse im MS Office Paket sowie souveräner Umgang mit browserbasierten Tools oder Medien sind für Dich selbstverständlich
  • Du bringst Bereitschaft zu Dienstreisen in ganz Baden-Württemberg mit

Unser Angebot

  • Ein Team mit sehr erfahrenen und engagierten Kolleg:innen
  • Transparente Vergütungsbedingungen (TVöD Bund)
  • Hochrelevante, sinnstiftende und anspruchsvolle Aufgaben
  • Vertrauensbasierte, flexible Arbeitszeiten
  • Flexibilität hinsichtlich Büro- und mobilen Arbeitslösungen


Interessiert?

Bitte reiche Deinen Lebenslauf und Dein Anschreiben sowie Deine Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen (Schreiben oder Kontaktdaten) bis zum 17.08.2026 (bis Geschäftsschluss) über unser Online-Bewerbungssystem ein.

Wir begrüßen Vielfalt und freuen uns über Bewerbungen von Menschen unabhängig von ihrer ethnischen, sozialen und nationalen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer Religion, ihrem Alter, einer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung und ihrem Familienstand.


Über uns

Die Berghof Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die Menschen in Konflikten bei ihren Bemühungen um nachhaltigen Frieden durch Konflikttransformation und Friedenskonsolidierung unterstützt. Die Organisation mit Hauptsitz in Berlin wird von einem internationalen  Team geführt und arbeitet mit lokalen Partnern auf der ganzen Welt.

Zum Onlinebewerbungssystem

31 Juli, 2026

„Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ 

Bundesweiten Aktionstag am 26. September unterstützen

Die DFG-VK Baden-Württemberg unterstützt den bundesweiten Aktionstag am 26. September und ruft zur Beteiligung an den Demonstrationen in Stuttgart und Freiburg auf. Unter dem Motto „Hart verdient: Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ richtet sich der Protest gegen die massiven Kürzungen im sozialen Bereich.

Gemeinsam mit anderen Friedenskräften setzen wir uns dafür ein, dass im Aufruf auch die Aufrüstung und die Aufhebung der Schuldenbremse für Militärausgaben als zentrale Ursachen dieser Politik benannt werden. Denn während für Rüstung immer neue Milliarden bereitgestellt werden, soll bei Gesundheit, Rente und Sozialem gespart werden. Wir hoffen, dass diese Perspektive noch Eingang in den Aufruf findet – und rufen unabhängig davon zur breiten Beteiligung am Aktionstag auf.

Zum DGB-Aufruf

31 Juli, 2026

Wie erklären sich die unterschiedlichen KDV-Zahlen

Immer wieder werden von der Presse KDV-Zahlen veröffentlicht, die untereinander abweichen. Wie kommt das zustande? Wir geben die Erklärung.

In den Jahren 2022 – 2025 mussten die KDV-Anträge bei die landesweiten Karrierecentern der Bundeswehr eingereicht werden. Von dort wurden sie an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Köln zur Entscheidung weitergeleitet und wurden dort gezählt.

Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle KDV-Anträge an das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBW) in Köln eingereicht werden. Dort wird die tatsächliche Zahl der KDV-Anträge erfasst. Das BAPersBW hat als einzige Aufgabe zu prüfen, ob die Antragsunterlagen vollständig sind. Fehlende Unterlagen werden vom BAPersBW nachgefordert. Ist der KDV-Antrag vollständig wird er an das BAFzA zur Entscheidung weitergeleitet.

Das BAFzA gibt der Presse Auskunft über die zur Entscheidung weitergeleiteten Anträge.

Beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 9.477 KDV-Anträge gestellt. Davon wurden 5.862 KDV-Anträge zur Entscheidung an das BAFzA weitergeleitet. Bleibt eine Differenz von 3.615 Anträgen.

Bei der Weiterleitung der KDV-Unterlagen vom BAPersBW an das BAFzA kommt es zu zeitlichen Verzögerungen von bis zu 2 Monaten. Daher entsteht eine Lücke, aktuell sind das 3.615 KDV-Anträge, die noch weitergeleitet werden müssen. So lassen sich die unterschiedlichen Zahlen erklären.

JahrUngedienteSoldat:innenReservist;innenGesamt
2022        (1)4502354381.123
2023        (1)8351785961.609
2024        (1)  1.8111581.0292.998
2025        (1)5.9231921.5767.691
1.1.2026 – 30.06.2026  (2)8.764976169.477

Quelle: (1) Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

(2) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

Aus der Tabelle ist zu entnehmen, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bereits mehr KDV-Anträge gestellt wurden, als im gesamten Jahr 2025 – Tendenz weiter steigend.

Klaus Pfisterer (17.7.2026)

31 Juli, 2026

KDV-Berater:innen-Schulung: Reservisten/Soldaten 7.November 2026 in Stuttgart

Das Reservestärkungsgesetz wird aller Voraussicht nach zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Ein Teil davon, wie der Meldedatenabgleich ist bereits seit dem 1. Juli 2026 gültig.

Reservistinnen und Reservisten sollen wieder regelmäßig zu Reserveübungen herangezogen werden. Reserve wird also keine Ruhe haben und wir erwarten eine deutliche Zunahme an Reservistenverweigerungen. Darauf wollen wir uns vorbereiten und laden zu unserer Schulung am Samstag 07. November 2026 von 12 bis 16 Uhr in Stuttgart, Arndtstraße 31 recht herzlich ein.

Es geht um die Verweigerung von Reservistinnen und Reservisten sowie Soldatinnen und Soldaten. Wir geben die rechtlichen Informationen und besprechen anhand von Fallbeispielen wie die Begründung aufgebaut werden kann.

Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 10 Personen begrenzt. Du kannst dich bis 15. Oktober verbindlich für die Schulung in Stuttgart anmelden: ba-wue@dfg-vk.de. Kosten für DFG-VK-Mitglieder 10 €, für Nichtmitglieder 20€.

Nach der Anmeldung erhaltet ihr die Wegbeschreibung zum Büro und weitere Angaben zum Schulungsablauf.

Die Schulung führen Klaus Pfisterer und Susanne Bödecker durch.

27 Juli, 2026

Landesmitgliederversammlung 2026: Gemeinsam für Frieden in bewegten Zeiten

Mit rund 50 Teilnehmenden war die Landesmitgliederversammlung der DFG-VK Baden-Württemberg am 18. Juli im Clara-Zetkin-Haus in Stuttgart so gut besucht wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Dass sich so viele Mitglieder an einem sonnigen Sommer-Samstag Zeit nahmen, zeigt: Krieg, Aufrüstung und die zunehmende Militarisierung unserer Gesellschaft beschäftigen unsere Mitglieder sehr. Als pazifistischer und antimilitaristischer Verband wollen wir diesen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen. Wir setzen uns gegen die drohende Rückkehr der Wehrpflicht ein, beraten Menschen, die aus Gewissensgründen keinen Kriegsdienst leisten wollen, und entwickeln gemeinsam Ideen, wie Frieden, Diplomatie und zivile Konfliktbearbeitung wieder stärker in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten rücken können.

Als Landesverband Baden-Württemberg der DFG-VK möchten wir diese Themen nicht nur landespolitisch begleiten, sondern insbesondere die Friedensarbeit vor Ort stärken. Neben den vereinsinternen Beratungen standen deshalb vor allem die politischen Entwicklungen in Baden-Württemberg und die Frage im Mittelpunkt, wie wir als Teil der Friedensbewegung auf die zunehmende Militarisierung reagieren und ihr konkrete friedliche Alternativen entgegensetzen können.

Baden-Württemberg auf dem Weg zum „olivgrünen Musterländle“

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete unser Mitglied Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) mit seinem Vortrag „Olivgrünes Musterländle“.

Anhand zahlreicher Beispiele zeigte er auf, wie Baden-Württemberg Schritt für Schritt zu einem militärischen Vorzeigeland umgebaut wird. Seine Analyse spannte den Bogen von den ungehemmten Milliardenprogrammen für Aufrüstung über den Ausbau der Bundeswehr und ihrer Reserve, den Operationsplan Deutschland und die stärkere militärische Nutzung öffentlicher Infrastruktur bis hin zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die zunehmend auf Sicherheits- und Verteidigungsforschung ausgerichtet werden sollen.

Besonders eindrücklich analysierte er die Regierungserklärung des damaligen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Darin warb dieser ausdrücklich dafür, dass sich auch die baden-württembergische Maschinenbauindustrie stärker im militärischen Bereich engagiert. Unternehmen, die bislang ausschließlich zivil produzierten, wurde die Unterstützung der Landesregierung zugesichert, wenn sie künftig Rüstungsgüter herstellen oder ihre Produktion entsprechend umstellen wollen. Nach Einschätzung Jürgen Wagners wird auch Ministerpräsident Cem Özdemir diesen Kurs fortsetzen.

Deutlich wurde dabei: Militarisierung betrifft längst nicht mehr nur Kasernen und Streitkräfte. Sie verändert Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und öffentliche Infrastruktur gleichermaßen.

Die Präsentation von Jürgen Wagner hier zum Download bereit. 

Die anschließende Diskussion zeigte, wie viele Fragen diese Entwicklungen aufwerfen. Diskutiert wurden unter anderem die Auswirkungen der Aufrüstung auf den Sozialstaat, die zunehmende Einbindung ziviler Einrichtungen und der Rotlichtorganisationen und des Gesundheitswesens in militärische Planungen, der Abbau von Zivilklauseln an Hochschulen, die wachsende Präsenz der Bundeswehr an Schulen sowie die Rolle der Friedensbewegung in einer zunehmend militarisierten Gesellschaft. Immer wieder wurde auch die Finanzierungsfrage gestellt: Wer soll die ungehemmten Milliardenprogramme für militärische Aufrüstung langfristig bezahlen? Bereits heute steigen die Zinsausgaben des Bundes deutlich an. Wenn ab Mitte der 2030er Jahre zusätzlich die Tilgung dieser Schulden beginnt, drohen erhebliche Belastungen künftiger Haushalte – mit möglichen Folgen für Bildung, Soziales, Kultur und viele andere öffentliche Aufgaben.

Gemeinsam sichtbar werden

Nach dem Mittagessen trafen sich die Teilnehmenden im wunderschönen Garten des Clara-Zetkin-Hauses zu einem gemeinsamen Fototermin. Dabei entstand das neue Gruppenfoto des Landesverbandes, das die große Beteiligung und den starken Zusammenhalt unserer Friedensbewegung sichtbar macht.

Fairer Prozess für die ULM 5

Außerdem nahm der Landesvorstand mit Klaus Pfisterer, Thomas Schild-Dona und Stefan Philipp ein Solidaritätsvideo für die Ulm Five auf. Darin fordert die DFG-VK Baden-Württemberg einen fairen rechtsstaatlichen Prozess für die fünf Angeklagten und wendet sich gegen die Kriminalisierung antimilitaristischen Protests.

Friedensarbeit lebt vom Mitmachen

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in drei Arbeitsgruppen weiter.

In der Arbeitsgruppe Kriegsdienstverweigerung wurden die nächsten Schritte beim Ausbau unseres Beratungsnetzwerkes geplant. Neben der Beratung Ungedienter rückt künftig verstärkt auch die Beratung von Reservistinnen und Reservisten in den Mittelpunkt. Sollte das angekündigte Reservestärkungsgesetz beschlossen werden, wird der Beratungsbedarf in diesem Bereich deutlich zunehmen. Wie bereits bei der Beratung Ungedienter möchte die DFG-VK auch hier frühzeitig gut aufgestellt sein und Betroffenen kompetente Unterstützung anbieten.

Die Arbeitsgruppe Schule knüpfte an ihre Arbeit seit dem Neujahrsempfang des Landesverbandes in Karlsruhe an. In den vergangenen Monaten wurden Materialien entwickelt, Erfahrungen gesammelt und Konzepte für Schulveranstaltungen weiterentwickelt. Die Landesmitgliederversammlung bot nun die Gelegenheit, neue Interessierte einzubinden und gemeinsam die nächsten Schritte zu planen.

Besonders positiv wurde über einen Projekttag am Andreae-Gymnasium in Herrenberg berichtet. Dort hatte die Schule das Thema Wehrpflicht und Sicherheitspolitik bewusst aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Neben einem Jugendoffizier der Bundeswehr – dessen Beteiligung aus unserer Sicht für eine ausgewogene Veranstaltung nicht zwingend erforderlich gewesen wäre – kamen auch Vertreter des Bundes für Soziale Verteidigung, der DFG-VK sowie Radio Wüste Welle zu Wort. Gerade diese Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven wurde als vorbildlich bewertet und soll auch zukünftige Schulveranstaltungen inspirieren.

Unter dem Titel „Landesverband – wie weiter?“ beschäftigte sich die dritte Arbeitsgruppe mit einer zentralen Zukunftsfrage: Wie können wir unsere Friedensarbeit so weiterentwickeln, dass der Landesverband auch in vielen Jahren lebendig, handlungsfähig und wirksam bleibt? Viele Mitglieder engagieren sich seit Jahrzehnten mit großem Einsatz für Frieden und Abrüstung. Gemeinsam wurde darüber beraten, wie wir neue Menschen für diese Arbeit gewinnen, Erfahrungen weitergeben und neue Ideen entwickeln können. Dazu gehört auch, moderne Formen der Öffentlichkeitsarbeit auszuprobieren, ohne dabei unsere bewährten Kommunikationswege oder langjährige Mitglieder aus dem Blick zu verlieren. Zukunftsfähigkeit bedeutet für uns nicht, Bewährtes aufzugeben, sondern Bestehendes sinnvoll weiterzuentwickeln.

Viele Projekte für die kommenden Monate

Am Nachmittag wurden außerdem die Delegierten des Landesverbandes für den Bundeskongress der DFG-VK gewählt, der vom 23. bis 25. Oktober 2026 in Stuttgart stattfinden wird. Dass der Bundeskongress in diesem Jahr in Baden-Württemberg ausgerichtet wird, ist vor allem dem großen Engagement vieler Aktiver aus unserem Landesverband zu verdanken – insbesondere der Regionalgruppe Stuttgart sowie den Mitgliedern der Vorbereitungsgruppe. Für diesen großartigen Einsatz bedanken wir uns herzlich.

Das Programm kann sich sehen lassen: Am Freitag beginnt der Bundeskongress mit einem gemeinsamen Treffen am Deserteursdenkmal in Stuttgart. Am Abend folgt die Verleihung des Ludwig-Baumann-Preises des Carl-von-Ossietzky-Solidaritätsfonds der DFG-VK. Am Samstag stehen die Antragsberatungen sowie der Vortrag von Margot Käßmann im Mittelpunkt, bevor der Sonntag Raum für Arbeitsgruppen, Vernetzung und gemeinsame Perspektiven bietet. Weitere Informationen finden sich unter https://buko2026.dfg-vk.de.

Erfreulich war außerdem, dass sich bereits während der Landesmitgliederversammlung weitere Mitglieder bereit erklärten, organisatorische Aufgaben rund um den Bundeskongress zu übernehmen. Auch dafür bedanken wir uns herzlich.

Außerdem informierte der Landesvorstand über den Protest gegen das Bundeswehr-Ferienlager in Kellmünz. Nein zur Frühmilitarisierung – insbesondere von Sechs- bis Zwölfjährigen. Kinder brauchen Räume zum Spielen, Lernen und Entdecken – nicht die Gewöhnung an militärische Strukturen. Deshalb ruft die DFG-VK Baden-Württemberg dazu auf, den friedlichen Protest am 11. August zu unterstützen.

Abgerundet wurde der Tag durch die Ankündigung eines Workshops zu WordPress, Instagram und Canva, den Geschäftsführer Jonas Fehrenbach im Herbst in Karlsruhe anbieten wird. Ziel ist es, noch mehr Mitglieder dabei zu unterstützen, selbst Öffentlichkeitsarbeit zu machen und unsere Themen sichtbar in die gesellschaftliche Debatte einzubringen.

Mit Rückenwind in die zweite Jahreshälfte

Die Landesmitgliederversammlung hat deutlich gemacht: Friedensarbeit ist notwendiger denn je. Seit der ausgerufenen Zeitenwende erleben wir eine politische Entwicklung, in der militärische Aufrüstung und Abschreckung vielfach als alternativlos dargestellt werden. Gleichzeitig fließen ungehemmte Milliardenbeträge in militärische Projekte, während an anderer Stelle gespart wird.

Doch inzwischen wächst der Widerspruch. Immer mehr Menschen fragen, welche gesellschaftlichen Folgen diese Politik hat und warum für Rüstung scheinbar unbegrenzt Geld zur Verfügung steht, während im Sozial-, Bildungs- und Kulturbereich Kürzungen diskutiert werden. Diese Fragen werden längst nicht mehr nur innerhalb der Friedensbewegung gestellt.

Dass sich an einem sonnigen Sommer-Samstag rund 50 Menschen Zeit genommen haben, gemeinsam über Frieden, Abrüstung und zivile Alternativen nachzudenken, macht Mut. Die Herausforderungen werden größer – aber auch die Bereitschaft, ihnen gemeinsam etwas entgegenzusetzen. Darauf wollen wir aufbauen. Mit vielen neuen Ideen, einer starken Gemeinschaft und dem Engagement unserer Mitglieder gehen wir motiviert in die zweite Jahreshälfte – für eine Gesellschaft, die Konflikte nicht durch Gewalt, Aufrüstung und Abschreckung, sondern durch Dialog, Diplomatie und internationale Zusammenarbeit löst.

  • « Go to Previous Page
  • Seite 1
  • Seite 2
  • Seite 3
  • Seite 4
  • Seite 5
  • Interim pages omitted …
  • Seite 32
  • Go to Next Page »
  • Impressum
  • Datenschutz

Urheberrecht © 2026 · dfg-vk · Anmelden